Überraschung

16. Januar 2019 18:31; Akt: 16.01.2019 18:31 Print

Sturm legt Wrack am Strand von Rügen frei

von Fee Riebeling - Ein Unwetter hat an der Ostsee nicht nur einen Meter vom Strand abgetragen, sondern auch dafür gesorgt, dass dieser ein Geheimnis preisgibt.

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Die deutsche Ostseeinsel Rügen ist vor allem für die Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund bekannt. Doch die Sehenswürdigkeit hat Konkurrenz bekommen. Denn am Strand nahe der Gemeinde Glowe im Norden der Insel ist ... ... während starker Stürme ein Schiffswrack aus dem 18. Jahrhundert freigespült worden. Aufgrund der Stürme hatte der Strand nahe der Gemeinde Glowe rund einen Meter an Höhe verloren und dabei sein Geheimnis preisgegeben, teilte der örtliche Tourismusverein mit. Dass es am Strand von Rügen ein Wrack hat, ist seit den 1990er-Jahren bekannt. Damals gab der Strand sein Geheimnis erstmals preis, allerdings nur vorübergehend. Schnell war es wieder von Sand bedeckt und geriet in Vergessenheit – bis nun Teile der Bodenschale sowie ein Stück des Kiels freigespült wurden. Erst im vergangenen April war auf einem Acker der Insel ein Schatz geborgen worden, wie die folgenden Bilder zeigen. In einem Acker auf der Ostseeinsel Rügen sind Archäologen auf einen wertvollen skandinavisch dominierten Silberschatz aus dem späten 10. Jahrhundert und damit aus der Umbruchsepoche von der Wikingerzeit zum Christentum gestossen. Auf einer Fläche von etwa 400 Quadratmetern nahe der Ortschaft Schaprode bargen sie diversen Schmuck und Münzen. Ein Teil des Funds: Vollständiger und zerhackter silberner Ringschmuck und verschiedene Schmuckfragmente als Hacksilber. Ein Ohrring aus Silberblechkapseln mit Fadengranulation (slawische oder skandinavische Werkstatt). Teile des Silberschatzes mit gewendeltem, verschliessbarem Drahtring, Silberperlen mit Granulationsauflage, zerhacktem Silberschmuck, Thorshammeramulett und dänischen sowie ottonischen Münzen. Zusammenstellung von sächsischen, ottonischen, dänischen und byzantinischen Münzen, die teilweise wohl als Anhänger genutzt wurden (durchlocht). Eine Münze aus der Zeit von Harald Blauzahn (936–984); dieser Brakteat war der erste eigenständige Münztyp Dänemarks. Mit einem Silbergewicht von 0,3 Gramm hat er nur einen geringen Silberwert. Bereits in den Jahren 1872 und 1874 war nur wenige Kilometer entfernt der berühmte Hiddenseer Goldschmuck entdeckt worden, der dem Dänenkönig Blauzahn zugeschrieben wird. Hobbyarchäologe René Schön hat den wertvollen Silberschatz des Dänenkönigs Blauzahn zufällig mit seinem Metalldetektor entdeckt. Der als Wikinger geborene Blauzahn gilt als Begründer des dänischen Reichs. Er vereinte das Land, führte das Christentum ein und setzte Reformen durch.

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Das Wetter an der deutschen Küste kann mitunter sehr ungemütlich sein, aber auch Überraschendes zutage fördern. So wie auf der Ostseeinsel Rügen.

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Dort sorgten Wind und Wellen während eines Sturms dafür, dass der Strand im Norden der Insel, nahe der Gemeinde Glowe, stellenweise bis zu einem Meter an Höhe einbüsste. Dadurch wurden die Überreste eines alten Handelsschiffes freigelegt (siehe Bildstrecke oben).

Wie kommt das Wrack an den Strand?

Laut Experten vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Mecklenburg-Vorpommern stammt das Wrack aus dem 18. Jahrhundert. Das Schiff wurde vermutlich in den Niederlanden gebaut. Darauf deuteten Holzproben hin.

Was der Kahn transportiert haben könnte und wohin seine Reise ging, ist allerdings unklar. Auch unter welchen Umständen es gestrandet ist, ist offen. Wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) unter Berufung auf die Chroniken von Glowe schreibt, ist nichts über ein zum Fundort passendes Schiffsunglück vor der Küste Rügens bekannt.

Allerdings verlief dort einst eine stark befahrene Handelsroute. Insgesamt werden in der Region rund 200 Wracks vermutet, so der NDR.

Nicht der erste Fund aus der Vergangenheit

Dass es am Strand von Rügen ein Wrack hat, ist seit den 1990er-Jahren bekannt. Damals gab der Strand sein Geheimnis erstmals preis, allerdings nur vorübergehend. Schnell war es wieder von Sand bedeckt und geriet in Vergessenheit – bis nun Teile der Bodenschale sowie ein Stück des Kiels freigespült wurden.

Erst im vergangenen April hatten ein 13-Jähriger und ein Hobby-Archäologe auf einem Acker der Ostseeinsel einen Schatz entdeckt, von dem ein Teil dem legendären Dänenkönig Harald Blauzahn (910–987) zugeordnet werden konnte.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • klamottenkiste am 16.01.2019 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der finder.

    wird der finder auch so kriminialisiert wie dieser welcher letztes jahr in der schweiz einen schatz fand? aber ich denke die deutschen sind da gescheiter.

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  • Altertumsforscher am 17.01.2019 06:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufwand und Anspruch

    Es erscheint sehr anstössig und unserem Verständnis von Eigentum und Finderrecht zuwider, dass sich ausgerechnet des Staat auch Funde auf privaten Grundstücken gleichsam unter den Nagel reisst. Allerdings bleibt unter dem Strich ein nicht zu widerlegendes Interesse der Öffentlichkeit bestehen: das Interesse an der Erforschung und umfassenden Dokumentation solcher Befunde, dessen Aufwand in der Regel die Möglichkeiten Privater übersteigt.

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  • Knox am 17.01.2019 03:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wühlmäuse

    Jetzt haben die Bäseler wieder einen Grossauftrag an Land geholt!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Runser Caroline Künstlerin am 17.01.2019 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sturm legt Wrack am Strand von Rügen frei

    Das finde ich jetzte eine sehr Intressante Entdeckung auf Rügen Ich Denke Die Leute Waren in Aufbruch Stimmung für in Ein Neues Leben Aufbruchstimmung Und Ein Sturm hatt Ihre Träume Vernichtet Von Einer Neuen Zukunft Aus Der Traum Alle Tod Vermutlich So Schnell können Träume Platzen Ahoi

    • Runser caroline am 17.01.2019 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Runser Caroline Künstlerin

      Die Zwei Die Ihren Daumen nach unten halten jetzte gerade gesehen hat der Einte sicher gerade Schiffbruch Erlitten Schiff Ahoi

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  • Tonto am 17.01.2019 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Artefakt

    Schöne Zapfen-Konstruktion! Schade, dass die Leute darauf rumtrampeln.. Auch wenn es "nur" aus dem 18ten Jahrhundert ist...

  • Altertumsforscher am 17.01.2019 06:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufwand und Anspruch

    Es erscheint sehr anstössig und unserem Verständnis von Eigentum und Finderrecht zuwider, dass sich ausgerechnet des Staat auch Funde auf privaten Grundstücken gleichsam unter den Nagel reisst. Allerdings bleibt unter dem Strich ein nicht zu widerlegendes Interesse der Öffentlichkeit bestehen: das Interesse an der Erforschung und umfassenden Dokumentation solcher Befunde, dessen Aufwand in der Regel die Möglichkeiten Privater übersteigt.

    • meierisli am 17.01.2019 07:26 Report Diesen Beitrag melden

      forschung ist keine religion

      ja da liegen sie richtig. nicht nur die präparation und das ordentliche aufbewahren der fundstücke (es werden ja nicht nur münzen gefunden) ist teuer (metall korridiert bei schlechter lagerung). auch kinder (unsere nachfahren soviel ich weiss!) haben das recht, fundstücke betrachten zu können, anstatt das diese privat auf einem estrich vergammeln.. in diesem sinne: hoffentlich lernen wir aus unserer geschichte, zum wohle des universums.

    • Nachbar am 17.01.2019 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Altertumsforscher

      Schöne Theorie. In der Praxis ist es oft anders. Das seltene Fundstück wird unter Polizeischutz abgeholt, verschwindet im riesigen Lager eines Museums und später ist es unauffindbar verschwunden. Selber beobachtet.

    • leser am 17.01.2019 11:02 Report Diesen Beitrag melden

      Aussagekraft

      Ihre blumige Redensart kann dennoch nicht über die Sinnhaftigkeit und Relevanz des Inhalts hinwegtäuschen. Denn der Strand der Insel Rügen ist weder Privatgrundstück, noch reisst sich "der Staat" etwas unter den Nagel oder will den Fundkontext (was Sie als "Befund" bezeichnen) verschweigen. Neben der "Altertumsforschung" empfehle ich dringend, sich mit der Gesellschaftsform und -ordnung "Staat" auseinander zu setzen.

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  • Knox am 17.01.2019 03:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wühlmäuse

    Jetzt haben die Bäseler wieder einen Grossauftrag an Land geholt!

  • p.s. am 16.01.2019 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mich intressiert eher...

    Was is denn de plunder denn so wert ;)

    • Inkgonito Spastiko am 16.01.2019 22:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @p.s.

      Meistens Geld oder wollen Sie es in Kinderschokolade haben?

    • Eidgenossin am 17.01.2019 07:01 Report Diesen Beitrag melden

      @p.s

      Dies ist kein Plunder! Wenn Sie das Thema nicht interessiert,dann lassen Sie das kommentieren,es nervt!

    • Analyst am 17.01.2019 15:30 Report Diesen Beitrag melden

      Für Forscher ein Schatz

      Das ist kein Geldwerter Fund der in Franken beziffert werden kann.Es dient eher der Forschung und erkundet die Schifffahrt des 18 Jahunderts,was sehr spannend sein kann.

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