Studie

05. April 2019 14:58; Akt: 05.04.2019 14:58 Print

Und Katzen erkennen ihren Namen doch!

Büsi-Besitzer wussten es schon lange, nun ist es erwiesen: Katzen erkennen ihren Namen. Doch hören sie auch darauf?

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Von wegen Katzen merken nicht, wenn man nach ihnen ruft: Laut japanischen Forschern tun sie das nämlich sehr wohl. Sie können ihren Namen aus anderen Wörtern heraushören. Weitere Fakten zu Büsi erfährst du in den nächsten Bildern. Schon die alten Ägypter waren Katzenfans. Sie verehrten Bastet, die Katzengöttin mit Frauenkörper und Katzenkopf. Der Göttin der Liebe und Fortpflanzung wurde sogar ein Tempel errichtet. Zudem war es Brauch, Katzen zu halten und während jährlich stattfindender Zeremonien anzubeten. Sie schnurren, schlafen und sind - sofern Freigänger - ausgesprochene Langstreckenläufer: Wöchentlich legen sie bis zu 38 Kilometer zurück. Weiter als 2,5 Kilometer entfernen sie sich jedoch nie von zu Hause. Das haben Forscher herausgefunden. Dass die pelzigen Genossen selbst entscheiden können, ob und wann sie ihr Daheim verlassen, verdanken sie niemand Geringerem als dem Naturforscher Isaac Newton. Weil ihn seine Katze bei seinen Experimenten störte, entwickelte er das, was heute als Katzenklappe bekannt ist. Wie der menschliche Finger verfügt auch das rosige Nasenpolster von Katzen über einen einzigartigen Abdruck. Allerdings ist es weitaus sensibler. Kein Wunder, schliesslich laufen dort rund 19 Millionen Nervenenden zusammen. Katzen maunzen sich gegenseitig nur selten an. Das typische «Miau» ist weitestgehend für die Kommunikation mit Menschen reserviert. Mit ihresgleichen schnurren sie eher. Katzen hassen es, gestreichelt zu werden, weil es sie stresst. So wurde 2013 eine Studie zitiert. Dann meldete sich jedoch ein Mitautor zu Wort: Alles Quatsch, liess er verlauten: Katzen stellen laut US-Forschern für die Artenvielfalt eine grössere Gefahr dar als landwirtschaftliche Pestizide oder die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen durch den Menschen. So werden allein in den USA bis zu 3,7 Milliarden Vögel im Jahr getötet. Hinzu kommen bis zu 20,7 Milliarden Mäuse und andere kleine Säugetiere. Spielen Sie Ihrer Katze einfach mal klassische Musik vor. Vor allem dann, wenn Sie sie beruhigen wollen. Denn Katzen lieben Klassik. Besonders wirkungsvoll ist es, wenn sie auf dem Operationstisch liegen. Pop- oder Rock-Songs hingegen bewirken laut Forschern aus Lissabon eher das Gegenteil. Katzenbesitzer sind schlauer als Hundehalter - zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine neue Studie von Forschern der University of Wisconsin. Dafür hatte das Team 600 Studenten gefragt, ob sie sich eher als Hunde- oder als Katzentyp sähen. Anschliessend folgte ein Intelligenztest. Das Risiko, an einem Herzinfarkt oder einer anderen Herz-Kreislauf-Leiden zu sterben, ist laut Forschern der University of Minnesota für Katzenbesitzer deutlich geringer. Auch dann, wenn die Probanden nur früher mal eine Katze besessen hatten. Das niedrigere Herzinfarkt-Risiko hängt mit einem Talent der Katzen zusammen: Sie können beruhigen. New Yorker Wissenschaftler , dass Katzenbesitzer einen signifikant niedrigeren Blutdruck und langsameren Herzschlag im Ruhezustand haben als andere. Jugendliche, die in ihrem ersten Lebensjahr mit einer Katze im Haushalt lebten, hatten laut einer Studie ein nur halb so hohes Risiko, später eine Katzenallergie zu entwickeln. Ausschlaggebend war allerdings nur der Kontakt im ersten Lebensjahr. Der Schweizer Katzenforscher Dennis C. Turner ist der Überzeugung, dass Katzen negative Stimmungen ihrer Besitzer wie Ängstlichkeit, Niedergeschlagenheit oder Introvertiertheit verbessern. Das sei wichtig, um etwa in der Psychotherapie soziale Beziehungsfähigkeit zu fördern. Verschiedene Experimente, ein Ergebnis: Katzen (und auch Hunde) machen ihre Halter glücklich. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Miami University. Bei all den positiven Eigenschaften, die Stubentigern nachgesagt werden, darf jedoch eins nicht vergessen werden. Manchen Menschen machen sie auch Angst. Die medizinische Bezeichnung dafür lautet Ailurophobie.

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Wenn Minka gerufen wird, kommt Minka auch. Zumindest wenn es ein Leckerli oder eine Kuscheleinheit mit Herrchen oder Frauchen abzustauben gibt und sie gerade Lust darauf hat. Auch wenn Stubentiger ihren eigenen Kopf haben: Dass Katzen ihren Namen erkennen und darauf reagieren, ist für ihre Halter ausgemachte Sache. Bislang fehlten aber wissenschaftliche Belege. Die legen nun japanische Forscher vor.

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Hauskatzen (Felis silvestris catus) können tatsächlich ihren Namen aus anderen Wörtern heraushören. Das schreiben Atsuko Saito von der Sophia-Universität in Tokio und sein Team im Fachmagazin «Scientific Reports». Es sei der erste experimentelle Nachweis, dass Katzen verbale Lautäusserungen von Menschen verstehen können.

Katzen verstehen Gestik und Mimik

Den japanischen Forschern zufolge wird erst seit kurzer Zeit die Fähigkeit von Katzen erforscht, mit Menschen zu kommunizieren. Dabei habe man beispielsweise herausgefunden, dass es Katzen verstehen, wenn ihnen ihr Halter mit dem Finger den Weg zu ihrem Fressen zeigt. Zudem ändern Katzen – zumindest zum Teil – ihr Verhalten, je nachdem ob ihr Herrchen grimmig oder freundlich guckt.

Das Team um Saito untersuchte nun insgesamt 78 Katzen. Die Forscher untersuchten unter anderem an, wie die Tiere reagieren, wenn sie zunächst hintereinander vier allgemeine japanische Wörter vom Band hören. Dabei nahm die Aufmerksamkeit der Katzen immer weiter ab. Dann wurde ihnen ihr eigener Name vorgespielt. Die Forscher achteten darauf, dass die Wörter einen ähnlichen Klang wie der jeweilige Name der Katze hatten und dass sie gleich betont wurden.

Das Ergebnis: Mehrheitlich reagierten die Katzen auf ihren Namen. Sie bewegten ihre Ohren oder den Kopf mehr. Der Effekt war auch zu beobachten, wenn nicht der Katzenbesitzer selbst zu seinem Tier sprach, sondern eine fremde Person. Mit einem anderen Experiment konnten die Forscher zeigen, dass Katzen aus einem Haushalt mit mehr als einem Stubentiger vermutlich ihren Namen von denen der anderen unterscheiden können.

Lernfähige Tiere

Der anerkannte Schweizer Katzenexperte Dennis Turner hält die Studie für «seriös durchgeführt», überrascht ist er allerdings nicht so richtig. «Katzen sind sehr intelligente und lernfähige Tiere – wenn sie bereit sind mitzumachen», sagt Turner, der nicht an der Studie beteiligt war. Allerdings würden die meisten Halter die Geduld verlieren, bevor ihr Liebling etwas gelernt hat.

Das Können der Katzen resultiere aus dem täglichen Umgang von Mensch und Tier, schreiben die japanischen Forscher. Sie schlagen vor, das Potenzial zu nutzen: «Vielleicht können wir Katzen dazu bringen, zu lernen, dass sie gefährliche Gegenstände oder Orte mit bestimmten Lautäusserungen in Verbindung bringen.»

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B/Reich am 05.04.2019 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder Katzenbesitzer weiss es schon

    Wieso erscheint dieser Artikel nun überall? Ernsthaft: jeder Katzenbesitzer hätte dies bestätigen können. Als Forschungsthema ist es halt traurig...

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  • K. Ater am 05.04.2019 15:06 Report Diesen Beitrag melden

    Klar hören sie...

    ....auf ihren Namen. Zumindest, wenn es was zu beissen gibt:-)

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  • N.M. am 05.04.2019 16:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Neues

    Nein,echt jetzt! Für jeden Katzenbesitzer ist das wohl klar! Katzen haben zwar ihren eigenen Kopf,aber sind nicht doof! Einfach wundervolle Tiere.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Didi Weidmann am 06.04.2019 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    Tiere sind klüger als viele denken

    Ich hatte früher Wellensittiche und auch diese reagierten ausnahmslos alle auf ihre Namen, bedenkt man, das ein Wellensittich ein rund 50x kleineres Gehirn als eine Katze hat, dann dürfte eigentlich klar sein, dass eine Katze noch einiges mehr können muss als ein so kleiner Vogel. Die Studie dazu hätte man sich getrost sparen können. Ganz allgemein werden Tiere von vielen Menschen noch immer masslos unterschätzt bzw. die Menschen eben überschätzt. Wir sind nun einmal gar nicht so besonders!

  • Brigitte Valente am 06.04.2019 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    katzenmami

    ich habe eine Katze Stupsi wenn ich abends sage Stupsi Betti go dann kommt sie angerannt hüpft aus Bett unter die Decke und bleibt die ganze Nacht . ich könnte noch so viele Storys erzählen hatte immer spezielle Katzen mein Sohn sagt du bist wirkliche eine Katzenmami

  • sara 1959 am 06.04.2019 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    katzen namen

    wir haben auch 2 katzen diouk und maxi und die kennen ihren namen, nicht nur fürs füttern

  • Guschtaff am 06.04.2019 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    So ein frecher Schatz

    Mein Pipo ist schon 15 Jahre alt (=80) und ich weiss nicht, was ich ohne ihn machen soll.

  • Gato am 06.04.2019 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Katzen verstehen schon, ist ihnen einfach egal.

    Katzen nehmen auch Schwankungen im Blutzucker bzw. Insulinkonzentrationen (im Schweiss) des Herrchens wahr. Aber anders als Hunde, können Katzen nicht trainiert werden (wie etwa Diabetikerwarnhunde), die haben schlichtweg keinen Bock zu tun, was man ihnen sagt, auch wenn sie's verstehen :D Ich habe zwei Katzen und beide hören nur, wenn sie wollen.

    • Guschtaff am 06.04.2019 11:44 Report Diesen Beitrag melden

      Katzenfreund

      Wir hatten schon viele Katzen, aber bei der Intelligenz (Instinkt?) waren sie sehr unterschiedlich.

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