Mikrofone im Meer

02. März 2019 15:11; Akt: 02.03.2019 15:14 Print

Verraten Tonaufnahmen, wo Flug MH 370 abstürzte?

Aufgrund neu ausgewerteter Unterwasser-Audioaufnahmen ziehen Forscher in Betracht, dass Flug MH 370 ganz woanders abgestürzt sein könnte.

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Malaysia Airline Flug 370 verschwand am 8. März 2014 vom Radar. Seither gilt die Maschine als vermisst. Die Suchaktion beschränkte sich damals auf ein Gebiet im südlichen Indischen Ozean westlich von Australien. (Im Bild: Die Unglücksmaschine 2011 in Paris.) Anfang 2019 hat der Mathematiker Usama Kadri Hinweise auf eine weitere mögliche Absturzstelle präsentiert. Er hatte dafür Tonaufnahmen von Unterwasser-Mikrofonen zum Absturzzeitpunkt ausgewertet. (Im Bild: Ein sogenanntes Hydrophon, wie es zur Überwachung des Atomtestverbots verwendet wird.) Die Tonaufnahmen stammen von zwei Hydrophonstationen (HA01 vor Westaustralien und HA08s bei Diego Garcia). Die weissen Rechtecke in der linken Bildhälfte zeigen die neu präsentierten, möglichen Absturzorte im Indischen Ozean. Kadri hat seine Erkenntnisse den Behörden in Malaysia und Australien mitgeteilt. Diese liessen ausrichten, dass eine neue Suche vorerst nicht geplant sei. (Im Bild: eine Sendestation des Hydrophon-Netzes der Organisation über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen.) Neben Kadris Forschung gibt es weitere Theorien zum Absturz von Flug MH 370: Ein Expertengremium sagte am 13. Mai 2018 in der australischen Sendung «60 Minutes», dass Kapitän Zaharie Amad Shah beim Absturz von Flug MH 370 von Malaysia Airlines einen sorgfältig vorbereiteten Suizid mit gleichzeitigem Massenmord begangen habe. Der britische Boeing-Pilot Simon Harvey sagte in der Sendung, der Pilot sei extra an der Grenze der Lufträume zwischen Malaysia und Thailand geflogen, um unentdeckt zu bleiben. «Wenn ich mit einer 777 verschwinden müsste, würde ich es genauso machen», meinte Hardy. An Bord der Maschine befanden sich 239 Personen. Das Flugzeug war damals auf dem Weg von der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur in die chinesische Hauptstadt Peking. Wichtiges Beweisstück: Das Teil eines Flügels der vermissten Boeing der Malaysian Airlines wird vor der Küste von La Réunion wegtransportiert. (29. Juli 2015) Luftfahrt-Experte Larry Vance sagte im August 2016, er sei überzeugt, dass der Absturz von Menschenhand verursacht worden sei. Er glaubt nicht an ein technisches Versagen. Auch Blaine Gibson will das grösste Rätsel der modernen Luftfahrt lösen. Von seinen Fortschritten berichtet er Der Jurist aus Seattle zeigt mögliche Überreste der vermissten Malaysian-Airlines-Maschine, gefunden auf der Insel Nosy Boraha bzw. Sainte Marie vor der madagassischen Ostküste. Eine Tasche mit einem weissen Angry-Bird auf der Aussenseite ist das augenfälligste Stück in der Sammlung der angeblichen Fundstücke, ... ... die Gibson fotografiert hat und den betroffenen Familien via Internet zukommen liess. Ebenfalls angeschwemmt: Eine schwarze Laptop-Hülle mit dem Logo «Mensa».

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Fast fünf Jahre ist es her, dass eine Boeing 777 der Malaysia Airlines spurlos verschwand. Trotz der bisher umfangreichsten und teuersten Suchaktion aller Zeiten fehlt von der Maschine und den 239 Menschen an Bord bis heute jede Spur. Nun haben Forscher um den Mathematiker Usama Kadri neue Hinweise auf mögliche Absturzorte gefunden. Demnach könnte der Passagierjet Tausende Kilometer entfernt von den Orten, an denen gesucht wurde, abgestürzt sein, wie sie im Fachjournal «Scientific Reports» schreiben.

Ihre Erkenntnisse basieren auf Unterwasser-Tonaufnahmen, die am 8. März 2014 gemacht wurden, als Flug MH 370 verschwand. Diese stammen von Mikrofonen im Meer, die installiert wurden, um die Einhaltung des Kernwaffenteststopp-Vertrags zu überprüfen. Insgesamt wurden vier Tonereignisse aufgezeichnet, die vom Aufschlag eines Flugzeugs im Meer stammen könnten. Dabei handelt es sich um sogenannte akustische Schwerewellen. Das sind sehr tieffrequente Schallwellen, die sich im Wasser mit grosser Geschwindigkeit ausbreiten und deren Ursprung zurückverfolgt werden kann.

Flugroute unklar

Zwei dieser Tonereignisse passierten Tausende Kilometer vom damaligen Suchgebiet entfernt. Und zwar im Gebiet zwischen Madagaskar und der Insel Diego Garcia weiter nördlich im Indischen Ozean. Als Absturzstelle wurde diese Gegend bisher nicht in Betracht gezogen.

Bisher ging man davon aus, dass der Jet in einem Gebiet abgestürzt ist, das siebter Bogen genannt wird. Dieses wurde definiert aufgrund der Kontakte, die es mit dem Flugzeug gab, bevor es ganz verschwand. Welchen Kurs das Flugzeug aber wirklich nahm, als es vom Radar verschwand, ist unklar.

Zwar räumt Kadri ein, dass die Tonereignisse auch von Unterwasserbeben, Vulkanausbrüchen oder einem ins Meer stürzenden Meteoriten stammen könnten. Trotzdem fordert er die zuständigen Behörden auf, bei einer allfälligen neuen Suche zuerst die aufgezeichneten Ton-Ereignisse zu untersuchen. Und zwar unabhängig von Informationen aus anderen Quellen wie Satellitendaten, bei denen es grosse Unsicherheiten gibt, wie er auf Theconversation.com schreibt.

Experten skeptisch

Unter Experten sind die Meinungen zu Kadris Erkenntnissen geteilt. David Griffin von der staatlichen australischen Forschungsorganisation Csiro sagte zu Livescience.com, dass er keinen Grund sehe, die Daten, die den siebten Bogen definiert hätten, zu ignorieren. Wäre die Maschine nahe Madagaskar abgestürzt, hätte es nicht 18 Monate gedauert, bis Treibgut vom Wrack die Küste Ostafrikas erreicht hätte, so Griffin.

David Gallo, der 2011 die erfolgreiche Suche nach dem Absturzort des Air-France-Flugs 447 geleitet hatte, könnte sich dagegen durchaus einen Absturzort jenseits des siebten Bogens vorstellen. Der siebte Bogen sei damals definiert worden, um die Suche zu beschleunigen. Er selber sei nicht überzeugt, dass die Satellitendaten den Kurs der Unglücksmaschine richtig wiedergaben, sagte Gallo zu Livescience.com.

(jcg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Philippe R. am 02.03.2019 15:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verfolgt diese Spur!

    Ha, hab ich es doch gesagt. Das Flugzeug wurde ja dort von Einheimischen gesehen im Tiefflug. Aber es wurde unter den Teppich gekehrt. Bleibt dran!

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  • TJ am 02.03.2019 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich würde dort suchen gehen

    Jede suche sollte verfolgt und ausgeführt werden. Ungeachtet des Geldes und Zeit! Das ist man diesen Menschen aus humanitären Gründen einfach schuldig und die Verwandtschaft kann endlich damit abschliessen. Geld, sehr viel Geld ist schon mehrfach viel blöder ausgegeben worden. Und wieso sollte dieser Typ nicht Recht haben? Weil er kein Diplom hat?!? Oder nicht bekannt ist?!? Come on...,..

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  • Dana am 02.03.2019 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Als Angehörige muss das schrecklich sein!! Scheint vieles irgendwie unter den Teppich gekehrt worden zu sein. Ich wünsche allen Angehörigen viel Kraft und baldige Gewissheit, was mit ihren Liebsten wirklich geschehen ist! Und ich hoffe sehr, dass die Passagiere von all dem nicht oder zu mindest nicht mehr viel mitbekamen. Horror so etwas!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wellness am 10.03.2019 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genug ist genug

    Genug ist genug. Man hat ein Wrack gefunden, das angeschwemmt wurde. Also ist es klar, dass der Flieger im Meer abstürzte. Für die Angehörigen ist es selbstverständlich eine ganz ganz tiefe Wunde nichts genaues zu Wissen. Aber bitte, einmal ist doch genug getrauert, das Leben geht weiter. Sollte es wirklich so sein, dass die Amis oder Putin mehr wissen sollten und es kommt aus, was änderst? Nätürlich sollten die dann so bestraft werden, wie es noch keine gab.

  • O. Rwell am 05.03.2019 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Flugzeug wurde vom CIA ferngesteuert

    die CIA haben den Flieger als Testlauf für weitere Aktionen via Fernsteuerung abstürzen lassen

  • Phil Krill am 05.03.2019 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... sonst hagelt es ...

    ... also doch Diego Garcia. Hier haben die USA einen Atomwaffenstützpunkt. Und wehe ein Flugzeug kommt hier zu nahe - egal was für eines - peng! Mit den korrekten Satelliten-Daten ist die Absturzstelle bekannt - aber die werden nicht veröffentlicht, sonst hagelt es Klagen ...

  • Amir am 05.03.2019 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Überlebende

    Sucht weiter! Ich bin sicher, die haben es irgendwie auf eine Insel geschafft. Sonst hätte man schon längst etwas gefunden. Die leben alle noch auf einer Insel. Das hat man ja im Film Castaway gesehen.

  • B.Armin am 05.03.2019 00:34 Report Diesen Beitrag melden

    Loslassen ist schwer..

    Das Schicksal wollte es so. Nach so vielem Suchen, muss es gut sein. Es tut mir leid für die Angehörigen - aber - man soll nun die Toten ruhen lassen - es sollte wahrscheinlich nicht sein, dass man sie findet. Täglich ein Gedanke an sie und ein Gedenktag, das kann auch helfen, die grosse Trauer zu verarbeiten. R.I.P