Kanarische Inseln

22. Mai 2013 10:50; Akt: 22.05.2013 10:54 Print

Sonarverbot rettet Wale

2004 verbot Spanien in den Gewässern um die Kanaren jegliche Marinemanöver mit Sonargeräten. Seither hat es dort keine Massenstrandungen von Walen mehr gegeben.

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Für Wale sind die Gewässer um die Kanarischen Inseln zu einem sicheren Ort geworden. (Symbolbild: Keystone)

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Grosser Erfolg für die spanischen Tierschützer: Das vor neun Jahren verhängte Sonarverbot rund um die Kanarischen Inseln hat das Phänomen der Massenstrandung von Walen zum verschwinden gebracht.

Die Kanaren seien weltweit zum Vorbild beim Schutz der Meeresfauna und insbesondere der Meeressäugetiere avanciert, sagte der Leiter des Instituts für Tiergesundheit der Universität Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC), Antonio Fernández, am Dienstag der Nachrichtenagetur efe.

Nur Spanien habe nach einer entsprechenden Empfehlung des Europäischen Parlaments 2004 ein Verbot von Marinemanövern mit dem Einsatz von Sonargeräten für das Meeresgebiet um die Inselgruppe im Atlantik vor der Westküste Nordafrikas verhängt, betont Fernández. Diese Entscheidung habe sich spätestens jetzt als richtig erwiesen.

Der Wissenschaftler hofft, dass seine Veröffentlichung der Ergebnisse der Initiative in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature» dazu führt, dass andere Länder dem Beispiel folgen.

Tiere in Panik

Kurz vor dem spanischen Sonar-Verbot waren nach mehreren Massenstrandungen auf den Kanaren 14 Wale verendet. Eine Forschergruppe um Fernández stellte damals fest, dass vor dem Massensterben nördlich der Kanaren Seekriegsmanöver stattgefunden hatten, bei denen mit Sonargeräten Explosionen im mittleren Frequenzbereich erzeugt worden waren, was zur Aufspürung von feindlichen U-Booten dient.

«Wale reagieren sehr sensibel auf die Sonargeräte. Heute weiss man, dass die Tiere in Panik geraten und ihr Tauchverhalten dadurch gestört wird», sagte Fernández. Das führe bei den Walen zu einem Leiden, das mit der Dekompressionskrankheit bei Tauchern, die zu schnell auftauchen, verglichen werden könne.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hansen am 22.05.2013 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Schön. Ein Traum wäre natürlich noch die Handymasten weg. Dann ginge es vielen Menschen auch besser. Wer glaubt Strahlen seinen, nur weil sie unsichtbar sind ,nicht schädlich, träumt.

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  • Pk am 22.05.2013 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Supersache !

    Müsste man mal den asiaten und den ami's verklickern... Die hätten es nötig

  • Oski am 22.05.2013 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Also, die Lösung ist ganz einfach. Wann ziehen die andern nach, etwa die US Army, die in 74 Ländern Krieg führt?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kara Bähren am 25.05.2013 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    Meeressäuger vor La Gomera

    ja, die Kanaren sind schon einmalig! Vor allem ist dort auch die Netzfischerei total verboten. Nicht zuletzt deshalb haben wir dort die unglaubliche Artenvielfalt an Meeressäugern . 28 verschiedene Wal - & Delphinarten sind bisher hier gesichtet worden . Mit kleinen Booten , wie der " Amazonia ", mit nur 10 Gästen an Bord, kann man z.B. von Gomera, Valle Gran Rey, aus täglich zutraulichen Meeressäugern begegnen !

  • top am 22.05.2013 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    teneriffa

    kanaren sind der traum! diese jahr haben wir auch wale und delphine gesehen!! kann man jedem empfehlen! der ewige frühling!!!!

  • Amifreund am 22.05.2013 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Amis machen schon was!

    Die Amerikanische Navi macht längst schon etwas, sie finanzieren nähmlich die gesamte Walforschung! Ist das nicht toll ? Ja ist es nicht den damit bestimmen sie auch woran geforscht wird... zum Beispiel nicht an der Todesursache AktivSonar

  • Nine am 22.05.2013 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich...

    Das wird ja auch endlich mal Zeit, das dieses Verboten wird! Man sollte generell mal mehr für alle Tiere machen! Schliesslich kommt es uns auch mal zu gute...

  • Mark Strahl am 22.05.2013 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Medium Wasser...

    Ja, das kann man sich in dem Medium wirklich gut vorstellen. Die Frage ist nur ob es den Tieren wirklich besser ergeht wenn keine Insel in der Nähe ist oder ob wir es einfach nicht mitkriegen wie die dort elendlich verrecken. Man muss kein Naturschützer und Öko-Freak sein um das vermeidbare Leiden von Tieren zumindest einzuschränken. Aber die Amis, Russen, Chinesen... wer macht da schon mit? Die Lösung wäre ein passives Sonar, welches besser/gleich gut ist wie ein aktives. Wie vermutlich bald beim Radar.

    • techdefined am 22.05.2013 12:21 Report Diesen Beitrag melden

      Passive Sonare gibt's schon

      Wie kommen Sie auf die Idee dass ein passives Sonar besser ist? Ein aktiver Sonar gibt einem augenblicklich ein Bild der Lage über hunderte Kilometer weg. Allerdings bekommt das jeder mit. Es gibt schon seit Urzeiten passive Sonare aber die haben niemals die Reichweite oder Präzision. Es ist nicht viel mehr als Mikrofone die alles im Umfeld abhören.

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