Defekte Batterien

15. Juli 2015 13:54; Akt: 20.07.2015 11:02 Print

Solar Impulse fliegt erst in neun Monaten wieder

Nach der Rekord-Etappe gibt es schlechte Nachrichten für Bertrand Piccard und André Borschberg. Auf die Fortsetzung ihrer Reise müssen die Abenteurer lange warten.

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Die Solar Impulse ist am 11. Juni 2016 in New York gelandet. Das nächste Ziel ist Sevilla in Spanien. Weil die Batterien auf dem Pazifikflug von Japan nach Hawaii irreparable Schäden erlitten, wir die Solar Impulse 2 ihre Weltumrundung nicht vor April 2016 wieder aufnehmen. : Nach dem Rekordflug über den Pazifik war die Freude bei Bertrand Piccard und André Borschberg überschwänglich. Borschberg hatte zuvor in 120 Stunden mehr als 8000 Kilometer zwischen dem japanischen Nagoya und Hawaii zurückgelegt und den alten Weltrekord für den längsten Alleinflug ohne Zwischenlandung getoppt. Die Solar Impulse 2 am 3. Juli 2015 im Anflug auf den Kalaeloa Airport bei Honolulu, Hawaii. Die Solar Impulse 2 nahm am 29 Juni 2015 ihren Flug über den Pazifik nach Hawaii wieder auf, nachdem sie wegen schlechten Wetters Ende Mai in Nagoya, Japan, zwischenlanden musste. Bei ihrem ausserplanmässig Zwischenstopp in Nagoya erlitt die Solar Impulse 2 wegen starker Böen einen Schaden an einem Flügel, als die Techniker diesen zum Schutz abdecken wollten. André Borschberg startete die 7. Etappe am 31. Mai 2015 (Ortszeit) im chinesischen Nanjing. Ziel der anspruchsvollen Pazifiküberquerung war Hawaii. Doch das Wetter machte dem Schweizer Piloten einen Strich durch die Rechnung. Vor der 7. Etappe twitterte Borschberg über die bevorstehende Reise über den Pazifik: «Es wird der Flug meines Lebens». : Auf dem Weg nach Nanjiing fand Pilot Bertrand Piccard Zeit, in luftiger Höhe ein Selfie zu schiessen. Die sechste Etappe begann am 21. April und führte die Solar Impulse 2 von der südchinesischen Stadt Chongqing in die 1190 Kilometer entfernte Millionenstadt Nanjing in der Nähe von Chinas Ostküste. Mehr als 20 Stunden fliegt Bertrand Piccard am 30. März von Mandalay in Burma nach Chongqing in China. Eine defekte Solarzelle bescherte dem Solarflugzeug eine Leistungseinbusse von 2 Prozent. Am 19. März machte sich die Solar Impulse 2 von Varanasi auf den Weg nach Burma (hier beim Start. Sie traf am Abend (Ortszeit) in Mandalay ein. Vom indischen Ahmedabad nahm der Einsitzer in der Nacht auf den 18. März Kurs auf Varanasi am Ganges. Allerdings verzögerten Zollprobleme den Start. 14 Stunden später erfolgte die Landung in der 1000 Kilometer entfernten nordindischen Stadt. Am 10. März um 6.35 Uhr Ortszeit hob die Solar Impulse in Oman Richtung Ahmedabad in Indien ab. Zuvor verabschiedete André Borschberg (l.), der die erste Etappe geflogen war, seinen Kollegen Bertrand Piccard. Die zweite Etappe führte 1468 Kilometer über das Arabische Meer nach Ahmedabad, der fünftgrössten Stadt Indiens. Für die Strecke brauchte Bertrand Piccard rund 16 Stunden. Dabei stellte der Schweizer Pilot einen Rekord auf, denn es war die längste je mit einem Solarflugzeug geflogene Distanz. Pilot André Borschberg (r.) startete das Abenteuer am frühen Morgen des 9. März in Abu Dhabi. Nach dem Start steuerte Borschberg den Golf von Oman an, wo er mehrere Stunden kreiste, um an Höhe zu gewinnen. Erst gegen Abend flog er wieder zurück Richtung Küste von Oman. Hier die Flugroute in der Darstellung von Flightradar.com. Kurz nach 17 Uhr Schweizer Zeit landete die Solar Impulse dann in Maskat, Oman. Ein zufriedener André Borschberg nach der Landung in Maskat. Piccard und Borschberg wollen als Erste ohne einen Tropfen Treibstoff um die Welt fliegen. Ihr Unterfangen soll ein Bewusstsein für die Notwendigkeit schaffen, «alte, umweltschädliche Technologien durch saubere und effiziente Technologien» zu ersetzen. Auf der Reise wechseln sich die Schweizer Piloten am Steuer des Einsitzers ab. Insgesamt sind 25 Flugtage über eine Zeitdauer von fünf Monaten angesetzt. Langwierig werden vor allem die Strecken über den Pazifik und den Atlantik. Ende Juli oder Anfang August wird die Solar Impulse wieder in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten erwartet. Insgesamt sind zwölf Zwischenstopps vorgesehen. Die Solar Impulse 2 wird ausschliesslich von Sonnenenergie angetrieben. Diese sollen 17'248 Solarzellen am Kohlenstoffkörper des Flugzeugs einfangen. Das Flugzeug hat mit 72 Metern eine grössere Flügelspannweite als eine Boeing 747. Es wiegt aber mit 2300 Kilogramm nur in etwa so viel wie ein stattlicher Offroader. In einer Medienmitteilung wünschte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am 9. März im Namen der Schweiz «dem Flugzeug Solar Impulse, das in Abu Dhabi zu seiner Weltumrundung gestartet ist, viel Erfolg».

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Das Team des Solarflugzeugs Solar Impulse muss seinen historischen Flug um die Erde bis zum nächsten Frühjahr aussetzen. Hintergrund ist ein Schaden an den Batterien des nur mit Sonnenstrom betriebenen Fliegers, wie es in einer Pressemitteilung hiess. Bis mindestens April sitze man auf Hawaii fest. Dort wird das Flugzeug in einem Hangar der Universität von Hawaii am Flughafen Kalaeloa repariert.

Das nur von Sonnenenergie betriebene, einsitzige Flugzeug war am 3. Juli nach 118-stündigem Flug aus Japan kommend auf Hawaii gelandet - ein neuer Weltrekord für den längsten Alleinflug ohne Zwischenlandung. Doch überhitzten auf der Etappe die Batterien und konnten nicht heruntergekühlt werden. Das Team hatte nach eigenen Angaben nicht mit den grossen Temperaturunterschieden bei Veränderungen der Flughöhe in tropischen Regionen gerechnet. Ein Konstruktionsfehler liege aber nicht vor, hiess es.

Die beiden Abenteurer Bertrand Piccard und André Borschberg waren im März in Abu Dhabi zu ihrer Weltumrundung gestartet. Mit ihrem Projekt wollen die Piloten die Nutzung von erneuerbaren Energien voranbringen. Das Flugzeug hat eine Flügelspannweite von 72 Metern - weiter als eine Boeing 747, wiegt aber mit 2300 Kilogramm nur etwa so viel wie ein Minivan. Die Energie kommt von 17 000 Solarzellen auf den Flügeln.

(dia/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beat am 15.07.2015 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    Öko, aber nicht umweltfreundlich!

    Soviel zum Thema Umweltschutz. Batterien schon kaputt, heikel, viel Öko blabla um nichts... Muss aber mit dem einem Fracht Jumbo zum Start Ort geflogen werden, dann Batterien speziel anfertigen, das "ÖKO Flugzeug"für den Start um die halbe welt schicken usw. Netter Versucht um technische Erfahrungen zu sammeln! Zeigt aber auch bildlich auf, das Solar Energie noch immer in den Kinderschuhen steckt, und wir von einer "echten Nutzung" von grünem und nachhaltigen Solarstrom noch sehr weit entfernt sind!!! Strom von der Sonne, AUFGEWENDETE Energy für Jumbio,Frachtschiff, Produktion,Batterie nicht!

  • Juli am 15.07.2015 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Solar-Aircraft...

    Dies ist wohl endgültig der Beweis, dass Solarenergie für alles Mögliche benutzt werden soll, aber ganz bestimmt nicht um zu fliegen!

  • Daniel Düsentrieb am 15.07.2015 14:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    OHNE LANDUNG

    Ich dachte immer sie werden ohne Zwischenlandung die Welt umrunden.Mit Landung ist es nicht interessant.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andi am 17.07.2015 10:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solarenergie

    Wieso soll Solarenergie nichts bringen? Ganz einfach weil kein Zähler an der Sonne montiert ist, und darum gibt es keine Händler die daran verdienen. So einfach ist das! Alle die sich 30 Jahren damit befasst haben waren Spinner.Und jetzt kann mann auf bald jeden Auto von Gebäudetechnik (Solarenergie) lesen. Darum alle die jetzt meckern haben halt eine lange Leitung. Das war schon bei Dampfmaschine und Auto usw. So. Darum macht nur weiter so, den jede Technik braucht seine Zeit.

  • Janik am 16.07.2015 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Für was genau....

    Und das ganze unter dem Zugpferd Forschung und Technik. Was will man damit beweisen? Wielange halten Batterien oder wielange kann ein Pilot durchhalten oder die Leichtbauweise? Für was nun genau? Ein teures Hobby und der Steuerzahler zahlt mit.

    • SunPower am 16.07.2015 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      "The Future is clean"

      Immer noch nicht kapiert, das es sich bei der "Solar Impulse", primär um einen Impuls für eine Verhaltensänderung handelt. Es geht NICHT um die Aviatik !!! Sondern um die Botschaft "The Future is clean".

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  • Marie am 16.07.2015 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer mind. 1 m über dem Boden

    Herr Picard ist ein grosses Kind!

  • Katzerich am 16.07.2015 02:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für die Katz

    Schönes Hobby - bringt relativ wenig. Aber die Konstrukteure haben ihren Spass. Formel 1 lässt grüssen.

  • Bernie Heimeli am 15.07.2015 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solarenergie in Ehren...

    Ich bin genau deiner Meinung. Solarenergie ist die Energie der Zukunft, aber nicht für die Fliegerei. Das muss auch niemand mehr mit so viel Aufwand und Geld sich und anderen beweisen wollen. Picard ist schon ein genialer Macher, aber er sollte wieder mal was vernünftigeres und nachhaltigeres machen.