Experimentelle Studie

24. April 2015 23:23; Akt: 24.04.2015 23:23 Print

Unsichtbar zu sein, fühlt sich gut an

Viele dürften sich schon einmal gewünscht haben, unsichtbar zu sein. Aber wäre das wirklich so toll? Ja, das haben schwedische Forscher herausgefunden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Harry Potter kann es, ebenso die Invisible Woman aus der Comicserie «Fantastic Four»: sich unsichtbar machen. Reale Menschen hingegen konnten davon bislang nur träumen – auch wenn es Forschern bereits gelungen ist, winzige Objekte oder Teile von Gegenständen verschwinden zu lassen.

Trotzdem können Forscher schon sagen, wie es sich anfühlt, komplett unsichtbar zu sein. Denn das Team um Arvid Guterstam vom Karolinska-Institut in Stockholm hat 125 Probanden in eine virtuelle Welt versetzt (siehe Box), in der sie sich selbst als körperlos wahrnahmen, wie die Wissenschaftler im Fachjournal «Scientific Reports» schreiben.

Mit einem Mal frei von Angst

Doch damit gaben sich Guterstam und seine Kollegen nicht zufrieden. Sie wollten auch wissen, wie es sich anfühlt, unsichtbar zu sein. Um das herauszufinden, setzten sie die Probanden anschliessend einer für viele Menschen sehr unangenehmen Situation aus: Sie mussten vor einer virtuellen Gruppe ihnen unbekannter und finster dreinblickender Menschen stehen.

Normalerweise beschleunigt in solchen Momenten der Puls und Anspannung und Stress nehmen zu. Doch nicht so bei den sich unsichtbar fühlenden Studienteilnehmern: Sie hatten eine deutlich niedrigere Herzfrequenz und berichteten von weniger Stresssymptomen als die Vergleichsgruppe, die die Situation mit einem gut sichtbaren, virtuellen Körper durchstehen musste.

Nur auf den ersten Blick eine Spielerei

Die Studie hat einen ernsten Hintergrund. So werden Körperillusionen heute schon in der Therapie eingesetzt, beispielsweise bei Patienten, die nach einer Amputation unter Phantomschmerzen leiden. Spiegel täuschen dabei dem Gehirn vor, dass der fehlende Körperteil doch noch vorhanden ist. Das lindert die Schmerzen.

Ähnliches können sich Guterstam und seine Kollegen auch bei Menschen vorstellen, die unter starken Sozialängsten leiden: Sie könnten laut Mitteilung des Instituts mithilfe eines «unsichtbaren» Körpers versuchen, diese Ängste zu überwinden.

(fee)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hollow Man am 25.04.2015 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Invisible

    Wenn man wirklich unsichtbar sein könnte, was für tolle Dinge kann man da machen :D

  • Vincie1970 am 25.04.2015 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht immer von Vorteil

    Wenn das Postauto nicht hält, wenn man eben unsichtbar an der Haltestelle steht, ist es nicht ganz so tragisch. Geht man aber gerade auf dem Zebrastreifen, wenn ein Lastwagen heran fährt, ist Unsichtbarkeit, das Letzte was man sich wünscht.

    einklappen einklappen
  • Andreas am 25.04.2015 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Militärische Forschung

    Ich glaube kaum, dass hier aus rein anthroposophischem Interesse geforscht wird. Eine solche Tarnkappe - darauf warten die Militärs ja nur. Und weil sich damit viel Unfug anstellen liesse, blieben diese Möglichkeiten der zivilen Bevölkerung verwehrt. Nur zum Finanzieren sind wir erwünscht...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andreas am 25.04.2015 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Militärische Forschung

    Ich glaube kaum, dass hier aus rein anthroposophischem Interesse geforscht wird. Eine solche Tarnkappe - darauf warten die Militärs ja nur. Und weil sich damit viel Unfug anstellen liesse, blieben diese Möglichkeiten der zivilen Bevölkerung verwehrt. Nur zum Finanzieren sind wir erwünscht...

  • Vincie1970 am 25.04.2015 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht immer von Vorteil

    Wenn das Postauto nicht hält, wenn man eben unsichtbar an der Haltestelle steht, ist es nicht ganz so tragisch. Geht man aber gerade auf dem Zebrastreifen, wenn ein Lastwagen heran fährt, ist Unsichtbarkeit, das Letzte was man sich wünscht.

    • nico am 25.04.2015 14:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      hm

      ist doch gut...dann lernen die leute wieder selbstständig über die strasse zu gehen.

    einklappen einklappen
  • Hollow Man am 25.04.2015 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Invisible

    Wenn man wirklich unsichtbar sein könnte, was für tolle Dinge kann man da machen :D