Europäische Wildkatze

03. Januar 2020 14:52; Akt: 03.01.2020 14:52 Print

Tier des Jahres hat eine Schwäche für Baldrian

Die Europäische Wildkatze stand einst kurz vor ihrer Ausrottung. Mittlerweile gibt es wieder mehr Exemplare. Dennoch droht ihr weiter Gefahr.

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Die Europäische Wildkatze ist das Tier des Jahres 2020. Die «elegante Jägerin» ist gemäss der Umweltorganisation Pro Natura einst der Ausrottung nahe gewesen. Heute breitet sie sich wieder aus. Ganz gerettet ist das Tier jedoch noch nicht.

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Pro Natura hat die Wildkatze zur Botschafterin für wilde Wälder und vielfältige Kulturlandschaften erkoren, wie die Organisation am Freitag mitteilte. Die Tiere seien in den ausgedehnten Wäldern und Wiesen der Jurakette zuhause. Der lateinische Name «Felis silvestris» bedeute «Waldkatze» - stille Wälder mit vielfältigen Strukturen seien der ursprüngliche Lebensraum der Wildkatze.

Mit Baldrian angelockt

Wildkatzen sind Einzelgängerinnen und bewohnen Reviere von jeweils einigen Quadratkilometern Grösse. Sie paaren sich jeweils in den ersten drei Monaten eines Jahres. Gut zwei Monate später wirft das Weibchen zwei bis fünf Junge. Es zieht die Jungtiere alleine auf und sorgt dafür, dass diese im Herbst selbstständig sind.

Über die Tiere war vor rund zehn Jahren wenig bekannt, wie Pro Natura in der Mitteilung erklärt. Findige Forscher machten sich dann die Schwäche der Katzen zu Nutze: den Baldrianduft. Die Forscher steckten rohe Dachlatten, die mit Baldrian besprüht worden waren, in den Wald. Vorbeiziehende Katzen rieben sich an den Latten, um ihre Duftmarken zu setzen, wobei sie Haare zurückliessen.
Die Forschenden untersuchten diese Haare anschliessend mit Methoden der Genanalyse und zogen so Rückschlüsse auf die Tiere. Damit wurde das systematische Wildkatzenmonitoring möglich.

Gefahr von Paarung mit Hauskatzen

Die neusten Erkenntnisse zeigen gemäss Pro Natura, dass die Wildkatzen in der Schweiz auch ausserhalb der Wälder zurechtkommen, sofern genügend Verstecke und Wanderkorridore vorhanden sind. Die Chancen stünden daher gut, dass sich die Wildkatze vom Jura über das Mittelland bis in die Voralpen ausbreite, schreibt Pro Natura.

Allerdings seien die Tiere auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den Hauskatzen angewiesen. Diese seien zwar mit der Europäischen Wildkatze verwandt, stammten aber von der afrikanisch-asiatischen Wildkatze ab. Weil sich Wild- und Hauskatzen untereinander paaren könnten, bestehe die Gefahr einer Vermischung.

(vro/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani am 03.01.2020 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Baldrian ist Beruhigend

    Nicht nur Wildkatzen lieben Baldrian, auch unsere Stubentiger sind wild darauf.

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  • für Schulkinder der Zwergschule d a s am 03.01.2020 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Erlebnis!Felis silvestris silvestris

    Ich mag alle Wildtiere und habe grossen Resp3kt, ob sie klein oder gross sind. Eine Wildkatze sah ich vor über 65 Jahren. Unser Grundschullehrer wusste wo sie heimisch ist und nahm uns auf Beobachtungstour mit. Es war damals in der Region Württemberg nähe des Limes.

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  • Gernot am 03.01.2020 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Katzenklo macht die Katze froh...

    "Ist die Katze gesund freut sich der Mensch" Danke, es sind wunderschöne Aufnahmen dieses wunderschönen Tieres. Nr. 5 hätte ich gerne als Poster. Ich hab "Jöööö" gedrück obwohl es nicht der richtige Ausdruck ist ich bin kein "Jööööh wie Herzig" Typ. --- Ist die Katze gesund freut sich der Mensch, weil sie ihm die Parasiten vom Leibe hält. So gesehen häte ich gerne etwas mehr besonders grosse Raubkatzen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 05.01.2020 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön und intelligent,

    einzigartige Geschöpfe.

  • Wild Katze am 05.01.2020 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wunderschönes Tier

    Möglichst alle Hauskatzen kastrieren und sterilisieren ist schon mal ein wichtiger Anfang. Auch Züchter sollten nicht einfach weiterzüchten, was das Zeug hält, nur weil es Geld bringt. Eine Rassekatze hat ausser dem Rassebonus nicht mehr wert oder Lebensrecht als einfach ein Basterli aus dem Heim. Solche Büsi hat es noch Jahrzehnte... Menschen sind übrigens gottlob auch nicht "reinrassig"... Was nicht geht, dauernd die versteckte Forderung, dass Katzen nicht mehr nach draussen dürften... Dies ist Tierquälerei.

  • Ganjaflash am 04.01.2020 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • MadChengi am 04.01.2020 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Schlafmittel par Excellence

    Mexikanischer Baldrian (gibt's in Apotheken) ist der Hammer als sanftes Schlafmittel, total natürlich unschädlich und ohne Nebenwirkungen! Du schlummerst weg wie ein Kätzchen; schnurrrr, zzzzzzz - Gute Nacht und schöne Träume.

  • Bölimaa am 04.01.2020 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Frage wurde schon beantwortet

    Ich kenne einen Wildbiologen, der hat vor 25 Jahren, in der Lüneburger Heide, eine ähnliche Studie gemacht und dabei festgestellt, dass sich Wildkatzen nicht mit Hauskatzen paaren. Auch wenn diese die selben Reviere teilen.

    • Daniel am 04.01.2020 14:03 Report Diesen Beitrag melden

      Leider nicht richtig

      Das wäre schön, wenn das wahr wäre. Leider ist dem nicht so.

    • Carla am 05.01.2020 22:36 Report Diesen Beitrag melden

      Mit etwas Gewalt

      lässt sich alles zusammen paaren. Aber nicht alles kann alles befruchten.

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