Bedrohte Jäger

15. Dezember 2011 22:58; Akt: 15.12.2011 21:17 Print

Von Raubkatzen und Menschen

von Martina Huber - Um die Leoparden und Löwen in der Kalahari zu schützen, erforscht eine Schweizer Zoologin die Grosskatzen. Dazu arbeitet sie eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen.

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Eigentlich wollte die Schweizer Zoologin Monika Schiess-Meier in Botswana Leoparden studieren, um herauszufinden, wie man diese Tiere in Zoos artgerechter halten könnte.

Aber als sie die Grosskatzen in der Steppe der Kalahari sah, war sie derart fasziniert, dass es kein Zurück mehr gab: Sie wollte nicht länger in Zoos arbeiten, sondern die Tiere in freier Wildbahn erhalten. Dazu hat die Zoologin im Jahr 2000 angrenzend an ein Wildtier­reservat ein Forschungscamp aufgebaut. Sie und ihr Team statten Leoparden und Löwen mit Sendern aus und verfolgen gemeinsam mit einheimischen Spurenlesern, wie die Tiere ihren Lebensraum nutzen.

Doch biologisches Wissen alleine reicht nicht, um die Tiere zu schützen: «Wir müssen auch die Menschen einbeziehen, die in der Nähe des Wildtierreservates leben», sagt Schiess-Meier. Deren wichtigstes Gut sind nämlich Kühe und Kälber – und die fallen den Raubkatzen immer wieder zum Opfer.

Dass es im Reservat Löwen und Leoparden geben muss, damit die Touristen kommen, das leuchte den Leuten ein, sagt die Zoologin. Hingegen müsse man ihnen erst erklären, dass sich die Raubkatzen auch ausserhalb ihres Schutzgebietes bewegen. Sonst seien sich die Leute nicht bewusst, dass sie immer wieder Tiere schiessen, die eigentlich aus dem Reservat stammen. Weiter zeigt Schiess-Meier Viehhaltern, wie sie ihre Kühe besser schützen können, – und hilft ihnen bei alltäglichen Problemen mit ihren Tieren.

Zwar sind auch dieses Jahr wieder mehrere Grosskatzen geschossen worden. Aber Schiess-Meier sagt: «Die Leute, die mit uns arbeiten, töten den Leoparden nicht mehr, wenn er sich in der Nähe des Viehs herumtreibt. Sie informieren uns, damit wir gemeinsam eine Lösung finden können.»