Empathie-Studie

22. April 2014 22:57; Akt: 22.04.2014 22:57 Print

Stress im Fernsehen ist höchst ansteckend

Wer den Fernseher einschaltet, um abzuschalten, sollte das mit Bedacht tun. Denn der Stress der Menschen auf der Mattscheibe kann auch auf den Zuschauer überspringen.

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Wenn die Protagonisten im Film Stress erleben, kann dieser auch die Zuschauer befallen. (Bild: Keystone/AP)

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Nicht nur Gähnen, sondern auch Stress ist ansteckend. Das berichten deutsche Forscher im Fachjournal «Psychoneuroendocrinology». Allein die Beobachtung von Menschen in angespannten Situationen könne dafür sorgen, dass der eigene Körper das Stresshormon Kortisol ausschüttet und Blutdruck sowie Puls in die Höhe treibt. Die Wissenschaftler sprechen von «empathischem Stress».

In ihrer Studie liess das Team vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und der Technischen Universität Dresden eine erste Gruppe schwierige Kopfrechenaufgaben lösen und Vorstellungsgespräche absolvieren. Dabei wurde ihre Leistung von zwei vermeintlichen Verhaltensanalysten beurteilt, sodass eine Stresssituation geschaffen wurde. Dabei zeigte sich, dass nur fünf Prozent sich nicht aus der Ruhe bringen liessen, während alle anderen eine bedeutsame Erhöhung des Kortisol-Spiegels aufwiesen.

Ansteckungsgefahr droht auch beim TV

Während des Experiments wurde die erste Gruppe von weiteren Probanden beobachtet. Insgesamt konnte bei 26 Prozent der Zuschauenden, die selbst keinerlei Stress ausgesetzt waren, einen bedeutsamen Anstieg von Kortisol beobachtet werden. Der Effekt war besonders stark, wenn Beobachter und gestresste Person eine partnerschaftliche Beziehung verband (40 Prozent), aber auch bei völlig fremden Menschen sprang der Stress immerhin noch auf zehn Prozent der Beobachter über. Emotionale Verbundenheit ist demzufolge keine Voraussetzung für empathischen Stress.

Konnten die Zuschauer das Geschehen direkt verfolgen, reagierten 30 Prozent gestresst. Aber auch wenn der Stresstest nur auf dem Bildschirm flimmerte, reichte das aus, um bei 24 Prozent der Beobachter die Kortisol-Spiegel in die Höhe zu treiben. «Das bedeutet, dass selbst Fernsehsendungen, die mich mit dem Leid anderer konfrontieren, den Stress auf mich übertragen können», so Forscherin Veronika Enger. Stress habe damit ein «enormes Ansteckungspotenzial».

Weitere Studien sollen zeigen, wie genau der Stress übertragen wird und was getan werden kann, um seinen negativen Einfluss auf die Gesellschaft zu verringern. Schliesslich ist er ein bedeutender Auslöser von Krankheiten wie Burnout oder Depressionen.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ich am 23.04.2014 00:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und die Medien?

    Da würde ich gerne mal die Studie lesen bzgl. Streß verursacht durch Medien...

  • Bruder Motzi am 23.04.2014 00:26 Report Diesen Beitrag melden

    Völliger Quatsch!!

    Beginnt mich ein Beitrag oder sonst was im TV zu stressen (Werbung zu aller oberst!!!), schalte ich um oder den Fernseher ab.

  • Mike am 23.04.2014 05:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Wenn ich den TV einschalte, kann ich schlafen wie ein Stein, egal was gerade läuft.;)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nene am 23.04.2014 06:48 Report Diesen Beitrag melden

    Ja und nein

    Es gibt eine Krimi Serie (weiss grad nicht wie sie heisst) da musste ich aufhören zu schauen. Die Hauptdarstellerin ist die ganze Zeit am Rennen und immer voll im Stress. Und den Krimi vor dem zu Bett gehen? Nein, kann den nicht mehr schauen. Macht mich Nervös. Es gibt aber auch solche wo ich Einschlafe:-)

  • Mike am 23.04.2014 05:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Wenn ich den TV einschalte, kann ich schlafen wie ein Stein, egal was gerade läuft.;)

  • Ken am 23.04.2014 05:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Feuerabend statt Feierabend

    Stimmt. Wie soll man abschalten wenn der Feierabend in den meisten Wohnzimmern zum Feuerabend der Krimis mutiert. Blut, Tote = Stress und das ist vielen nicht bewusst. Mein TV läuft gerade mal 2-3 Std. wöchentlich, that's it.

  • Ich am 23.04.2014 00:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und die Medien?

    Da würde ich gerne mal die Studie lesen bzgl. Streß verursacht durch Medien...

  • Bruder Motzi am 23.04.2014 00:26 Report Diesen Beitrag melden

    Völliger Quatsch!!

    Beginnt mich ein Beitrag oder sonst was im TV zu stressen (Werbung zu aller oberst!!!), schalte ich um oder den Fernseher ab.