Nicht nachmachen

10. Oktober 2019 21:57; Akt: 11.10.2019 11:33 Print

Mann lebte vier Jahre mit Pinzette in Penis

Warum? Selten war die Frage so berechtigt wie im Fall des Mannes, der eine Kosmetikzange in sein Glied einführte und erst vier Jahre später zum Arzt ging.

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Nur auf den ersten Blick ist dies ein gewöhnliches Röntgenbild. Denn es zeigt eine Pinzette, die in der Harnröhre eines 22-Jährigen steckt. Der hatte den Greifer vier Jahre zuvor dort selbst hineingeschoben. Das Problem: Die Pinzette hatte sich in der Zwischenzeit geöffnet ... ... und bei jedem Versuch, sie zu entfernen, stiessen ihre Enden ins Fleisch. Um dem entgegenzuwirken, spannten mehrere Chirurgen zusammen. Während der eine den Fremdkörper vorsichtig herauszog, ging ein weiterer am Penisschaft ans Werk. Er drückte von aussen die Pinzette zusammen – ... ... mit Erfolg: Schon kurz danach konnte der Patient das Spital verlassen. Die Ärzte empfahlen ihm noch, sich einer psychiatrischen Untersuchung zu unterziehen. Weiter rieten sie ihm, Derartiges nicht noch einmal zu tun. Doch davon wollte er offenbar nichts wissen. Auch zum Nachsorgetermin erschien er nicht mehr. So ungewöhnlich der Fall klingt, so ungewöhnlich ist er gar nicht. In China hatten es Ärzte des Harbin-Kinder-Spitals 2018 mit einem ähnlichen Fall zu tun. Ein 13-Jähriger hatte sich ein USB-Kabel in seinen Penis eingeführt und bekam es nicht mehr heraus. Auch die Ärzte scheiterten zunächst beim Versuch, den rund 20 Zentimeter langen Fremdkörper aus der Harnröhre des Buben zu ziehen. Den Grund offenbarte eine Röntgenaufnahme: Das Kabel hatte sich im Körper des Buben verheddert. Nur eine Operation, bei der die Blase des Buben aufgeschnitten werden musste, konnte helfen. Allerdings lösten die Mediziner nur den Knoten. Das Kabel selbst entfernten sie dann auf dem gleichen Weg, auf dem es hineingelangt war. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass chinesische Ärzte mit einem derartigen Fall konfrontiert waren. Erst kürzlich hatte ein 60-Jähriger ein Spital in der Millionenmetropole Dalian aufgesucht. Bei ihm griffen die Ärzte zum Laser, um den Mann aus seiner misslichen Lage zu befreien. Über den Fall berichtete im April das chinesische Portal «KNews». Doch ganz so selten, wie man meint, sind die Fälle nicht, in denen sich Menschen Dinge irgendwo einführen. Das zeigt Radiopeadia.org, einer Art Wikipedia für Röntgenspezialisten.Dort erfährt man, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich ein Instant-Kaffee-Glas einführen. Rektal, wohl gemerkt. Dieser Patient hat immerhin zu etwas nicht ganz so Absurdem gegriffen: einem Vibrator. Ebenso wie dieser Kandidat, der wohl darauf aus war, sich mit einem «besonders grossen Sex-Toy» zu vergnügen, wie der behandelnde Arzt berichtet. Ob sich dieser Betroffene aus Versehen auf die Orange gesetzt hat, die nun in seinem Darm feststeckt, ist hingegen nicht bekannt. Auch darüber, wie diese Zucchetti dorthin gekommen ist, wo sie nun steckt, herrscht Unklarheit. Gleiches gilt für diese beiden Eier. Damit keine Missverständnisse aufkommen, hat der behandelnde Radiologe die Fremdkörper sicherheitshalber angeschrieben. Auch Alltagsgegenstände scheinen auf wundersame Weise in den Darm gelangen zu können, so wie diese Dose Anti-Mücken-Spray. Ebenfalls schon gesichtet wurden Stössel, ... ... Getränkeflaschen und ... ... eine Packung Berocca, die der Betroffene aus unerfindlichen Gründen in diesem Fall mit einer Spraydose kombiniert hat. Auch Deos wurden schon im Darm gesichtet. Genauso wie Plastikfäuste. Wie es sich angefühlt hat, als dieses Monstrum den Weg dorthin fand, möchte wohl niemand so genau wissen.

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Man möchte sich nicht vorstellen, wie es sich anfühlen muss, wenn man eine 8 Zentimeter lange Pinzette in die eigene Harnröhre einzuführen versucht. Doch genau das hat ein damals 18-jähriger Mann vor vier Jahren probiert – und auch geschafft. Das beweisen die Röntgenaufnahmen, die seine Ärzte nun in den «Urology Case Reports» präsentieren (siehe Bildstrecke).

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Sie waren von dem Mann, dessen Name nicht genannt wird, erst jetzt aufgesucht worden. Vielleicht habe er sich davor zu sehr geschämt, vermuten die Mediziner um Mohamed Abouelazayem vom New Cross Hospital im britischen Wolverhampton. Der Patient habe angegeben, während all den Jahren, in denen er die Pinzette im Unterleib gehabt habe, keinerlei Probleme gehabt zu haben.

Geöffnete Pinzette entpuppt sich als Problem

Warum die Pinzette überhaupt ihren Weg in die Röhre fand, durch die sowohl Sperma als auch Urin nach draussen gelangen, darüber wollte der heute 22-Jährige keine Auskunft geben, so die Mediziner. Allerdings würden «Fremdkörper in der Regel von psychiatrischen, berauschten, verwirrten oder sexuell neugierigen Personen in die Harnwege eingeführt.»

Nachdem Untersuchungen die Aussagen des Patienten bestätigt hatten, konzentrierten sich die Ärzte darauf, den Fremdkörper zu entfernen. Eine nicht ganz einfache Angelegenheit. Denn die Pinzette steckte geöffnet in der Harnröhre. Bei jedem Versuch, den Greifer zu entfernen, stiessen die Enden ins Fleisch.

Teamwork am Penisschaft

Um dem entgegenzuwirken, spannten mehrere Chirurgen zusammen. Während der eine den Fremdkörper vorsichtig herauszog, ging ein weiterer am Penisschaft ans Werk und drückte von aussen die sich im Innern befindende Pinzette zusammen – mit Erfolg.

Schon kurz danach konnte der Patient das Spital verlassen. Die Ärzte empfahlen ihm noch, sich einer psychiatrischen Untersuchung zu unterziehen. Weiter rieten sie ihm, Derartiges nicht noch einmal zu tun. Doch davon wollte er offenbar nichts wissen. Auch zum Nachsorgetermin sei er nicht mehr erschienen.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leser-Fan am 11.10.2019 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hammerartikel

    Echt spannender Artikel. Bitte mehr davon, denn es ist äusserst informativ, wer welche Gegenstände in welche Öffnungen einführt. Bin noch ganz gerührt von diesem Wahnsinnsartikel.

  • Typhoeus am 11.10.2019 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich,

    wozu Menschen fähig sind.

  • Bert am 11.10.2019 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Geil

    Ein lacher zu beginn des Tages. Schön

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Die neusten Leser-Kommentare

  • sandor am 11.10.2019 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wer das mag

    und wer das braucht, kann sich für das sogenannte 'sounding' ja eigens dafür hergestelltes Spielzeug kaufen. Ist sicher und richtet keinen Schaden an. Weshalb es dann aber solche gibt, die sich dann gefährliches Zeugs 'reinziehen', bleibt mir schleierhaft. Viele wissen auch nicht, weshalb die kleinen Glasflaschen an einer kleinen Stelle dünneres Glas haben. Na, wer kommt drauf? Richtig, mit Nagel einschlagen damit kein Vakuum entsteht, und dann kann man frischfröhlich...usw.

  • Buhu am 11.10.2019 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ich könnte mir noch vorstellen...

    Der Junge der sich ein Ladekabel einführte hat da wohl was falsch verstanden beim Begriff "Ich mache dieses wochenende nichts grosses, muss mal wieder meine Batterien aufladen"

  • Bert am 11.10.2019 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Geil

    Ein lacher zu beginn des Tages. Schön

    • Jugni Van Kaaren am 11.10.2019 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bert

      Autsch!!!!!

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  • Leser-Fan am 11.10.2019 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hammerartikel

    Echt spannender Artikel. Bitte mehr davon, denn es ist äusserst informativ, wer welche Gegenstände in welche Öffnungen einführt. Bin noch ganz gerührt von diesem Wahnsinnsartikel.

  • Milea am 11.10.2019 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Halb so wild

    Warum die dort drin war? Ziemlich einfach zu beantworten: Es gibt Männer, die auf "Sounding" stehen. So einfach kann man ein Rätsel lösen und ist nicht mal halb so schlimm wie gedacht.

    • Jugni Van Kaaren am 11.10.2019 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Milea

      Aber schon gefährlich ist sowas.

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