RangerBot

24. September 2018 11:56; Akt: 24.09.2018 11:56 Print

Unterwasser-Roboter hat die Lizenz zum Töten

Nicht nur steigende Wassertemperaturen setzen den Korallen des Great Barrier Reefs zu, sondern auch Seesterne. Nun rücken ihnen autonome Roboter zu Leibe.

15 Kilo schwer, 75 Zentimeter lang und für Dornenkronenseesterne tödlich: der RangerBot der australischen Forscher. (Video: Wibbitz mit Material der QUT und von Keystone)
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Um das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens steht es nicht sonderlich gut – wegen der Klimaerwärmung und den schweren Stürmen, aber auch wegen des Dornenkronenseesterns (Acanthaster planci), der die Steinkorallen mit seinem Verdauungssaft zerstört.

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Laut Forschern des Australischen Instituts für Meereskunde in Townsville (AIMS) ist der Seestern für 42 Prozent der Schäden am Riff verantwortlich.

Auftrag: Aufspüren und eliminieren

Um das Problem in den Griff zu bekommen, injizierten Taucher den Seesternen über Jahre das Gift Natriumhydrogensulfit – einzeln in jeden Arm. Denn würde man ihnen die Injektion nur in einen setzen, könnten die Tiere diesen wieder regenerieren. Zwar wurden so pro Tag Zehntausende Tiere getötet. Dennoch war der Einsatz nicht effektiv genug, weil Dornenkronen bis zu 50 Millionen Nachkommen im Jahr hervorbringen können.

Eine deutlich effektivere Lösung haben Forscher der University of Technology in Queensland gemeinsam mit Google und der Great Barrier Reef Foundation entwickelt: einen Unterwasserroboter namens RangerBot. Dieser kann von Land aus durch die Korallenriffe gesteuert werden, wo er selbstständig Dornenkronenseesterne aufspürt und eliminiert. Dies mittels Bildanalyse durch ein künstliches neuronales Netz.

Sobald er einen Seestern im Visier hat, fährt der RangerBot seinen Arm aus und schiesst eine tödliche Injektion aus Essig oder Gallensäure auf den 6- bis 23-armigen Korallenschädling.

99,4 Prozent zuverlässig

Vier Jahre lang trainierte das Team um Matthew Dunbabin den 15 Kilo schweren und 75 Zentimetern langen Unterwasserroboter darauf, die Dornenkronenseesterne von ungefährlichen Seesternen zu unterscheiden. Und das mit Erfolg, wie Dunbabin sagt: «Er kann die dornigen Seesterne mit einer Zuverlässigkeit von 99,4 Prozent ausmachen.»

Die RangerBots können pro Batterieladung bis zu acht Stunden tauchen und auch nachts im Einsatz sein. Zudem können sie laut Dunbabin Korallenriffe auch auf andere Gefahren hin inspizieren, etwa sonstige Schädlinge, Korallenbleiche oder Versandung.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Krass am 24.09.2018 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eingriff in die Natur

    Vielleicht müsste man sich fragen warum es plötzlich nötig ist derzeit so extrem in die Natur einzugreifen?

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  • mike züsli am 24.09.2018 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    vor Ort

    ja dabn hilft nur eins. Weitere 20 mal dahinzufliegen, um de Klimawandel vor ort anzuschauen

  • Chris am 24.09.2018 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Zivili....was?

    Grossartig, diese Spezies Mensch: erst frisst sie die Meere leer sodass die Seesterne fast keine natürlichen Fressfeinde mehr haben und dann schickt er auch noch Roboter auf die Jagd damit mehr Zeit zum Fressen bleibt. Der Mensch ist echt das A...ende der Evolution.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Butch am 25.09.2018 22:40 Report Diesen Beitrag melden

    Doofe Frage:

    Wieso sammeln sie die Seesterne nicht einfach ein?

  • peter der misanthrop am 24.09.2018 18:11 Report Diesen Beitrag melden

    hallo skynet

    ja wäre mal spannend wenn irgendwelche killerroboter auf menschen angesetz würden, weil die bringen die natur ganz schön aus dem gleichgewicht ;)

  • Skylar O'Connor am 24.09.2018 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Rebelion der Maschinen

    Halt mal, wenn der Roboter lernt und tötet was dem Meer schadet...

    • Play Games am 24.09.2018 15:02 Report Diesen Beitrag melden

      Terminator Version 3.0

      Kein Problem. Der Terminator ist von Menschen gemacht und somit "Fehlerfrei!" :-) Er wird garantiert auch Menschen treffen ;-)

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  • Un Glaublich am 24.09.2018 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Gift vom Mensch gemacht

    Nochmal an alle die glauben sie müssen Gott spielen. Natriumhydrogensulfit, Essig oder Gallensäure gehört nicht dort hin. Bei Auflösung der toten Tiere entsteht im Wasser eine tödliche Substanz für alle Lebewesen auf diesem Planet ERDE. Die ERDE lebt und ist ein komplexer Organismus, stärker als der MENSCH! Der MENSCH ist nicht allmächtig! Kein Tier ist so dumm wie der MENSCH und vergiftet sein Essen so sehr wie der MENSCH!

    • Aber Wahr am 25.09.2018 17:01 Report Diesen Beitrag melden

      Gift in Form von Mensch

      Wir haben uns erneut masslos überschätzt. Und das bestimmt nicht zum letzten mal!

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  • IRobot am 24.09.2018 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    NewWorld Technolgy

    Schön, dass der Roboter alles Selbstständig erkennt und vernichtet. Natriumhydrogensulfit wird ja schon längst den Menschen verabreicht, dann kann der Roboter bald auch diese erkennen und bespritzen.