Canyon im Eis

19. Dezember 2019 11:42; Akt: 19.12.2019 11:45 Print

Tiefste Schlucht der Erde liegt unter der Antarktis

Bisher galt das Tote Meer als tiefster Ort auf einem Kontinent. Doch eine Schlucht in der Antarktis ragt noch viel weiter in die Tiefe, wie Forscher nun zeigen.

Die tiefste Schlucht der Erde ist unter dem Denman-Gletscher verborgen. (Video: Youtube/Mathieu Morlighem UCI/Peter Fretwell BAS)
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Der tiefste Ort der Erde an Land liegt nicht wie bisher gedacht im Nahen Osten, sondern in der Ostantarktis unter dem Denman-Gletscher (siehe Bildstrecke). Das berichten Forscher im Fachjournal «Nature Geoscience».

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Bis zur Entdeckung des Teams um den Glaziologen Mathieu Morlighem hatte ein Punkt am Ufer des Toten Meeres als Rekordhalter gegolten. Dieser liegt 413 Meter unter dem Meeresspiegel. Der nun identifizierte tiefste Ort der Welt liegt weit darunter.

«Unseren Berechnungen zufolge reicht der Canyon bis in eine Tiefe von 3500 Metern unter dem Meeresspiegel», so Morlighem gemäss Mitteilung. Nur in den Weltmeeren seien die Gräben noch tiefer.

Genaueste Kartierung der antarktischen Topografie

Die Erkenntnis wurde im Rahmen des sogenannten BedMachine-Antarctica-Projekts gewonnen.

In diesem analysierten die Forscher während sechs Jahren Millionen Radardaten von Satelliten und Messflugzeugen. Zudem werteten sie Schwerefeldmessungen und seismologische Daten aus. Auch Daten zur Eismasse und -bewegung wurden berücksichtigt. So entstand laut den Wissenschaftlern «die bis dato detaillierteste topografische Karte der Antarktis».

Aussagen über Zukunft der Antarktis

Mithilfe dieser könnten Morlighem und seine Kollegen auch abschätzen, welche Regionen am sensibelsten auf den Klimawandel reagieren werden, teilt die Hochschule mit.

Die neuen Analysen zeigten beispielsweise, dass unter einigen Gletschern hohe Kämme liegen, die die Eismassen zurückhalten.
In anderen Regionen fehlen sie oder es gibt nur wenige, sodass die Eismassen dort schneller ins Rutschen geraten. Das ist etwa bei den beiden grössten Gletschern der Westantarktis der Fall: dem Thwaites-Gletscher und dem Pine-Island-Gletscher. Letzterer war in den letzten Jahren häufiger in den Medien, da immer wieder riesige Eisberge von ihm abbrachen.

Das neue Wissen könnte laut den Wissenschaftlern helfen, den kommenden Eisverlust abzuschätzen und damit auch dessen Auswirkung auf den Meeresspiegel.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dave der Denker am 19.12.2019 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Das zählt nicht...

    Da das "Land" unter 3Km Eis liegt, zählt das doch eigentlich nicht als "trocken". Zumal bei einer Gletscherschmelze sicher Wasser in dieser Schlucht verbleiben und somit auch wieder nicht als Land zählen würde.

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  • Hmm... am 19.12.2019 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also falls dort irgendwann mal...

    ...alles Eis abgeschmolzen ist, dann wird dies entweder vom Meer geflutet, oder aber, es wird zum tiefsten Süsswassersee der Welt. Der See wäre ein Rekord mit 3500 Metern Tiefe ! So wie es im Filmli aussieht, ist es von der Lage her jedoch wahrscheinlicher, dass die Schlucht vom Meer geflutet wird, wo es 3x tiefere Gräben gibt.

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  • Nein Sagerin am 19.12.2019 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    FakeNews

    1. Dies ist keine "Schlucht" sondern ein Tal: bei ca. 15 km Tal-Breite und einer Tiefe von etwa 4 km kann man wahrlich nicht von einer Schlucht reden). 2. Die Tiefe ist nicht wirklich aufgeschlossen, die Messdaten erreichen einfach nicht die Tiefe (sondern weniger als 1 km unter Eis). Darunter ist alles möglich - flacher als auch tiefer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • F.R. am 22.12.2019 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Halb so schlimm

    Der Antarktis wird niemals Eisfrei sein, so weit steigen die Temperaturen nicht dafür müsste die mittlere Jahrestemperatur im Plusbereich liegen, so weit kommt es nicht, klar ein grosser Teil wird verschwinden aber nicht alles. Die position vom Kontinent hat sich durch die Tektonische Verschiebungen geändert, es gibt z.B. Kohle, dies ist ein Beweis dass es einmal (Sub) tropisch war, Antarktika ist nach Süden gewandert und Indien nach Norden. Nehmen wir an das große Teilen einmal Eisfrei sein werden gibt dass neue Siedlungsgebiete für die Inselstaaten die verschwinden.

  • Ganjaflash am 21.12.2019 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • coldasgold am 20.12.2019 21:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da wohnen Leute

    I tell you ;)

  • Bärgbur am 20.12.2019 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine Frage....

    der Canon wird sich in absehbarer Zeit mit Wasser auffüllen !

  • Hu Hu am 19.12.2019 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    spannend

    Was sich dort unten wohl für Kreaturen tummeln? Schauder oder Entzücken... Werden wir es je wissen? Müssen/wollen/sollen wir das?

    • Flitzpiepe am 20.12.2019 06:52 Report Diesen Beitrag melden

      @ Hu Hu

      Die Anhänger der Präastronautik vermuten dort schon lange eine geheime Basis ausserirdischer Besucher....

    • Bölimaa am 20.12.2019 07:58 Report Diesen Beitrag melden

      @Flitzepiepe

      Die Anhänger der Präastronautik sind auch allesamt nicht mit viel Intelligenz gesegnet. Gläubige, die sämtliche Tatsachen ausblenden, zugunsten ihrer Hirngespinste.

    • Konfuzius am 20.12.2019 14:13 Report Diesen Beitrag melden

      @ Bölimaa

      Wer andersdenkende sofort als zu wenig Intelligent abstempelt, der sollte wohl selber über die Bücher gehen! Denn es gibt sehr sehr vieles das wir bis heute weder Wissen noch verstehen..sogar viele Formeln vom Mathematiker Srinivasa Ramanujan können wir selbst heute nach fast 100 Jahren noch immer nicht verstehen...einige davon konnten wir erst in den letzten Jahren beweisen! Wie konfuzius schon gesagt hat: Dummheit ist nicht «wenig wissen», auch nicht «wenig wissen wollen», Dummheit ist «glauben, genug zu wissen».

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