Wasserstoff-Bombe

06. Januar 2016 14:03; Akt: 06.01.2016 14:56 Print

Viel stärker als eine Atombombe

Atombomben, Wasserstoffbomben, Neutronenbomben: Forscher entwickelten in den 1940er- und 1950er-Jahren Massenvernichtungswaffen mit immenser Sprengkraft.

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un provoziert den Rest der Welt. Mit dem angeblichen Test einer Wasserstoffbombe hätte die Atomwaffenentwicklung des abgeschotteten Landes eine neue Dimension erreicht. Das international isolierte Nordkorea zündete am Mittwoch nach eigenen Angaben erstmals erfolgreich eine Wasserstoffbombe.

Südkorea hegt Zweifel und spekuliert, es könne sich um «ein Zwischending zwischen Atombombe und Wasserstoffbombe» gehandelt haben. Doch was ist der Unterschied zwischen einer Atombombe und einer Wasserstoffbombe?

Atombombe

Als ihr wichtigster «Vater» gilt der Amerikaner Robert Oppenheimer. Die ersten Atombombenabwürfe am 6. und 9. August 1945 auf Hiroshima und Nagasaki beendeten den Zweiten Weltkrieg in Asien. Atomwaffen werden mit radioaktivem Plutonium oder Uran hergestellt.

Die Kettenreaktion bei ihrer Explosion setzt Energie als Hitze, Druck und Strahlung frei. In kurzer Zeit können Hunderttausende getötet und ganze Landstriche verwüstet werden. Die radioaktive Strahlung verursacht gesundheitliche Langzeitschäden.

Wasserstoffbombe

Die Wasserstoffbombe, auch H-Bombe genannt, wurde unter Leitung von Edward Teller in den USA entwickelt und erstmals 1952 auf einem Atoll im Pazifik gezündet. Die Sprengkraft ist um ein Vielfaches grösser als bei einer Atombombe. Sie setzt Energie aus einer Kernverschmelzung frei. Bei dieser Fusion verschmelzen unter anderem die Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium zu Helium. Zur Zündung des Gemischs sind mehr als 100 Millionen Grad erforderlich. Deshalb enthält eine H-Bombe als Zünder eine Atombombe.

1961 wurde eine Wasserstoffbombe als Test gezündet. Es ist die grösste künstliche Explosion in der Geschichte der Menschheit:

Neutronenbombe

Neutronenwaffen vernichten Lebewesen bei geringen Materialschäden. Beruht die Wirkung herkömmlicher Atomwaffen vor allem auf der Druck- und Hitzewelle, geben Neutronenwaffen die meiste Energie in Form harter Neutronenstrahlung ab. Sie führt je nach Intensität innerhalb von Minuten oder Wochen zum Tod. Gebäude bleiben unversehrt. Der Fallout der 1958 von dem Amerikaner Samuel Cohen entwickelten Waffe ist gering: Einen Tag nach der Explosion kann das betroffene Gebiet gefahrlos betreten werden.

(pat/sda)