Hochenergie-Laser

14. April 2012 19:52; Akt: 14.04.2012 19:52 Print

USA setzen auf Waffen aus «Star Wars»

Die US-Streitkräfte wollen mit Hochenergie-Laserkanonen Schiffe zerstören oder Flugzeuge und Raketen vom Himmel holen. Die Rüstungsaufträge dazu sind millionenschwer. Und sie träumen von einem Superlaser.

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Man kennt es aus den «Star-Wars»-Filmen: Mit Laserschwertern und -kanonen werden Feinde vernichtet. Doch Superlaser sind nicht bloss «Science-Fiction»-Waffen, sondern sollen in absehbarer Zukunft auch von den US-Streitkräften eingesetzt werden können.

Entsprechende Forschungsaufträge in der Höhe von 98 Millionen Dollar wurden etwa an den Rüstungskonzern Northrop Grumman vergeben. Bereits wurden auch erste Erfolge verbucht. So gelang der US-Marine vor rund einem Jahr nach eigenen Angaben ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung dieser Waffen, wie der «Spiegel» schreibt. Dabei wurde erstmals ein Hochenergie-Laser auf hoher See eingesetzt. Er war auf dem Zerstörer «USS Paul Forster» montiert. Die Distanz zum Zielboot betrug rund anderthalb Kilometer. Die Leistung der Kanone betrug 15 Kilowatt - nach einigen Minuten brannte einer der beiden beschossenen Aussenbordmotoren (siehe Video).

Die Laserkanonen sollen auf den Schiffen in erster Linie zur Selbstverteidigung eingesetzt werden. Insbesondere kleinere Objekte, etwa Raketen oder Schnellbote, sollen damit abgeschossen werden. Denn, so der Spiegel, spätestens seit dem Anschlag auf den Zerstörer «USS Cole», nehme die Marine auch kleine Boote als Bedrohung ernst. Im Oktober 2000 hatten Terroristen sich dem Schiff genähert und eine Loch in die Bordwand gesprengt. Dabei wurden 19 Marines getötet und 39 verletzt.

Navy will Superlaser

Die US-Marine möchte die Kanonen ab 2016 auf Schiffen einsetzen können, wie die Welt am Samstag berichtete. Das Forschungsamt der amerikanischen Marine erwarte in Kürze den Abschluss eines Vertrags mit der Industrie zum Bau des weltweit ersten, serienmässigen Lasergeschützes auf einem Kriegsschiff.

Doch richtige Militärs träumen natürlich von Grösserem. So arbeitet das Forschungsamt der Marine auch an einem Superlaser. Dieser sogenannte Freien-Elektronen-Laser (FEL) sollte eine Leistung von einer Million Watt erreichen. Ein derart starker Laserschuss, so die Welt, könnte sich innerhalb einer Sekunde durch sieben Meter dicken Stahl durchdringen.

Technisch wäre ein solche Kanone durchaus machbar, heisst es bei der US-Navy. Sie wäre allerdings derart gross, dass sie nicht auf einem Schiff installiert werden könnte. Deshalb konzertriere man sich derzeit auf den Bau eines Lasers mit einer Leistung von 100 Kilowatt. Mit dieser Waffe hofft man, dereinst feindliche Drohnen oder Cruise Missiles abschiessen zu können.

Dieses Video zeigt den erfolgreichen Tests im April 2011:
(Video:AP)

Hier finden Sie mehr zum Thema:

(Video:Youtube/US-Navy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karl Meier am 15.04.2012 00:21 Report Diesen Beitrag melden

    vorteile daraus ziehen

    das einzig gute an der rüstungsindustrie ist, das auch viel Technik entwickelt wird, die man auch anderswo gebrauchen kann. Gutes Beispiel ist wohl Siri, wurde querfinanziert vom Militär, auch das Internet ist so entstanden, auch unzälige andere technische Fortschritte haben ihren Ursprung in der Rüstungsindustrie....

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  • J. Meyer am 15.04.2012 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    Fortschritt ist überall

    Es wird nie eine Welt ohne Waffen geben. Waren es früher die Keulen zur Verteidigung der eigenen oder Eroberung anderer Jagdgebiete, wurden diese Keulen durch immer bessere Varianten ersetzt. Mit zunehmender Technik solcher Waffen, nahm auch die Bereitschaft für kriegerische Auseinandersetzungen zu, sowohl im kleinen (Verbrechen) wie auch im grossen Massstab (Kriegshandlungen). Es wird sich niemals ändern, da dies nebenbei gesagt noch ein irres lukratives Geschäft ist, denn Geld stinkt bekanntlich nicht.

  • didii am 14.04.2012 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vonwegen....

    ich dachte die USA steht auch unter dem abrüstungsvertrag ???

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Silvio Foiera am 16.04.2012 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Freien-Elektronen-Laser

    FEL als "Super-Waffe" ja klar! Die Schweiz arbeitet übrigens auch an so einem "Super-Laser": nennt sich SwissFEL (googleln) Das hat aber nicht im geringsten etwas mit Waffentechnik zu tun. Mal abgesehen davon, das man mindesten Schiffe in der Grösse eines Flugzeugträgers braucht, oder besser noch doppelt bis fünffach so lange um einen FEL zu installieren ist ein Schiff aufgrund der Vibrationen ein denkbar ungünstiger Installationsplatz. Von der Energieversorgung sprechen wir besser gar nicht. Da kann gleich ein eigener Kernreaktor dafür reserviert werden.

  • Marten am 16.04.2012 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Verteidigung

    Na ja...schon ein bisschen überrissen das ganze, denn die jetztigen abwehrsysteme sind ja nicht schlecht. ausserdem taugt diese art von waffen nicht für den angriff auf schiffe , denn wenn schiffe in die reichweite solcher kämen, hätte die ganze flotte kläglich versagt.....

  • Christoph am 16.04.2012 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Spiegel?

    Man kann doch einfach mit einem Spiegel so einen Laser ablenken. Dann sind die Waffen nutzlos.

    • Michel am 16.04.2012 12:17 Report Diesen Beitrag melden

      ich glaube nicht

      Ich glaube bei so einem starken strahl wird es mit dem Spiegel nix, oder?

    • pjil am 16.04.2012 14:11 Report Diesen Beitrag melden

      easy :)

      noch nie gesehen wie sich ein laser durch ne cd brennt?

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  • Heiri Kalberer am 15.04.2012 23:54 Report Diesen Beitrag melden

    EMV heisst das Stichwort!

    Da braucht es keinen Laser. Alle neuen Geräte sind elektronisch nicht gerade unempfindlich - weshalb dann Laser? Wohl wegen der Action!

  • J. Meyer am 15.04.2012 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    Fortschritt ist überall

    Es wird nie eine Welt ohne Waffen geben. Waren es früher die Keulen zur Verteidigung der eigenen oder Eroberung anderer Jagdgebiete, wurden diese Keulen durch immer bessere Varianten ersetzt. Mit zunehmender Technik solcher Waffen, nahm auch die Bereitschaft für kriegerische Auseinandersetzungen zu, sowohl im kleinen (Verbrechen) wie auch im grossen Massstab (Kriegshandlungen). Es wird sich niemals ändern, da dies nebenbei gesagt noch ein irres lukratives Geschäft ist, denn Geld stinkt bekanntlich nicht.