Ozonschicht-Killer

22. Mai 2019 19:01; Akt: 22.05.2019 19:01 Print

Hier sitzen also die FCKW-Umweltverbrecher

Seit 2010 dürfen ozonschädigende FCKW nicht mehr hergestellt werden. Trotzdem steigen die Emissionen wieder. Nun sind die Verursacher identifiziert.

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Bis in die 1990er-Jahre wurden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) unter anderem als Treibmittel in Spraydosen ... ... und als Kühlmittel verwendet. Doch weil die Stoffe die schützende Ozonschicht in der höheren Atmosphäre schädigen, gilt heute ein internationales Produktionsverbot. Trotz des Verbots haben Forscher der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) in Boulder bereits vor einigen Jahren verdächtige Messwerte des Ozonkillers in der Atmosphäre entdeckt. Sanken die Werte des FCKW-Stoffs Trichlorfluormethan zunächst, ... ... kam es etwa im Jahr 2012 zu einer Trendwende: Die Menge sank nicht mehr wie erwartet. Laut den Forschern ist die einzige Erklärung, dass es eine neue Quelle für den Stoff gibt und dass dieser entgegen der internationalen Klimaschutzvereinbarungen wieder hergestellt wird. (Im Bild: die Forscher bei der Arbeit) Die Forscher vermuteten die Quelle damals in Ostasien. Und damit lagen sie ganz richtig, wie eine im Mai 2019 Erste Hinweise dafür kamen von zwei Messstationen in Ostasien, darunter von der Gosan-Messstation auf der südkoreanischen Insel Jeju. Die Forscher konnten in der Studie zwar nicht die FCKW-11-ausstossenden Industriezweige identifizieren. Aber die Herkunft aus dem Osten Chinas sei klar bewiesen. Es ist nahezu sicher, dass diese Emissionen gegen das Montreal-Protokoll verstossen, das die Verwendung dieser Substanz verbietet. «Vermutlich entstehen die Emissionen bei der Herstellung von Schaumstoffen, bei der ein erheblicher Teil der Substanz nicht im Schaum verbleibt, sondern unmittelbar in die Atmosphäre entweicht», so Stefan Reimann von der Empa, der an der Studie beteiligt war.

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Dank des Montreal-Protokolls zum Schutz der stratosphärischen Ozonschicht von 2010 sind die Emissionen der ozonschädigenden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) stark zurückgegangen.

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Vergangenes Jahr sorgte jedoch eine Studie für Aufsehen, wonach die Emissionen eines der wichtigsten Ozonkiller, FCKW-11, seit mehreren Jahren trotz des weltweiten Verbots wieder steigen.

Ursprung Industriegebiet

Eine Untersuchung eines internationalen Forschungsteams mit Beteiligung der Schweizer Forschungsanstalt Empa bestätigt nun den Anfangsverdacht, dass diese Emissionen aus dem Osten Chinas stammen. Davon berichten die Wissenschaftler im Fachjournal «Nature».

Erste Hinweise dafür kamen von zwei Messstationen in Ostasien, wie die Empa am Mittwoch mitteilte. Namentlich von der Gosan-Messstation auf der südkoreanischen Insel Jeju und der japanischen Messstation des National Institute of Environmental Science auf der Insel Hateruma bei Taiwan.

«Derartige Messungen zeigen immer dann Spitzenwerte in der Luftverschmutzung, wenn die Luftmassen aus Industriegebieten stammen», erklärte Sunyoung Park von der Kyungpook National University in Südkorea. «Für FCKW-11 stellten wir fest, dass diese ‹Spitzen› nach 2012 deutlich höher waren als vorher.»

Möglicherweise weitere Quellen

Ein Forschungskonsortium aus 13 Institutionen, darunter auch die Empa, führte daraufhin anhand der Messdaten komplexe Computerberechnungen durch, um die Quelle der FCKW-11-Emissionen ausfindig zu machen. Sie konnten die Emissionen so eindeutig auf den Osten Chinas zurückführen.

Möglicherweise verursachen andere Länder oder andere Regionen in China zusätzliche FCKW-Emissionen, schrieb die Empa. Weite Teile der Welt seien durch die bestehenden Überwachungsnetzwerke noch nicht ausreichend abgedeckt, erklärte Park gemäss der Mitteilung. Die Nutzung chinesischer Messwerte sei zudem noch eingeschränkt.

Ein Ausbau der Messnetzwerke insbesondere um industrialisierte Regionen herum wäre laut Studienautor und Empa-Forscher Stefan Reimann wünschenswert. «Ein solches Netzwerk wird nicht nur für die Erkennung verbotener Ozon-abbauender Gase wie FCKW-11 enorm wertvoll sein, sondern auch für die Überprüfung der offiziell gemeldeten nationalen Treibhausgasemissionen», so Reimann.

Übeltäter Schaumstoffproduktion

Die Forschenden konnten in ihrer aktuellen Studie zwar nicht die FCKW-11-ausstossenden Industriezweige identifizieren. Aber die Herkunft aus dem Osten Chinas sei nun klar bewiesen, schrieb die Empa.

«Es ist nahezu sicher, dass diese FCKW-11-Emissionen gegen das Montreal-Protokoll verstossen, das die emissive Verwendung dieser Substanz verbietet», sagte Reimann. «Vermutlich entstehen die Emissionen bei der Herstellung von Schaumstoffen, bei der ein erheblicher Teil der Substanz nicht im Schaum verbleibt, sondern unmittelbar in die Atmosphäre entweicht.» Diese Anwendung von FCKW-11 ist gemäss Montreal-Protokoll seit 2010 weltweit verboten.

Die «Environmental Investigation Agency» und die «New York Times» hatten durch Recherchen bereits chinesische Schaumstoffhersteller als mögliche FCKW-11-Quelle ausgemacht. Chinesische Behörden identifizierten und schlossen inzwischen illegale Produktionsstätten.

Ob sich China schon zum aktuellsten Bericht geäussert hat, ist nicht bekannt.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurt am 22.05.2019 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umweltverbrecher

    Nicht Westeuropa ist der Sünder sondern wie schon lange China, USA und Russland. Kurt

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  • Problem Solved am 22.05.2019 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem...

    G.T. wird einen Sitzstreik abhalten und dann wird das Problem gelöst sein.

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  • Antonov am 22.05.2019 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lol

    Unfassbar, die Chinesen sind genau wie die Amis nur gut zum rauchen da. Und das Schlimmste? Es bringt mir nix weil ich Nichtraucher bin....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Oportunist am 23.05.2019 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    @nightwatcher weiter unten:

    Nein. Der Export von deutschen Dieselfahrzeugen wurde durch Mutti Merkel leider untersagt. Zu blöde, habe schon das grosse Geschäft gewittert. Aber prinzipiell haben Sie recht.

  • Dan Gardner am 23.05.2019 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    ekologie

    ekoterrorismus hat problem. wie sollen sie jetzt einwohnern europas erklären das sie für alles veranwortlich sind und deswegen zu kasse gebeten werden ich suche mit bereits ein neuer suv mit v8 motor

  • JohnBeton am 23.05.2019 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Klimastreik

    Ich empfehle euch, schnellstmöglich einen Klimastreik in Bern bezüglich CO2 Verbrauch in der Schweiz zu organisieren. Auf diese Weise retten wir die Welt und nicht mit Vorschriften für Unternehmen in China, Indien etc.

  • mr. smith am 23.05.2019 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Einfache Frage

    Was wäre wohl das angenehmere Szenario: Dass man in 50 Jahren feststellt, dass die ganzen Massnahmen gar nicht nötig gewesen wären oder dass man in 50 Jahren feststellt, dass man etwas hätte tun sollen, es aber nun zu spät ist.

    • Anon am 23.05.2019 12:56 Report Diesen Beitrag melden

      @Mr. Smith

      Reden sie von der Globalisierung und Massemigration? Dann stimme ich Ihnen voll und ganz zu.

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  • Margrit am 23.05.2019 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstreflektion hilft

    ihr könnt soviel schreiben und Ausreden haben wie ihr wollt, hinterrfragt euer tägliches Mobilitäts- und Konsumverhalten und Ihr wisst was Sache ist.

    • Evelyn Z. am 23.05.2019 12:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Margrit

      Warum soll ich dies hinterfragen? Ich als normaler Bürger? Konzerne machen was sie wollen und verdienen Milliarden. Die Politik mit den ganzen Ökoabgaben sowieso, aber ich kleine Frau muss nun auf meinen SUV verzichten? Klar doch. Selten so gelacht.

    • schellenursli am 23.05.2019 22:31 Report Diesen Beitrag melden

      Zuhause muss beginnen...

      "Warum" ist hier die falsche Frage! machs einfach! Du hinterfragst Dich, aber, die Multis haben dieselben Hausaufgaben im Grossen Stil zu erledigen. warum Du nicht?

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