Jahrhundert-Mondfinsternis

28. Juli 2018 00:53; Akt: 28.07.2018 08:28 Print

Die schönsten Bilder des Himmelsspektakels

Die totale Mondfinsternis am Freitag war mit einer Dauer von 103 Minuten die längste des Jahrhunderts. Zahlreiche Himmelsgucker auf der ganzen Welt bestaunten den Blutmond.

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Mann im Mond: Mondfinsternis am Albis. Dieses Bild wurde in Wengen aufgenommen, wie ein Leserreporter schreibt. Unter dem Mond ist das Jungfraujoch zu erkennen. Blutmond in Lucens VD. Die Mondfinsternis beim Säntis festgehalten hat das Teleskop in der Sternwarte Toggenburg in St.Peterzell, schreibt ein Leserreporter. Mond und Kran. Die Mondfinsternis liess sich auch aus dem Flugzeug bestens betrachten. Eine Leserreporterin aus Muttenz BL schreibt: «Was ich gesehen habe: ein Kind (Mars) das einem grossen, roten Ballon (Mond) hält...» Der Blutmond ganz gross Der Blutmond von der griechischen Insel Naxos aus gesehen: Ein schönes Bild mit dem passenden Rahmen. Die Sicht auf dem Mond aus einer Terrasse. So nah und so rot! Blutmond zwischen den Türmen des Grossmünsters in Zürich. Auch in Wangen bei Olten war der Blutmond und darunter der Mars zu sehen. Mondfinsternis mit dem Mars aus Arbon. Eine sehr ähnliche Aufnahme von einem anderen Leserreporter aus der Romandie. Romantischer geht es kaum: Der Mond am Himmel über Burgdorf. Auch im Bruderholz Quartier in Basel ist der rote Mond gut zu sehen. Dutzende Menschen versammelten sich auf dem Sechseläutenplatz in Zürich, um die Mondfinsternis zu beobachten. Der rote Mond am Horizont in Langnau. Eine wundervolle Nahaufnahme, finden wir. Am Quai in Luzern wurden drei Linsenteleskope aufgestellt. Der rote Mond über das wolkenlose Gränichen. Auch in Spreitenbach herrscht Freude an den roten Mond. Der Mond am noch nicht ganz dunklen Himmel über Winterthur. So schön war die Stimmung in Davos Platz. Himmelsgucker können zudem unterhalb des verfinsterten Monds den Roten Planeten Mars erkennen. (Auf diesem Bild etwas rechts unten). Der Mars befindet sich zur Zeit in Erdnähe und leuchtet deshalb besonders hell. Auch hier ist der Mars - ein kleiner, leuchtender Punkt rechts unterhalb des Mondes - sehr schön zu erkennen. Der rote Mond über Italien. Wunderschön! Leserreporterin Isabel beobachtet die Finsternis am Strand von Sa Coma auf Mallorca. Sehen Sie den Mond? Da unten ist er, ganz klein. «Wir sind bereit» schreibt ein Leserreporter. Das ist die Redaktion von 20 Minuten auch! Ein 20-Minuten-Leser geniesst das Spektakel in der sommerlichen Dämmerung auf der Insel Rhodos. Menschen in Berlin geniessen das besondere Himmelsspektakel am Abend des 27. Juli 2018. Die gesamte Finsternis, von Eintritt bis Austritt aus dem Halbschatten, dauert über sechs Stunden. Auch in der israelischen Haupstadt Tel Aviv gab es an dem milden Sommerabend eine gute Sicht auf den Blutmond. Zudem war der Mars der Erde so nah wie nur selten. Der Himmel über der Stadt Kairo in Ägypten: Der Mond blieb sichtbar und wurde in kupferrotes Licht getaucht.

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Die längste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts hat am Freitag zahlreiche Menschen rund um den Erdball in den Himmel schauen lassen. Von etwa 21.30 bis gegen 23.15 Uhr Schweizer Zeit war die Scheibe des Vollmonds in ein rötliches Licht getaucht.

Während australische Himmelsgucker den Wecker stellen mussten, um den «Blutmond» vor Sonnenaufgang zu sehen, war das seltene Naturschauspiel in Europa an einem lauen Abend zu sehen. Zahlreiche Himmelsgucker liessen sich das Spektakel im Freien nicht entgehen. Mancherorts, auch in der Schweiz, verstellten aber Wolken den Blick auf den Mond.


Die ersten Bilder der Mondfinsternis aus Indien, Indonesien und Kenia. (Video: AFP, AP, Storyful)

Mit einer Gesamtdauer von 103 Minuten war die Phase der totalen Verfinsterung des Monds aussergewöhnlich lang. Zu sehen gab es nichts weniger als den «Blutmond», wie der in kupferrotes Licht getauchte Erdtrabant im Volksmund genannt wird. Als Zusatzattraktion gab es noch einen wegen seiner derzeitigen Nähe zur Erde besonders hellen und grossen Nachbarplaneten Mars zu sehen.

Sicht nicht überall gut

Für die im Land verstreuten Astronomischen Gesellschaften war es die Gelegenheit, sich für einmal mehr Publikum und Aufmerksamkeit zu sichern. Am Quai in Luzern herrschte bereits vor Mondaufgang eine lockere Atmosphäre, wie Marc Eichenberger, Präsident der Astronomischen Gesellschaft Luzern, der Agentur Keystone-SDA am Telefon die Stimmung beschrieb. Mehrere Linsenteleskope seien in Stellung gebracht worden. Es passe alles: das Ereignis falle auf einen Freitagabend, das Wetter sei warm, die Sicht gut.

Auf der Grossen Schanze in Bern fanden sich ebenfalls bereits vor Mondaufgang laufend mehr Menschen ein, wie ein Keystone-SDA-Fotograf vor Ort berichtete. Mehrere Stative von Fotografen wurden aufgestellt. Allerdings sei das Wetter nicht optimal, etwas dunstig und den Alpen entlang leicht bewölkt.

In Lausanne wurden mehrere Himmelsgucker enttäuscht, wie ein Keystone-SDA-Fotograf berichtete. Das Phänomen war im Waadtländer Hauptort aufgrund von Wolken nicht gut sichtbar.

Hindu-Tempel in Indien geschlossen

Das Spektakel wurde rund um den Globus verfolgt. In Indien wurden am Freitag Hindu-Tempel geschlossen, um die angeblich von verdunkelten Himmelskörpern ausgehende negative Energie zu bannen. Ganz anders in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Dort erklärte ein Beobachter: «Genau darum geht es im Leben: Magische Momente wie dieser. Es ist einfach wunderschön.»

Im Norden, Westen und Süden Deutschlands war die Sicht auf die beiden rötlich leuchtenden Himmelskörper ebenfalls vielerorts recht gut, in Berlin und den östlichen Bundesländern schoben sich Gewitterwolken vor den finsteren Mond. Hunderte Menschen verfolgten es am Strand von Norderney an der Nordsee. In Österreich etwa gab es im ganzen Land zahlreiche organisierte oder spontane «Public Viewings». In Wien fanden sich hunderte Schaulustige ein.

Auch in den sozialen Medien beschäftigte viele das Himmelsspektakel. «Ich finde den Gedanken irgendwie wunderschön, dass die ganze Welt heute gemeinsam zum Mond aufschaut», schrieb ein Twitter-Nutzer.

Über hundert Jahre warten

Das Phänomen «Blutmond» entsteht durch Streulicht der Sonne. Vor allem die langwelligen, roten Anteile des Lichts werden durch die Erdatmosphäre in den Schattenkegel hinein gebrochen.

Der Zufall wollte es, dass ganz in der Nähe des Vollmondes der Planet Mars ebenfalls in Erdnähe unterwegs ist. Der rote Planet war eine Handbreit unterhalb der verdunkelten Mondscheibe zu sehen und übertraf für einmal sogar den Jupiter an Glanz.

Die nächste totale Mondfinsternis von ähnlicher Länge wie am 27. Juli ist erst wieder für das Jahr 2123 zu erwarten.

(jcg/scl/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Edgar Lewis am 28.07.2018 07:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heutzutage....

    ...wissen wir bescheid. Was mussten früher die Menschen gedacht haben bei solchen Spetakeln. Wohl sowas wie, die Götter müssen verrückt sein.

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  • pater007 am 28.07.2018 03:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunderschön

    Das war ein toller Anblick. Natur sei Dank!

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  • Abbyy am 27.07.2018 20:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Infos!

    Der Beste Beitrag seit langem, Danke!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pierruno am 28.07.2018 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    Immer noch Rot?

    Weiss jemand wieso der Mond immer noch rötlich scheint. Eigentlich ist es doch schon vorbei 27. Juli Ligurische Küste

  • Tom M. am 28.07.2018 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Ich war zu betrunken um den Mond in Rot zu sehen, sah ihn nur in Blau....

  • Diobole am 28.07.2018 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blutmond?

    Bin nicht abergläubisch, aber sicher ist sicher: habe das Spektakel nicht beobachtet. "Blutmond" nur schon beim Name krieg ich eine Gänsehaut.

  • Fotograf am 28.07.2018 15:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schönsten Bilder?

    Die schönsten Bilder des Himmelsspektakels, teils mit schrecklich schlechten Fotos in der Bilderstrecke.

  • Realist am 28.07.2018 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fliegendreck

    Am besten gefallen mir die Smartphone Fotos mit einem kleinen, kaum sichtbaren Punkt, ohne dass man auch nur etwas erkennt. Tja, da lohnt sich eben doch eine gute Spiegelreflexausrüstung - auch wenn nur analog mit der R 9.