Hochansteckend

20. Januar 2019 21:39; Akt: 20.01.2019 21:39 Print

Wieso Tasmanische Teufel Krebs weitergeben können

Anders als Menschen können Beutelteufel Krebserkrankungen weitergeben. Erst jetzt können Forscher den Mechanismus dahinter erklären.

So stecken sich Tasmanische Teufel gegenseitig an. (Video: Universität Wien/CeMM GmbH)
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Normalerweise können Krebstumore nur in dem Organismus wuchern, aus dessen Zellen sie entstanden sind – auch beim Menschen (siehe Box 1).

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Anders beim Tasmanischen Teufel (Sarcophilus harrisii), der heute nur noch in Tasmanien – einer Insel ungefähr 240 Kilometer südlich des australischen Festlands – anzutreffen ist. Unter den Tieren breitet sich seit rund 20 Jahren die hochansteckende Krebserkrankung Devil Facial Tumour Disease (DFTD, siehe Box 2) aus. Schätzungen zufolge sind bereits rund 90 Prozent der wild lebenden Tiere davon betroffen. Tendenz steigend.

Jahrzehnte altes Rätsel gelöst

Übertragen wird DFTD durch Bisse, die in der Paarungszeit oder bei Kämpfen um Nahrung recht häufig vorkommen (siehe Bildstrecke). Dabei gelangen einzelne Krebszellen auf den Partner oder Gegner und können sich dort ansiedeln (siehe Bildstrecke unten).

Wie dieser Krebs ansteckend wurde, und wodurch er dem Immunsystem seiner ansonsten gesunden Empfänger entkommt, war bislang völlig unklar. Doch nun bringen Wissenschaftler um Andreas Bergthaler vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (CeMM) Licht ins Dunkel.

Umbau von Zellen

Im Fachjournal «Cancer Cell» berichten sie davon, dass bestimmte Rezeptormoleküle auf der Oberfläche der Krebszellen, die sogenannten ERBB-Rezeptoren, eine ungewöhnlich hohe Aktivität aufweisen. Diese Rezeptoren senden Signale an das Zellinnere, die über STAT3 genannte Proteine Einfluss auf das Erbgut der Zelle nehmen.

In der Folge komme zu es zu einem regelrechten Umbau der Zelle: Die Anzahl der Moleküle, die dem Immunsystem zur Erkennung der Zelle dienen, wird reduziert, während sich gleichzeitig die Zellteilung beschleunigt und Faktoren für die Metastasierung der Tumorzellen verstärkt produziert werden.

Erkenntnisse auch für den Menschen relevant

Nachdem der Mechanismus entschlüsselt war, schalteten die Forscher die ERBB-Rezeptoren aus. So gelang es ihnen, die Krebszellen mithilfe eines Medikaments erfolgreich zu töten. «Dies könnte eine wichtige Rolle spielen, um diesen übertragbaren Tumor zu behandeln, bevor der Tasmanische Teufel vollständig ausgerottet wird», so Bergthalers Kollegin Lindsay Kosack in einer Mitteilung.

Doch auch für den Menschen können die neuen Erkenntnisse dereinst einmal relevant werden. «99,1 Prozent des STAT3-Proteins vom Tasmanischen Teufel sind mit dem des Menschen identisch», so Bergthaler. Zudem seien viele der Gene, die von STAT3 in den Tieren aktiviert werden, auch in menschlichen Krebsarten aktiv.

Dass auch menschliche Krebserkrankungen künftig ansteckend werden könnten, hält Bergthaler jedoch für unwahrscheinlich, wenngleich er es nicht völlig ausschliesst. Abgesehen von den entsprechenden molekularen Mechanismen, die dafür entstehen müssten, sei die Menschheit genetisch viel durchmischter und daher widerstandsfähiger als die abgeschiedene Population von Beutelteufeln in Tasmanien.

Der Tasmanische Teufel kämpft ums Überleben

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Teufelchen am 20.01.2019 21:54 Report Diesen Beitrag melden

    Schützenswert

    Wundervolle Tiere, die nun ganz dringend unsere Hilfe und unseren Schutz benötigen. Es gibt Zuchtprogramme mit gesunden Tieren, damit diese Art nicht aussterben wird. Meine Spenden gehen regelmässig da hin.

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  • Lukas am 21.01.2019 01:36 Report Diesen Beitrag melden

    Die Forschung schreitet voran

    Wenn auch auf ungewöhnlichen Pfaden. Ich hoffe man findet dadurch vielleicht einen Ansatz, den Krebs beim Menschen besser bekämfpen zu können.

  • Stefan Meier am 21.01.2019 00:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Freund

    Den tasmanischen Teufel kenne ich nicht, aber mein Freund sagt, er sei mit ihr verheiratet. ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • DanDan am 21.01.2019 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Waffentestinsel, Gefangenlager

    Australlien hat schon so viele Atombomben abbekommen da verwunders doch einem nicht das es viele Mutationen von allen Arten gibt!. Die verseuchten Gebiete wurden deshalbt von Menschen gemieden und so konnte die Natur sich selber entfallten. Jetzt heisst es Naturschutzgebiet......

  • Tierfreund am 21.01.2019 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wie Precht schon sagte..

    Es gibt 2 Kategorien von Tieren. Die eine glaubt, dass es 2 Kategorien von Tieren gibt und die andere hat darunter zu leiden.

  • mijo am 21.01.2019 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Natur wird wie immer ignoriert

    hat sich noch niemand überlegt das die Natur das so will???? So viel zu den Naturschützern.....

  • Desmodus am 21.01.2019 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch ist der Krebs

    Meist steckt der Mensch dahinter; niemand weiss, was alles für Experimente gemacht werden. Den Tasmanischen Tiger hat ja man auch zum Aussterben gebracht.

  • Glüngi am 21.01.2019 08:00 Report Diesen Beitrag melden

    Noch mehr Menschen? Nein danke

    Wollt ihr echt ein Mittel gegen Krebs? Damit es noch mehr Menschen gibt, die den Planeten zerstören? Esst gesund und setzt euch nicht unnötig krebsfördernden Einflüssen aus. Das hilft gegen Krebs und schont meist auch die Natur! Entdeckt euer spirituelles Ich, dann schwindet auch die Angst vor dem Tod.

    • MTossi am 21.01.2019 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Glüngi

      Ich finde deine Aussage sehr pietätlos gegenüber allen die einen lieben Menschen wegen Krebs verloren haben, manchmal schadet es nicht vor dem Schreiben zu denken

    • Glüngi am 21.01.2019 09:05 Report Diesen Beitrag melden

      @MTossi

      Habe selbst schon 4 nahestehende Menschen daran verloren. So spielt das Leben mein Lieber.

    • Peter am 21.01.2019 09:49 Report Diesen Beitrag melden

      @Glüngi

      Nun ja die waren ja alle selber schuld gemäss ihrer Aussage.

    • MTossi am 21.01.2019 09:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Glüngi

      Tut mir sehr leid , umso mehr solltest du Empathie diesbezüglich haben..aber anscheinend stehst du über dem allem!!

    • G. Anders am 21.01.2019 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Glüngi

      Denk daran Glüngi, morgen kann es schon ganz anders sein als heute. Auch bei dir.

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