Schweizer Forschung

16. September 2018 15:10; Akt: 16.09.2018 15:10 Print

Hilft dieser Zeppelin, unser Plastikproblem zu lösen?

von Fee Riebeling - Plastik im Wasser ist ein Problem. Vor allem, da niemand genau weiss, wie viel davon im Meer schwimmt. Zürcher Forscher wollen das ändern.

So schön kann Forschung sein. (Video: Fee Riebeling)
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Wie viel Plastik es im Meer hat, kann derzeit niemand wirklich sagen. Fest steht nur, dass es zu viel ist. Deshalb suchen Philip Jörg und Rogier de Jong, Fernerkundungsexperten an der Universität Zürich, nach Wegen, die genaue Menge zu beziffern – damit künftig an den am stärksten vermüllten Orten mit dem Rausfischen von Plastik begonnen werden kann. Im Idealfall sollte das geschehen, bevor es zu Mikroplastik wird.

Aktuell prüfen die Forscher, ob ein mit einer Hyperspektralkamera (siehe Video oben) ausgestatteter Zeppelin für das Vorhaben geeignet wäre. Und das hoch über Zürich (siehe Box).

Jungfernflug für diese Art Forschung

Am Dienstag hob der extra aus Friedrichshafen am Bodensee angeflogene Zeppelin NT erstmals zu einem sogenannten Proof-of-Principle-Test für das Aufspüren von Plastikmüll in Wasser ab. Damit will man herausfinden, ob der in der Theorie erdachte Ansatz auch funktioniert.

Für die aktuelle Kampagne bedeutet das: Anders als bei den eigentlichen Messflügen sind die Apparaturen noch nicht fest in der Luftschiffkabine verbaut, sondern am Fenster befestigt (siehe Bildstrecke unten).

PET-Flaschen im Fokus

Von Dübendorf aus steuerte der temporär umgerüstete Zeppelin den Irchel-Campus der Universität Zürich an. Hier hatten die Forscher zuvor hunderte PET-Flaschen mit unterschiedlicher Dichte quer über den Weiher im Irchelpark gespannt. Diese galt es nun mit der hochspezialisierten Kamera aus 150 und 300 Metern zu erkennen und aufzunehmen.

Trotz kleinerer Schwierigkeiten – zuerst drehte sich die Kamera nicht richtig, dann lief sie heiss – sind Jörg und de Jong zuversichtlich, dass ihre Idee funktioniert. «Es hat sehr gut ausgesehen», lautet das erste Fazit.

Der Weltraum ist das Ziel

Sollte die Auswertung der Daten diesen Eindruck bestätigen, könnten Zeppeline bald öfter im Schweizer Luftraum zu sehen sein, um mehr über die Plastikbelastung von Flüssen und Seen herauszufinden, wie der Leiter des UZH Space Hub, Oliver Ullrich, erklärt.

Und die Forschung aus Zürich könnte es sogar bis ins All schaffen, so Ullrich weiter. Denn die Ergebnisse des Projekts könnten auch dazu beitragen, die globale Plastikverschmutzung der Weltmeere besser zu lokalisieren. «Unsere Hoffnung ist es, die von uns im Zeppelin gewonnenen Daten hinaufzuskalieren, um die satellitengestützte Fernerkennung zu kalibrieren oder zu validieren», erklärt Jörg das Fernziel ihrer Forschungsarbeit.

Ob es dazu kommen wird, wird sich in den nächsten sechs bis acht Wochen zeigen. Dann nämlich sollten die beim Testflug gewonnenen Daten ausgewertet sein.

Mit dem Zeppelin auf der Suche nach Plastikmüll

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Didi Weidmann am 16.09.2018 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Löst das Problem nicht, aber analysiert!

    Dieser Zeppelin löst unser Plastikproblem mit Bestimmtheit nicht, aber er kann vielleicht helfen, das Ausmass zu erkennen, damit auch dem letzten bewusst wird, dass alles noch viel schlimmer ist!

    einklappen einklappen
  • Erstaunter Verwirrter etc. am 16.09.2018 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso weiss man nicht

    wieviel Plastik in den Meeren schwimmt, wenn man doch wenige Zeilen weiter unten in dieser Zeitung liest, die Zigarettenstummel sind das grösste Problem. Sind Zigatettenstummel einfacher zu zählen.

  • Ameliore am 16.09.2018 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Symptombekämpfung

    ist ja ok, aber das Problem muss an der Wurzel angepackt werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jone Done am 17.09.2018 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Starbucks Becher nicht zum Recyclem geeignet

    solange die Starbucks Becher nicht recykliert werden können, nützen alle Beobachtungen nichts. Die plastifizierten Innenseiten der Becher ist die Pest

  • Teutates am 17.09.2018 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Kompletter Schwachsinn und Geld zum

    Fenster hinausgeworfen. Das könnte man besser investieren, um den Plastik zu entsorgen. Wo der Plastik schwimmt, weiss man doch schon lange!

  • simi am 17.09.2018 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    übel Mensch

    alles kann man machen aber der Verursacher Mensch braucht eine schulung wie man Abfall entsorgt, die die es von Zuhause aus nie lernten.

  • Go for all am 16.09.2018 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Why?

    Hauptsache dafür Dübendorf missbrauchen, damit der Bund einen Grund hat noch mehr Fluglärm ins Oberland und Umgebung zu bringen, damit die Militäris behaupten können Geld zu sparen.

    • Graziella Cibien am 17.09.2018 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Go for all

      Danke für den völlig sinnfreien Kommentar. Hast dafür den Kaktus der Woche auf Nummer sicher.

    einklappen einklappen
  • Herr Max Bünzli Oberlehrere am 16.09.2018 20:27 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    mit dieser lumpigen Zeppelin, lässt sich kein Plastikproblem lösen