Fünf-Tonnen-Saurier

06. März 2014 09:30; Akt: 06.03.2014 09:36 Print

Teile von Riesen-Dino identifiziert

Seine Reisszähne waren doppelt so lang, wie die des Weissen Hais. Forscher haben sie nun zugeordnet: Sie gehörten dem grössten Landraubsaurier, der je in Europa gefunden wurde.

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Fragmente des wohl grössten bisher in Europa gefundenen Landraubsauriers haben Paläontologen in Portugal identifiziert. Der Torvosaurus gurneyi wurde bis zu zehn Meter lang und wog vier bis fünf Tonnen, berichten die Forscher im Fachjournal «PLOS One» nach einer umfassenden Analyse der Überreste.

Er sei einer der grössten Landräuber seiner Zeit gewesen, so die Forscher: «Die Länge der Zähne verrät uns, dass er vor allem grössere Saurier gejagt hat.» Die auch in Nordamerika nachgewiesene Sauriergruppe lebte im Oberjura vor etwa 150 Millionen Jahren.

Alter Bekannter
Erste Torvosaurus-Fossilien waren 1972 in der Morrison-Formation im US-Bundesstaat Colorado gefunden worden. Die Dinos waren sicher keine angenehmen Zeitgenossen – ihr wissenschaftlicher Name bedeutet «wilde Echse».

Christophe Hendrickx und Octavio Mateus von der Universidade Nova de Lisboa hatten nun Kieferfragmente näher untersucht, die vor einigen Jahren nahe der portugiesischen Kleinstadt Lourinha entdeckt worden waren. Mit zehn Zentimetern waren die Reisszähne des Dinos doppelt so lang wie die eines Weissen Hais, schreiben die Forscher.

Verwandter in Nordamerika
Grosse Ähnlichkeiten gab es zu Torvosaurus tanneri aus Nordamerika, so dass die Fragmente zunächst dieser Art zugeordnet worden waren. Einige Merkmale liessen jedoch auf eine eigene Art schliessen, schreiben die Forscher nun nach einer vergleichenden Analyse.

So weise der in Portugal gefundene Kiefer weniger als elf Zähne auf. Fossilien seiner amerikanischen Verwandten hätten dagegen meistens elf oder mehr. Weitere Unterschiede gab es bei der Knochenstruktur des Oberkiefers.

Die grosse Ähnlichkeit zwischen Torvosaurus tanneri und gurneyi werten die Forscher als Hinweis auf einen Vikariismus, also evolutionäre Parallelentwicklung nahe verwandter Arten bei räumlicher Trennung – in diesem Fall durch den frühen Atlantik.

Mit einer Schädellänge von gut einem Meter sei Torvosaurus gurneyi zwar kleiner als Tyrannosaurus, Carcharodontosaurus und Giganotosaurus gewesen, aber sicher einer der grössten an Land lebenden Fleischfresser seiner Epoche.

Die Paläontologen hoffen nun, weitere Funde wie Oberschenkelknochen, Schienbein und embryonales Material der Raubsaurierart zuordnen zu können. Lourinha gilt als eine der wichtigsten europäischen Fundstellen für Saurier aus der Jura-Zeit.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Antonio Giovenni am 06.03.2014 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Immer wieder Faszinierend

    was die Natur mit vielen Zufällen erhalten hat und wieviele Zufälle es braucht solch fantastische Sachen zu finden.

  • M.S. am 06.03.2014 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Schaden

    Total verrückt, dass einst auf dieser Welt diese faszinierenden Kolosse gelebt haben und die Erde frei von Menschen war.........irgendwann mal wird ja wohl auch die Menschheit nicht mehr existieren und wie die Dinos verschwinden. Nur dass die Menschheit einen viel grösseren Schaden hinterlassen wird.

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  • Severin Lüscher am 06.03.2014 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    "nicht viel grösser"

    "Viel grösser als ein Mensch war der Torvosaurus gurneyi nicht." Lol? 10m lang und 4t schwer? Daneben ein 1.8m/75kg Mensch? Das Teil ist länger als meine Wohnung. Der hätte uns zum Brunch gefressen und abends schon wieder Hunger gehabt :D

Die neusten Leser-Kommentare

  • Severin Lüscher am 06.03.2014 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    "nicht viel grösser"

    "Viel grösser als ein Mensch war der Torvosaurus gurneyi nicht." Lol? 10m lang und 4t schwer? Daneben ein 1.8m/75kg Mensch? Das Teil ist länger als meine Wohnung. Der hätte uns zum Brunch gefressen und abends schon wieder Hunger gehabt :D

  • M.S. am 06.03.2014 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Schaden

    Total verrückt, dass einst auf dieser Welt diese faszinierenden Kolosse gelebt haben und die Erde frei von Menschen war.........irgendwann mal wird ja wohl auch die Menschheit nicht mehr existieren und wie die Dinos verschwinden. Nur dass die Menschheit einen viel grösseren Schaden hinterlassen wird.

    • Klugscheisser am 06.03.2014 20:19 Report Diesen Beitrag melden

      Leise rieselt die Ziet

      Der Natur ist das egal, sie hat Zeit. Ein paar Jahrtausende nach dem Ende der Menschheit wird kaum noch etwas von unserer Existenz zeugen können, nicht mal die Pyramiden von Gizeh. Und da vermutlich ein 10km-Brocken aus dem All die Dinos weggefegt hat, denke ich, dass die Schäden auch nicht gerade gering waren ;)

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  • Thomas M. am 06.03.2014 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Zweifel

    Und wieder mal wird auf Grund eines einzelnen Zahnes auf das Aussehen des ganzen Tieres geschlossen. Errinert mich an die ganzen Fälschungen bezüglich Ur-Menschen wo von einem Schienbeinknochen auf den Rest des Menschen geschlossen wurde...

  • Antonio Giovenni am 06.03.2014 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Immer wieder Faszinierend

    was die Natur mit vielen Zufällen erhalten hat und wieviele Zufälle es braucht solch fantastische Sachen zu finden.

  • Bender am 06.03.2014 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haifisch=Raubkatze?

    Haifische haben mehrere Reihen von Schneidezähnen, keine Reisszähne. Unsinniger Vergleich.