Bissspuren

15. Oktober 2010 12:41; Akt: 15.10.2010 14:13 Print

Tyrannosaurus war ein Kannibale

Der Urzeitriese Tyrannosaurus Rex jagte nicht nur andere Dinosaurier, sondern frass auch seine eigenen Artgenossen.

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Skelett eines Tyrannosaurer Rex. (Bild: Wikipedia/David Monniaux)

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Bissspuren in Knochen belegen nach Angaben von Wissenschaftlern eindeutig, dass die gewaltigen Fleischfresser Kannibalen waren. Dies berichten US-Paläontologen der Universität Yale im Online-Journal «PLoS One».

Bislang war Kannibalismus bei Dinosauriern nur für die Gattung Majungasaurus nachgewiesen. Bei der Analyse von Saurierfossilien stiessen die Forscher um Nick Longrich auf T.Rex-Knochen, in denen ungewöhnlich grosse Kerben klaffen.

Dass die mehrere Zentimeter tiefen Abdrücke von anderen Räubern stammen könnten, schliessen die Paläontologen angesichts von Alter und Herkunft der Funde aus. «Diese Art Spuren könnten zwar von jedem grossen Fleischfresser herrühren, aber vor 65 Millionen war T.Rex im westlichen Nordamerika das einzige grosse Raubtier», sagt Longrich.

Vielleicht nur tote Artgenossen gefressen

Bei der Prüfung einiger Fossilien aus verschiedenen Museen entdeckten die Wissenschaftler derartige Bissspuren in insgesamt einem Arm- und drei Fussknochen. Dies werten sie als Hinweis darauf, dass Kannibalismus bei diesen Räubern keineswegs selten vorkam.

«Das scheint überraschend oft passiert zu sein», sagt Longrich. «Aber was das genau bedeutet, wissen wir nicht.» Denn die Zahnabdrücke stammen zwar eindeutig vom Fressen. Unklar ist allerdings, ob T.Rex dabei nur das Aas toter Artgenossen verzehrte.

Möglich wäre auch, dass die Dinosaurier bei Kämpfen Artgenossen töteten und der Sieger dann den Unterlegenen verspeiste. «Heutige Grossraubtiere tun dies ständig», sagt Longrich. «Das ist eine praktische Möglichkeit, einen Kampf auszutragen und sich gleichzeitig noch etwas Nahrung zu verschaffen.»

(ap)