Psychische Gesundheit

05. Juli 2015 17:50; Akt: 08.07.2015 14:15 Print

Spazieren im Grünen kann Depressionsrisiko senken

US-Forscher haben erstmals gemessen, wie sich Spaziergänge im Grünen und in der Stadt auf die psychische Verfassung auswirken.

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Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen, könnte ein langer Spaziergang helfen. Forscher der kalifornischen Stanford-Universität sind zum Schluss gekommen, dass Spaziergänge in der Natur das Risiko einer Depression senken könnten. In einer im Fachjournal «PNAS» veröffentlichten Studie konnten sie aufzeigen, dass eine 90 Minuten lange Wanderung im Grünen die Aktivität in einer Hirnregion senkte, die bei einer Depression eine entscheidende Rolle spielt.

Für die Studie schickten die Forscher zwei Gruppen auf einen 90-minütigen Spaziergang. Die eine Gruppe tat das auf Wiesenland mit vereinzelten Eichenbäumen und Büschen. Die zweite Gruppe lief einer vierspurigen Strasse in einer Stadt entlang. Davor und danach wurden die Herz- und Atemfrequenz und die Hirnaktivitäten der Teilnehmer gemessen.

Bei den physiologischen Werten fanden die Forscher bei den zwei Gruppen kaum Unterschiede. In den Hirnen waren die Veränderungen dagegen ausgeprägt. Die neurale Aktivität im subgenualen präfrontalen Kortex nahm bei den Personen, die sich im Grünen bewegten, im Vergleich mit den Stadtwanderern deutlich ab. Diese Gehirnregion ist bei der sogenannten Rumination aktiv, also beim wiederholten Fokussieren auf negative Emotionen.

Städte schlagen aufs Gemüt

«Diese Erkenntnisse sind wichtig, weil sie mit dem beobachteten Zusammenhang zwischen zunehmender Verstädterung und einer Zunahme von psychischen Krankheiten übereinstimmen, auch wenn sie ihn nicht beweisen», sagt Co-Autor James Gross in einer Mitteilung der Uni Stanford.

Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in urbanen Gebieten, wobei dieser Anteil in wenigen Jahrzehnten auf 70 Prozent ansteigen dürfte. Und genauso stark wie die Urbanisation und die Abkoppelung von der Natur zugenommen haben, so häufen sich auch mentale Krankheiten wie Depressionen.

Tatsächlich haben Stadtbewohner verglichen mit Bewohnern ländlicher Gebiete ein 20 Prozent höheres Risiko, an einer Angststörung zu erkranken. Bei den affektiven Störungen sind es gar 40 Prozent. Und Menschen, die in Städten geboren und aufgewachsen sind, erkranken doppelt so häufig an Schizophrenie.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Papa Schlumpf am 05.07.2015 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ab in den Wald!

    Nach Panikattacken und anderen Angststörungen bin ich täglich 2-4 Stunden im Grünen, im grünen Bereich! Es waren 4 Jahre harte Arbeit, die ich an mir gearbeitet habe und der Anfang ist geschafft. Ohne Begleitung hätte ich das nicht geschafft. Heute bin ich wieder voll da aber im Wissen darum, dass das Leben eine Gratwanderung ist. Achtet auf euch, wie es Thich Nhat Hanh erklärt!

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  • Rosa am 05.07.2015 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Depression

    Nach einem Unfall brauchte ich fast ein Jahr um wieder einigermassen laufen zu können. Erst heute wo ich wieder kreuz und quer durch die Natur laufen kann, wurde mir bewusst wie tief unten ich war. Ich steckte in einer Depression und versuchte mit Essen mir selber zu beweisen, wie gut es mir doch ging. Für mich wichtige Personen haben sich da auch von mir abgewandt. Heute beginne ich von vorne und bin glücklich. Es geht mir gut mit mir selber.

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  • Uschi Lauener am 05.07.2015 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Aufsteller

    In unserer Gegend wird gegenwärtig "verdichtet gebaut" bis zum Exzess, obwohl Bauland schon fast unbezahlbar teuer ist. Die Mietpreise für neue Wohnungen und Geschäftsräume sind denn auch entsprechend. Wege für Spaziergänge im Grünen findet man praktisch nicht mehr. Und das alles drückt schon eher auf die Psyche.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andi Arbeit am 07.07.2015 15:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein?!?!

    Nein so was!!! Ich dachte immer um das Depressionsrisiko zu senken sollte man am besten im dunkeln sitzen. :( wiedermal etwas schreiben dass jeder schon längst weiss.

  • 1d1ot am 07.07.2015 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Für alle die es nicht werden wollen.

    Du musst Dir schon selbst etwas Konfetti ins Leben pusten.

  • Peter am 07.07.2015 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    habe Angst rauszugehen.

    Hilfe ich gehe ab sofort nicht mehr spatzieren. Sind da alles nur noch Depri und Burnouter unterwegs. Nach diesen Beiträgen habe ich wirklich auch bald Angstzustände raus zu gehen. Da ist man ja umzingelt. geniesst das Leben und arbeitet an euch. Von nichts kommt nichts. Arbeite 50 Std. (i.d.Woche Spital und habe gar keine Zeit eine Störung zu bekommen.

  • S Mädi am 07.07.2015 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erholsame Natur und Stille

    Ich bin auf dem Lande aufgewachsen und habe sehr darunter gelitten, wenn ich in einer Stadt leben musste. Heute lebe ich auf dem Lande. Komischerweise haben wir unser 11 Zimmerhaus ständig mit Leuten besetzt die in der Stadt wohnen und sich nicht entscheiden können aufs Land zu ziehen weil ihnen was fehlte. Umgekehrt merken all diese Besucher wie erholsam es ist ohne Lärm zu leben und gute Luft einatmen zu können. Ja es ist eine andere Welt auf dem Lande zu sein und die Mutter Natur hautnahe erleben zu dürfen. Füchse, Rehe Hasen und viele andere Tiere sind unsere täglichen Begleiter.

  • Mo ni am 06.07.2015 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    :(

    würde das so gerne bestätigen ich liebe die Natur und die Tiere nur leider ist meine angst Störung mein Gefängnis ich kann nicht raus in die Natur :(

    • Billy am 06.07.2015 23:00 Report Diesen Beitrag melden

      Moni, gib Dich nicht auf!

      Andere können Dich nicht aus dem Gefängnis holen, du musst dich selbst befreien. Und wenn du das tust, dann können dir andere auch dabei helfen! Versuch's! Und stell dir jetzt schon einmal vor, wie schön es draussen ist, damit du ein Ziel vor Augen hast!

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