Plastik-Abfall

16. Mai 2017 15:11; Akt: 31.08.2017 10:33 Print

Südsee-Insel mit 37 Mio Plastikteilen zugemüllt

Die winzige Henderson-Insel ist mehr als 5000 Kilometer von der nächsten grösseren Ortschaft entfernt. Trotzdem gibt es nirgends mehr Abfall als hier.

Aufnahmen vom Strand von Henderson Island. (Video: Storyful)
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Mitten im Südpazifik liegt Henderson-Island. Die unbewohnte Insel wird, wenn es hochkommt, alle fünf bis zehn Jahre einmal von Wissenschaftlern besucht. Trotzdem hat der Mensch unübersehbare Spuren an den Ufern des Eilands hinterlassen: Die Strände sind über und über mit Plastikteilen bedeckt.

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Einer neuen Studie der Universität von Tasmanien zufolge liegen dort 671 Plastikteile pro Quadratmeter. Das ist die höchste Dichte, die jemals aufgezeichnet wurde. Auf die ganze Insel hochgerechnet macht das 37 Millionen Plastikteile. Von einer unberührten Idylle inmitten eines unbewohnten Atolls ist hier gar nichts mehr übrig.

3750 neu Teile pro Tag

Die Hauptautorin der Studie, Jennifer Lavers, sagt dazu: «Was hier auf Henderson Island passiert ist, zeigt, dass man der Plastikverschmutzung nicht einmal in den entferntesten Regionen der Welt entgehen kann.»

«Basierend auf unseren Proben von fünf Stellen auf der Insel haben wir ausgerechnet, dass sich über 17 Tonnen Plastikmüll auf der Insel abgelagert haben und täglich 3750 neue Teile angeschwemmt werden», so Lavers weiter. Henderson ist eine der vier Pitcairn-Inseln und liegt innerhalb des südpazifischen Wirbels, was erklärt, weshalb so viel Plastikmüll aus dem Meer seinen Weg an deren Strand findet.

Noch mehr Müll

Das Ausmass der Verschmutzung könnte sogar noch grösser sein. Die Forscher konnten nur die Strände, nicht aber die felsigen Küstengebiete untersuchen. Registriert wurden zudem nur Teile grösser als 2 Millimeter bis in eine Tiefe von 10 Zentimetern, wie sie in den «Proceedings of the National Academy of Sciences» schreiben.

Im Rahmen ihrer dreimonatigen Feldforschung sammelten die Wissenschaftler 53'000 Plastikteile, deren Herkunft sie auf 24 Länder zurückverfolgen konnten. Laut Lavers kann das Problem nur gelöst werden, wenn die Plastikproduktion reduziert wird. Das dürfte allerdings schwierig werden. Zurzeit werden pro Jahr 300 Millionen Tonnen Plastik produziert – sechsmal mehr als in den 1970er-Jahren.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mann aka Jeremy am 16.05.2017 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der Plastikmüll stammt sicher

    nicht aus Europa, aber solange Indien und Asien ihren Abfall in die Flüsse schmeißt, wird sich daran nichts ändern.

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  • Leser am 16.05.2017 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Asien

    Als ich in Asien gewesen bin, war ich entsetzt, wieviel Müll da einfach in die Flüsse und Meere geworfen wird. Manche Strände sahen da ähnlich aus. Die machen sich da wohl (noch) nicht viel aus Umwelt. Ist anderswo vermutlich ähnlich.

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  • Martin am 16.05.2017 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Touristen Dreck

    Dann würde ich mal schauen, dass die ganzen Kreuzfahrtdampfer ihren Abfall nicht einfach ins Meer kippen. Klar wird das immer mehr! Es landet auch anderes als Plastik im Meer. Nur schwimmt das nicht oben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • PROLLTRASH am 17.05.2017 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ihr wund3rt euch?

    schockiert niemanden. andere länder wissen kaum was über wiederverwertung. woher auch...

  • Insel am 17.05.2017 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Henderson Island

    Dabei ist die Insel ein Naturreservat und gehört zum UNESCO Welterbe. Oh mann. :(

  • fastreader am 17.05.2017 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die anderen

    Es sind immer die anderen, hm? Wieso besagt jeder zweite Kommentar hier: das kommt aus Asien, oder: das sind die Kreuzfahrtschiffe? Wir selbst verbrauchen auch zu viel Plastik. Und woher stammen wohl unsere Tüten? Doch nicht evtl. aus Asien, wo die Fabrikabfälle dann ins Meer gekippt werden. Es ist sehr leicht, jemand anderem die Schuld zu geben, wäre für uns ja viel zu mühsam, unseren eigenen Lebensstil um 5cm zu verschieben.

    • PROLLTRASH am 17.05.2017 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @fastreader

      unser plastik landet aber nicht im meer. das ist ein wesentlicher untersxhied. solange ein hoher prozentsatz rezykliert wird ist es vertretbar plastik zu produzieren und zu verwenden. vermutlich ist der abfall der schweiz in gewässern nicht mal im promille bereich...

    • fastreader am 17.05.2017 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @PROLLTRASH

      Plastikmüll ist aber nicht einfach ein Schweizer Problem, sondern ein weltweites. Natürlich wird bei uns verantwortungsvoller damit umgegangen. Wir sind aber immer noch der Grund für eine riesige Menge Plastik die produziert und zwangsweise auch halt im Meer landet.

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  • eine Rentnerin am 17.05.2017 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Bali (Kuta-Beach) war kaum besser

    Erinnert mich an die Kuta-Beach auf Bali bei meinem Besuch vor etwa fünf Jahren. Ich hätte dort nicht mal meine Zehen ins Wasser halten wollen, ohne Strandschuhe wäre die Verletzungsgefahr auch beim Strandspaziergang zu gross gewesen. Bis heute auch unerklärlich, weshalb sich während Tagen niemand mit der Beseitigung des Mülls befasste, weder die Vermieter von Liegestühlen noch die Betreiber der kleinen Restaurants. Habe in den letzten Jahren auch nirgendwo sonst so viel verbrannte (ehemals weisse) Haut gesehen.

  • benny am 17.05.2017 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind es.

    Jetzt kommen die linken und die Baumkuschler: die Schweizer sind Schuld! Wir werfen natürlich immer unseren Abfalls ins Meer.