Hightech-Archäologie

02. Februar 2019 17:22; Akt: 05.02.2019 09:50 Print

Unbekannte Stadt in Südafrika entdeckt

Dank Lasermessungen sind Archäologen auf eine seit Jahrhunderten verschollene Stadt gestossen, in der einst über 10'000 Menschen lebten.

Dank Lidar wiederentdeckt: die Stadt Kweneng. (Video: Reuters)
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Seit drei Jahrzehnten sind Archäologen an der Ausgrabungsstätte im Suikerbosrand-Nationalpark auf der Suche. Zwar hatten sie bisher nur einige alte Steinhütten entdeckt, doch sie vermuteten, dass da noch mehr sein muss. Dank neuester Technik haben sie nun Gewissheit.

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Mithilfe von Lidar, einer dem Radar verwandten Messung mit Laserstrahlen, stiessen die Forscher auf eine Metropole mit Hunderten Gehöften, auf denen wohl mehr als 10'000 Menschen gelebt hatten. Von den Forschern Kweneng genannt, war sie Heimat einer Bevölkerungsgruppe, deren Muttersprache Setswana war.

Lücke schliessen

Fern Imbali Sixwanha, Archäologin an der Witwatersrand-Universität, erklärte der Nachrichtenagentur Reuters die Bedeutung des Fundes. «Damit füllen wir eine riesige Lücke in der Geschichte Südafrikas. Denn es gibt keine schriftlichen Aufzeichnungen zur präkolonialen Geschichte Südafrikas», erklärte sie (siehe Tweet unten).

Die Lidar-Technologie, mit der im letzten Jahr bereits eine verschollene Maya-Grossstadt in Mexiko entdeckt worden war, erlaubte es den Forschern, das wahre Ausmass von Kweneng zu erfassen. Sie gehen davon aus, dass die Stadt ihre Blüte vom 15. bis 19. Jahrhundert erlebte. Damals war es wohl eine reiche Stadt, die von der Viehhaltung lebte, wie Science Alert schreibt.

Die Stadt umfasste ein Gebiet von etwa 20 Quadratkilometern. Wie viele Setswana-Siedlungen dürfte auch Kweneng aufgrund von Bürgerunruhen untergegangen sein. Die Forscher wollen nun aufgrund ihrer Funde besser verstehen, wer die Völker Südafrikas waren, was sie machten und wie sie miteinander verkehrten.


Update: In einer früheren Version des Artikels stand, dass Kweneng 10'000 Quadratmeter gross war. Diese Angabe bezog sich auf zwei Rinderpferche im Zentrum der Stadt. Kweneng selber umfasste nach Ansicht der Forscher rund 20 Quadratkilometer.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Urs am 02.02.2019 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    10'000m2

    entsprechen bekanntlich einer Fläche vin 100x100m, oder rund anderthalb Fussballfeldern. Das auf einem so engen Raum soviele Leute gelebt haben sollen, kann ich mir fast nicht vorstellen.

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  • Med Toesby am 02.02.2019 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohl eher 10km2

    Der Autor hat vermutlich fie geniale Idee, 10km2 in Meter umzuwandeln, aber hat in Mathe nicht so gut aufgepasst...

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  • Tobias Renner am 02.02.2019 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Nie verstanden/gelesen

    Haha 10'000 quadratmeter und 10'000 einwohner. Frage mich ob ihr selbst diese geschriebenen texte jeweils glaubt?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Papa Bär am 03.02.2019 08:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt

    Ob solch neuer Erkenntniss gehe ich mir... irgendwas aufwärmen. Und tschüss.

  • Tom F. am 03.02.2019 02:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hm

    Südafrika PaidPost und uns wird wieder mal ein Märchen präsentiert.

  • Chris am 02.02.2019 21:57 Report Diesen Beitrag melden

    An die Besserwisser

    Es gibt auf dieser Welt viele alte Siedlungen die belegen, dass Menschen früher sehr dicht beieinander gewohnt haben. Da hat es durchaus sehr interessante und innovative Dinge gegeben. Leider war das im Falle von Pandemien dann aber weniger von Vorteil. Die Menschen waren nicht immer und überall begeistert, in kleinen Schuhschachteln und isoliert zu leben.

    • Hemp am 02.02.2019 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chris

      1m2 pro Person... das glauben Sie wohl selber nicht!

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  • Architekt der staunt am 02.02.2019 21:17 Report Diesen Beitrag melden

    Aber sicher

    10000 m2???? Dh da lebten 1 mensch pro m2? muss wohl ein wolkenkratzer gewesen sein.

    • Nachdenken am 03.02.2019 08:29 Report Diesen Beitrag melden

      Warum nicht?

      Vielleicht waren das damals Menschenfresser, somit gab's nach jeder Mahlzeit wieder etwas Platz.

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  • M.G. am 02.02.2019 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Kriege jeder gegen jeden

    Anfang des 19. Jahrhunderts wurde aus dem losen Verband der Zulu-Stämme eine schlagkräftige Militärorganisation. Ihr Häuptling Shaka erwies sich als guter Taktiker der besiegte Stämme in seinen Militärstaat integrierte. Die Zulu-Expansion traf zuerst auf die Voortrecker, Buren die neues Land besetzten und dann traten die Briten auf den Plan. Bis zum Ende des zweiten Burenkrieges war es ein Kampf jeder gegen jeden mit wechselnden Koalitionen. Am Ende blieben nur die Briten übrig, Buren und Zulus verloren ihre Eigenständigkeit. Aber mit dem Ende der Apartheid gaben die Zulu wieder den Ton an.

    • peter am 02.02.2019 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M.G.

      und das funktioniert ja super... noch 20 Jahre weiter so und Kapstadt wird aussehen wie mogadischu.

    • M.G. am 02.02.2019 22:29 Report Diesen Beitrag melden

      Fluch des Goldes

      @peter: Wie immer ist die Welt nur an den Rohstoffen des Landes interessiert. Die Buren stellten für GB solange keine Gefahr dar bis die grossen Goldvorkommen entdeckt wurden. Die Buren beuteten ihre Bergwerke ohne Rücksicht auf die Märkte aus, der Goldpreis fiel in den Keller und die Deckung des brit. Pfunds drohte wegzubrechen. Nachdem GB die Burenrepubliken in ihr Kolonialsystem gewzungen hatte wurde die Goldförderung so reglementiert das sie das Währungssystem nicht weiter ins Chaos stürzen konnte. Das Schicksal der Bewohner Südafrikas interessierte dabei nicht und so ist es bis heute.

    • Martin Lerch am 02.02.2019 22:32 Report Diesen Beitrag melden

      Südafrikanische Geschichte

      @M.G. Mich freut, dass ich nicht der einzige Leser bin, der sich um die Fakten der südafrikanischen Geschichte interessiert. Einzig finde ich, dass Sie irren wenn es um die Konflikte zwischen Voortreckern und Zulu ging: Die Zulu betrieben Regenlandwirtschaft und Viehzucht. Sie waren auf regelmässige Regen das ganze Jahr über angewiesen. Das hatten sie in Natal im indischen Ozean. Die Buren aber zogen nach Transvaal und in den Oranje Freistaat. Dieses Gebiet war damals so gut wie menschenleer. Die Buren trafen dort nur auf kleine, versprengte Grüppchen von Schwarzen, die vor den Zulu flüchteten

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