Unterschätzte Risiken

12. März 2019 21:09; Akt: 12.03.2019 21:09 Print

Diese fünf Szenarien bedrohen unsere Existenz

Alles andere als rosig – so zeichnen die Vereinten Nationen die Zukunft unserer Erde.

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Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) warnt in dem Report «Frontiers 2018/2019» vor fünf weltweiten Umweltrisiken, die aus Sicht der Autoren zu wenig beachtet werden.

Sollte sich nicht rechtzeitig etwas ändern, dürften die Folgen dereinst für alle – Menschen und Tiere sowie die Natur – ungemütlich werden.

Gentechnik

Die rasant voranschreitende Gentechnik ist laut Bericht Fluch und Segen zugleich. Einerseits dienen Eingriffe in lebende Organismen der Menschheit und tragen dazu bei, Krankheiten auszurotten. Andererseits können dadurch neue Probleme heraufbeschworen werden. So kann etwa das Wissen missbraucht und für die Herstellung von Biowaffen gebraucht werden. Entsprechend viele ethische Fragen gebe es, so die Verantwortlichen. Zudem braucht es Regeln, um die «Macht zur Veränderung, Einschränkung oder Auswechslung ganzer Spezies» kontrollieren zu können.

Lebensräume

Die Industrialisierung führt dazu, dass immer weiter gebaut wird. Bei der Planung wird laut dem Unep­-Bericht oftmals vergessen, dass durch das Schaffen von Strassen, Dämmen oder Zäunen ursprünglich zusammenhängende Biotope auseinandergerissen werden. Die Leidtragenden sind vor allem die Tiere – weil sie zum Beispiel kein Futter zum Fressen oder keine Artgenossen für die Paarung mehr finden. «Diese begrenzte Fähigkeit, zu wandern, sich zu verteilen, sich zu paaren und zu ernähren, zu wachsen und zu gedeihen, bringt viele Arten an den Rand ihres Aussterbens», so die Autoren.

Permafrost

Als am schwerwiegendsten beschreiben die Autoren die Folgen des auftauenden Permafrosts in der Arktis. In ihm lagert etwa die Hälfte des weltweit in Böden gebundenen Kohlenstoffs. Taut der Permafrost auf, werden Bodenbakterien aktiv und sorgen dafür, dass der Kohlenstoff als Kohlendioxid und als Methan in die Atmosphäre freigesetzt wird. Passiert das, wird eine verhängnisvolle Kettenreaktion ausgelöst: Das Klima erwärme sich weiter und die damit einhergehenden Klimaveränderungen nähmen kontinuierlich zu, schreiben die Experten der Vereinten Nationen im Bericht.

Verschmutzung

Von Natur aus beträgt der Stickstoffanteil in unserer Atmosphäre 78,1 Prozent. Allerdings stossen auch die Landwirtschaft, der Verkehr und die Industrie grosse Mengen davon aus, was gemäss dem Bericht der Vereinten Nationen zu «schlechter Luftqualität, Belastung von aquatischen und terrestrischen Ökosystemen, Verschlimmerung des Klimawandels und Schwächung der Ozonschicht beiträgt». Damit sei diese Art der Verschmutzung «eine der schlimmsten für die Menschheit», so das Fazit der Forscher. Um das Problem zu lösen, müsse ein globaler Ansatz her.

Fehlanpassung

Der Klimawandel zwingt den Menschen zum Handeln. Doch oft seien die Massnahmen nicht nachhaltig, so die Forscher. Zum Beispiel stellen somalische Bauern wegen der Dürre mehr Holzkohle her und dezimieren so die Wälder, was wiederum für mehr Trockenheit sorgt. Andere setzen mehr Pestizide ein, wodurch wichtige Insekten getötet werden. In Bangladesh werden Strassen und Dämme in Gegenden gebaut, die schon 2050 unter Wasser stehen werden. Das führt dazu, dass Menschen dort hinziehen statt in sicheren Gegenden zu siedeln – eine typische Maladaptation (Schlechtanpassung). Internationale Zusammenarbeit und Planung könnten helfen, eine fehlerhafte Anpassung zu vermeiden.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Fatalist am 13.03.2019 00:44 Report Diesen Beitrag melden

    Vermehret euch nicht mehr!

    Der Mensch pfuscht in die Natur, versucht den Folgen entgegenzuwirken und verschlimmbessert die Situation weiter. Ein immer weiter fortschreitender Prozess, der längst unumkehrbar ist. Die Natur könnte sich regenerieren, wenn der Mensch sich selbst ausrotten würde. Das ist einfach: Keine Kinder mehr zeugen und in etwas über 100 Jahren ist die Erde vom Menschen befreit. Fauna und Flora werden es danken und glücklich auf der Erde leben, bis die Sonne dem ganzen Geschehen ein Ende setzt. Amen!

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  • El Diablo am 12.03.2019 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    El Diablo meint

    Nicht Szenarien bedrohen unsere Existenz, wir selber sind der grösste Risikofaktor für uns selber. Nur wenn wir uns selber abschaffen würden hätten wir eine Chance das zu ändern. Allerdings ist dann keiner mehr da um die Chance wahrzunehmen. Daher bleibt nichts anderes übrig als tagtäglich neu zu versuchen das Beste aus dem Tag zu machen und darauf zu bauen, dass der Mensch widerstandsfähiger, anpassungsfähiger und robuster ist LS man denkt.

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  • sere am 12.03.2019 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    heute wir morgen ihr

    und das traurigste daran ist, das es immer noch leute gibt, deren oelaktien ihnen wichtiger sind

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel Kräuchi am 18.03.2019 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    überflüssig

    Wir schaffen uns selber ab.Deaf Dumb an blind. Aber was soll`s, dann haben Andere Vielleicht Eine Chance. Aber auch das scheint Unwahrscheinlich. Bei Jedem Planetenweiten Oeko-ereignis nahm die Diversizität ab.

  • Schwammkopf am 16.03.2019 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wie wäre es mal mit Chemieunterricht???

    Ich habe noch nie so ein Quatsch gelesen. Diese Organisation besteht aus Politikern und Aktivisten und nicht Naturwissenschaftlern. Einfach nur noch Geldverschwendung. Permafrost: Wir sind eine Kohlenstoffbasierte Lebensform. Alles leben ist Kohlenstoffbasiert. Fossiler Kohlenstoff (z.b. Erdöl) finden sie in Wüsten und Eiswüsten weil das der Ursprüngliche Bewuchs dieser Gegend ist. Mehr Kohlenstoff mehr Leben. Fotosynthese! Stickstoff heisst Stickstoff (versticken) weil er chemisch nicht reagiert. Also irrelevant ist....

    • John Rutherford am 18.03.2019 10:00 Report Diesen Beitrag melden

      weiterführende Chemie

      Stickstoff reagiert chemisch nicht? Da haben Sie aber nicht aufgepasst im Chemieunterricht! Zum Beispiel, wird Stickstoff von den Pflanzen für das Wachstum benötigt. ( Stichwort Dünger, wie Ammoniumnitrat. )

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  • Tinu am 15.03.2019 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    echte KI ist das grösste Problem

    Die grösste Gefahr geht von realer KI aus. Seit Jahren warnen Experten schon davor, aber es werden keine Massnahmen egriffen...

  • Dino am 15.03.2019 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Einfache Evolutionsregel

    Wer sich den veränderten Umweltbedingungen nicht anpassen kann, stirbt als Spezies aus. Das ist allgemeingültig und betrifft demzufolge auch die Menschheit.

  • Der Querdenker am 14.03.2019 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    Gefahr Mensch

    Die ganze Menschheit Reiche die die Hebel bedienen, wie auch Arme die von den negativen Folgen betroffen sind, handeln nach dem selben Prinzip: Was gerade verfügbar ist, wird gehamstert, man fühlt sich ja gut dabei und das Verhalten wird nicht durch künftige negative Folgen beeinflusst. Alles was nicht gerade unmittelbar und persönlich bedrohlich ist, wird gut und gerne verdrängt und ausgeblendet. Dieses evolutionäre einfache Verhalten führt immer zum gleichen Ergebnis in der Geschichte, die der zahllosen untergegangen Zivilisationen. Denn der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, kein Mensch