Sie überträgt Dengue

21. November 2013 10:28; Akt: 21.11.2013 13:42 Print

Tigermücken-Eier nördlich der Alpen nachgewiesen

Jetzt ist klar: Die Tigermücke, die das Dengue-Fieber übertragen kann, lebt seit Kurzem auch nördlich der Alpen. Allerdings dürfte das Insekt den Winter kaum überleben.

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Leser-Reporter haben die Tigermücke bereits im August gemeldet. Jetzt bestätigt das BAG, dass die Stechmücke die Alpen überquert hat.

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Was bereits im August vermutet wurde, ist jetzt nachgewiesen: Die Tigermücke hat die Alpen überquert. Erstmals sind Eier des Insekts in der Schweiz nördlich der Alpen nachgewiesen worden. Der Bund startet nun ein nationales Programm zur Überwachung der Tigermücke.

Im Tessin hat sich die Tigermücke schon vor Jahren angesiedelt. Erstmals war sie dort im Jahr 2003 nachgewiesen worden. Nun haben Experten des Bundes nördlich der Alpen Eier gefunden, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) am Donnerstag mitteilte. Eine Population von Tigermücken konnte sich aber nicht etablieren. Ausserdem würden die Tiere den Winter nördlich der Alpen wohl nicht überleben.

Dennoch will der Bund handeln: Ein nationales Programm in Zusammenarbeit mit den Kantonen soll ab kommendem Jahr gewährleisten, dass ein allfälliges Einwandern der Tigermücke möglichst früh erkannt wird, damit die betroffenen Kantone rechtzeitig Massnahmen ergreifen können.

Überträgerin von Krankheiten

Die Überwachung der Tigermücke sei angezeigt, weil diese tropische Krankheiten übertragen könne, schreibt das BAFU. Die Tigermücke stammt aus den tropischen Waldgebieten Südostasiens und hat sich von dort aus weltweit ausgebreitet. Sie kann menschliche Krankheiten übertragen, die bisher in der Schweiz nicht vorgekommen sind, insbesondere das Chikungunya-Fieber.

Nach heutigem Wissensstand sind die in der Schweiz vorkommenden Populationen der Tigermücke jedoch nicht mit diesem Virus infiziert. Die bisher verzeichneten Fälle von Chikungunya-Fieber seien auf Reisen zurückzuführen, heisst es in der Mitteilung des BAFU.

Im Lastwagen gereist

Entdeckt wurden die Eier im Rahmen eines Monitoring-Programms im Sommer an den Raststätten Gotthard (UR), Heidiland (SG) und Grauholz (BE). Das BAFU geht davon aus, das einzelne Tigermücken in Autos oder Lastwagen dorthin gelangt waren. Sofortige Nachkontrollen hätten keine Hinweise auf flugfähige Tigermücken ergeben.

Für das Monitoring hatten die Forscher an insgesamt 30 Standorten Mückenfallen aufgestellt, vorwiegend an Autobahnraststätten, Flughäfen und in den Rheinhäfen. Es war das erste Mal, dass das BAFU auch nördlich der Alpen ein Tigermücken-Monitoring durchführen liess.

Oft mit Buschmücke verwechselt

Im Tessin wird die Mücke systematisch bekämpft. Um die Population auf möglichst niedrigem Niveau zu halten, wird stehendes Wasser wenn möglich verhindert und während der Brutzeit mit Insektiziden versetzt, sobald die kantonalen Experten Mückeneier finden. Die Massnahmen sind laut dem BAFU erfolgreich. Im italienischen Grenzgebiet sei die Dichte der Population deutlich höher.

Das BAFU prüft auch Hinweise aus der Bevölkerung. Oft wird die Tigermücke indes verwechselt: Bei keinem der 2013 gemeldeten Tiere habe es sich um eine Tigermücke gehandelt, schreibt das Bundesamt. Mehrheitlich sei die Asiatische Buschmücke gemeldet worden, die im Schweizer Mittelland bereits weit verbreitet sei. Diese sehe der Tigermücke äusserst ähnlich und weise ein aggressives Stechverhalten auf. Nach heutigem Wissensstand sei sie als potenzielle Virenträgerin jedoch weit weniger gefährlich als die Tigermücke.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mister Gabriel am 21.11.2013 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Achtung!

    Mir gibt der Apple-Kleber auf dem Acer-Notebook zu denken :)

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  • Stephan H. am 21.11.2013 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Lüftungs-Nester..!!!

    Bei mir kommen sie schon aus den Lüftungsrohren! (Minergie-Neubau)

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  • Taischer am 21.11.2013 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr habt Ringelmücken

    Liebe Kommentarschreiber, bitte verwechselt die Ringelmücke nicht schon wieder mit der asiatischen Tigermücke. Die Ringelmücke (Culiseta annulata) sieht der Tigermücke leider sehr ähnlich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • kroatin am 22.11.2013 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    panikmacherei

    ich bin jeden sommer in kroatien am meer und mich haben diese mücken schon mehrfach gestochen, hab sie sogar gesehen auf meinem Oberschenkel.. sind sehr aggresiv, stechen auch tagsüber und mit der hand wedeln um sie zu vertreiben nützt nix. aber MIR IST NIX PASSIERT, ICH LEBE NOCH ;)

  • Leser am 21.11.2013 23:09 Report Diesen Beitrag melden

    Gifteinsatz

    Wir haben die Wahl, entweder setzen wir zukünftig wieder vermehrt Gift gegen krankheitsübertragende Insekten ein und bremsen die "Renaturierung" von Gewässern und Sümpfen oder wir leiden unter Krankheiten wie Dengue-Fieber und Malaria.

  • S. Furrer am 21.11.2013 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Tigermücke in Luzern

    Die Tigermücke habe ich vor sicher 3 Jahren schon am Fenster gesehen (im Kanton Luzern).

  • Sepp am 21.11.2013 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Angstmacherei!

    Die Tiger mücke gibts schon lange an der Reuss (Sins bis Bremgarten) Ich wurde schon zig mal gestochen von den gestreiften Biestern und hatte noch nie eine Krankheit von denen. Solange die nirgends den Virus aufgabeln übertragen sie auch nichts! Hört auf mit dieser Angstmacherei! Das ist das selbe wie bei Zecken. Ich war in der Pfadi und bin am Waldrand aufgewachsen. Ich hatte schon zig Zeckenbisse! Kurz beobachten muss man. Aber ich hatte noch nie ein Problem damit!

  • nobody am 21.11.2013 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    positiv denken

    abgesehen davon das wohl die meisten "ich habe schon xy davon erschlagen" eher andere mücken erwischten finde ich es gut das es die Tiegermücke in den westen schafte. jetzt sollte es nicht mehr all zu lange dauern und das Dengue-fieber kommt auch. dann wir es für die Pharma-firmen endlich interessant ein Mittel/Impfung zu entwickeln. bisher waren ja die infizierten zu arm um die mittel zu kaufen, also wurden auch keine entwickelt. dann hoffen wir mal das als nächstes die Mücke mit dem nett klingenden Namen "anopheles" kommt und malaria mitbringt. dann würde dieses problem auch etwas schneller gelösst.