Wegen Klimawandel

29. Juni 2017 15:31; Akt: 29.06.2017 16:33 Print

Steinbock lebt 135 Meter weiter oben

Die immer wärmer werdenden Temperaturen treiben die Alpen-Huftiere in höhere Lagen. Dass Säugetiere reagieren, verblüfft die Forscher.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Gämse, Steinbock und Rothirsch verbringen den Spätsommer und Herbst in den Alpen in immer höheren Lagen. Wie Pflanzen und Reptilien reagieren sie damit auf den Klimawandel, zeigt eine Studie unter Leitung der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL).

Durch den Klimawandel verschiebt sich der Lebensraum zahlreicher alpiner Tier- und Pflanzenarten in grössere Höhe. Das gilt auch für die drei häufigsten Huftierarten der Alpen, Gämse, Steinbock und Rothirsch, berichtet ein internationales Forscherteam unter Leitung der WSL.

Nachweisen konnten die Forschenden dies dank eines Datensatzes des Amtes für Jagd und Fischerei Graubünden, wie die WSL am Donnerstag mitteilte. Darin sind über 230'000 Orte in Graubünden erfasst, an denen zwischen 1991 und 2013 Rehe, Rothirsche, Gämse und Steinböcke erlegt wurden.

Rund 100 Meter höher

Die Auswertung dieser Daten ergab, dass sich die Aufenthaltsorte dieser Tiere um rund 100 Meter in die Höhe verschoben haben: Beim Steinbock am stärksten, im Durchschnitt um 135 Meter, bei Gämsen um 95 und bei Rothirschen um 80 Meter, wie die Forschenden kürzlich im Fachblatt «Ecosphere» berichteten. Diese Arten suchen sich ihre Nahrung auf Weiden und alpinen Rasen.

Beim Reh hingegen stellten die Forschenden eine geringere Verschiebung in die Höhe fest. Dieses ist enger an seine Territorien und den Wald gebunden.

Nicht nur Pflanzen und Reptilien

Bisher sei man davon ausgegangen, dass vor allem Pflanzen und kaltblütige Tiere wie Reptilien und Insekten auf die durch den Klimawandel steigenden Umgebungstemperaturen reagieren, sagte Studienautor Kurt Bollmann gemäss der Mitteilung. Der Datensatz zeige aber, dass dies auch für grosse, warmblütige Tierarten zutrifft.

In dem untersuchten Gebiet hat sich die mittlere September- und Oktobertemperatur in den letzten 20 Jahren um 1,3 Grad Celsius erhöht und dürfte gemäss Klimamodellen weiter steigen. Bisher reagierten die Huftiere flexibel, wie die Studie zeige, schrieb die WSL. Ob sich aus dem fortschreitenden Temperaturanstieg künftig Konsequenzen für die Bestände der Tiere ergeben, lasse sich noch nicht schlüssig beurteilen.

(oli/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • unstudierter am 29.06.2017 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    ...so überraschend ist das auch nicht...

    Komisch, das Futter (Pflanzen) passt sich der Temperatur an und die Forscher sind überrascht dass die Weidetiere mitgehen? Vielleicht sollten wir etwas weniger, dafür qulitativ bessere Forscher ausbilden.

    einklappen einklappen
  • lse aus z am 29.06.2017 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Menschen....

    Ja weniger Menschen wäre die Lösung, weil jeder der da ist bauch dies und das zu leben!! Weniger Kinder das ist die Möglichkeit und diesen Ziel zu erreichen. Es passt mir auch nicht aber entweder retten wir unsern einzigen Planeten den wir haben gemeinsam mit Verzicht...oder wir gehen alle vor die H.....Die Technik kann das NICHT schaffen !!!

    einklappen einklappen
  • JJ_ksk am 29.06.2017 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider

    ist der Grossteil der Menschheit erst bereit zu handeln, wenn sie selbst bedroht wird... aber dann ist es leider zu spät.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mike K. am 30.06.2017 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht liegt das Problem wo anders. ^^

    Evtl. liegt es einfach daran, dass immer mehr Menschen immigrieren welche viel Platz brauchen und jüngeln wie die Karnikel. Die verbrauchen jede menge Ressourcen und geben nichts zurück.

  • Cybot am 30.06.2017 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Warum sollten sie nicht reagieren?

    Auch wir Menschen reagieren, wenn es uns zu heiss ist. Wir gehen dann zwar nicht in höhere Lagen, sondern in die Badi oder schalten den Ventilator ein, aber das Prinzip ist das gleiche.

  • Volpone am 30.06.2017 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Verschuldung

    Solange Europa pro jahr 3.7 Millionen Neubürger aufnimmt, wovon die meisten Männer sehr Kinderreich sind, welche natürlich alle sehr viel Ressourcen verbrauchen und kein recycling kennen, muss man sich nicht wundern das.

    • HP Gmür am 30.06.2017 15:41 Report Diesen Beitrag melden

      Sündenbock für alles

      Ihr Kommentar hat mein Interesse geweckt. Über was muss man sich nicht wundern? Mir kommt echt nichts passendes in den Sinn. Ich persönlich mag keine Hunde. Die verbrauchen sehr viel Ressourcen und es werden immer mehr und deshalb muss man sich nicht wundern das, Gämse jetzt höhersteigen?

    einklappen einklappen
  • Neutron am 30.06.2017 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Was sind das für Forscher

    Und mich verblüfft es das sogenannte Forscher denke das Tier nichts mitbekommen ! Die Tiere brauchen keine Technischen Hilfsmittel wie wir denn die sind schlau ... nicht wie wir !

  • Noldi Schwarz am 30.06.2017 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Neues

    Vor 4,000, 5,000 Jahren war die Baumgrenze im Haslital (Unteraargletscher) bei rund 2,500 Metern. Geologie-Professor Christian Schlüchter (Uni Bern) hat dort in den Moränen Überreste von Bäumen und Torf (Moor) gefunden. Warme Zeiten in den Bergen sind also nichts Neues. Nur wollen das gewisse Forscher nicht hören und die Medien wollen nicht darüber berichten. Denn es geht um Geld, viel Geld...

    • Rolf Gysling am 30.06.2017 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Noldi Schwarz

      Diese warmen Zeiten und kühlen Zeiten hatten aber alle einen Grund. Dieses Mal ist nur leider der Mensch der Grund und er hat noch nicht kapiert um was es geht. Aktuelle Modelle gehen davon aus, dass in unserer Region bei +4 Grad 20-40% weniger Regen fallen wird. Mal sehen wie wir dann Strom produzieren, Felder bewässern und ob das Wasser immer noch aus dem Wasserhahn kommt.

    • Koni am 01.07.2017 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Noldi Schwarz

      Dazu ist Forscher kein geschützter Titel.Jeder darf sich Forscher nennen.

    einklappen einklappen