Masern-Toter

24. März 2017 21:14; Akt: 24.03.2017 21:14 Print

Wären alle geimpft, könnte der Mann noch leben

von Fee Riebeling - Obwohl er geimpft war, starb ein Mann in der Schweiz an Masern. Dies, weil noch immer Menschen die lebensrettende Spritze verweigern.

Bildstrecke im Grossformat »
Wie wichtig eine Impfung gegen Masern ist, zeigt Dieser ist – obwohl er geimpft war – an den Folgen der hochansteckenden Infektionskrankheit gestorben. Eine Rolle hat dabei auch seine Leukämie-Erkrankung gespielt: Durch die Therapie wurde sein Immunsystem stark geschwächt, was die Wirksamkeit der Impfung ausgehebelt hat. Um Menschen wie ihn vor einer Infektion zu schützen, ist es wichtig, die Schweiz zuverlässig von Masern zu befreien. Dafür muss eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werden. Nur dann kann sich der Erreger nicht mehr verbreiten. Nur so können immunschwache Menschen und ... ... und jene, die sich aus medizinischen Gründen wie beispielsweise Allergien oder akuten Infektionen nicht impfen lassen können, geschützt werden. Den besten Schutz bringt laut BAG eine Impfung mit dem kombinierten Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR). Selbst in den seltenen Fällen, in denen es trotz Impfung zu Masern kommt, ist der Krankheitsverlauf abgeschwächt. Das Perfide an Masern: Erkrankte sind auch dann schon ansteckend, wenn sie noch nicht den typischen Hautausschlag entwickelt haben. Denn die Infektionsgefahr besteht drei bis fünf Tage vor dem Ausbruch des Hautausschlags und bis vier Tage danach. Masern beginnen wie eine heftige Grippe: Mit hohem Fieber, einer laufenden Nase und Husten sowie entzündeten Schleimhäuten. Der einzige eindeutige Hinweis auf Masern findet sich zu diesem Zeitpunkt im Mundraum des Betroffenen: Die sogenannten Koplik-Flecken - weisse Flecken mit rotem Rand an den Wangeninnenseiten. Oft werden Masern als Kinderkrankheit abgetan. Doch das ist falsch: So können Menschen jeden Alters erkranken, zudem kommt es bei jeder zehnten Person zu Komplikationen. Am schwerwiegendsten sind Lungen- und Gehirnentzündungen. Bei einem von rund 3000 Erkrankten verlaufen Masern sogar tödlich. Weitere Informationen finden Sie im Text.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Trotz Impfung ist hierzulande ein junger Mann den Folgen seiner Maserninfektion (siehe Box) erlegen. Diese hatte eine Lungenentzündung hervorgerufen, die der an Leukämie erkrankte Patient nicht überlebte. Das Tragische: Sein Tod hätte verhindert werden können.

Umfrage
Sind Sie gegen Masern geimpft?

Das müssen Sie wissen:

Der Verstorbene war gegen Masern geimpft. Warum war er trotzdem nicht immun?
Der Verstorbene litt an Krebs und wurde entsprechend therapiert. Dadurch wurde jedoch sein Immunsystem stark geschwächt. «Allgemein ist es so, dass wenn das Immunsystem schwerwiegend versagt, auch die Impfung keine Wirkung mehr hat», sagt Hugo Sax, Leiter Spitalhygiene am Universitätsspital Zürich.

Können denn Menschen mit intaktem Immunsystem darauf vertrauen, dass die Impfung bei ihnen wirkt?
Nein, auch bei gesunden Menschen kann es passieren, dass sie nicht auf die Impfung ansprechen. «Das ist nach der ersten Impfung bei fünf Prozent der Geimpften der Fall, nach der zweiten Impfung bleiben zwei Prozent ohne Schutz», sagt Daniel Koch, Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Warum wird nicht überprüft, ob die Impfung Wirkung zeigt?
Möglich wäre es laut Experten schon. Und zwar, indem man untersucht, ob Antikörper gegen den Erreger gebildet wurden. Bei Pflegepersonal wird das beispielsweise standardmässig nach Hepatitis-B-Impfungen gemacht, so Koch: «Theoretisch wäre das auch bei der Masernimpfung möglich. Das wird routinemässig aber nicht gemacht, weil die Tests nicht so aussagekräftig sind.»

Wenn die Impfung nicht immer anschlägt, warum ist es dann so wichtig, dass man sie trotzdem vornimmt?
Weil sich die Schutzmedikamentierung auch dann auszahlt: Denn nur ein bis acht Menschen von 100 bekommen trotz Impfung Masern, nachdem sie dem Virus ausgesetzt waren. Von den nicht Geimpften stecken sich dagegen etwa 90 von 100 an.

Zudem übernimmt man damit auch Verantwortung für andere Menschen. Insbesondere für jene, die sich aus medizinischen Gründen wie Allergien, akuten Infektionen oder – wie im Fall des Verstorbenen – geschwächtem Immunsystem nicht impfen lassen können, ist das wichtig.

Um die Schweiz zuverlässig von Masern zu befreien, muss eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werden. Nur dann kann sich der Erreger nicht mehr verbreiten. Aktuell liegt diese aber erst bei 85 Prozent, sagt Hugo Sax vom Universitätsspital Zürich.

Wie lange hält der Schutz nach einer Impfung?
Danach ist man lebenslang geschützt, denn es wird ein Lebendimpfstoff gegeben, der eine geringe Menge an funktionsfähigen Viren enthält. Wer ihn bekommt, macht danach eine ganz leichte Infektion mit den geimpften Viren durch. Wie bei der Erkrankung auch bildet der Körper dann Abwehrzellen und Antikörper, die ein Leben lang bleiben.

Wie lautet die Impfempfehlung für die Schweiz?
Im Schweizerischen Impfplan wird geraten, Kleinkinder gegen Masern impfen zu lassen. Empfohlen sind zwei Dosen im Alter von zwölf Monaten und 15 bis 24 Monaten. Allen 1964 und später Geborenen, die nicht zweimal geimpft sind und die Masern noch nicht hatten, wird die Nachimpfung empfohlen.

Was ist mit Neugeborenen?
Sofern sie gestillt werden und die Mütter entweder Masern hatten oder ausreichend geimpft sind, verfügen Säuglinge über einen sogenannten Nestschutz. Darunter versteht man Antikörper, die die Mutter über die Plazenta oder die Milch auf das Kind übertragen hat. Jedoch schwindet dieser Schutz mit der Zeit.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter S. am 24.03.2017 22:22 Report Diesen Beitrag melden

    Irreführender Titel

    Dieser reisserische Titel ist eine Behauptung und klar irreführend. Auch bei einer Impfquote von mind. 95% kann es immer noch zu solchen Einzelschicksalen kommen. Aber mit solchen Überschriften kann man natürlich die öffentliche Meinung sehr gut beeinflussen und mit dem Finger auf die angeblich Schuldigen zeigen.

  • Kaktus am 24.03.2017 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Würde jeder sich an die verkehrsregeln halten würden xxx menschen das leben gerettet werden... Jeder kann das "würde" spiel beliebig ergänzen.

  • Erik am 24.03.2017 22:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ehmmm?!

    Man könnte auch sagen: "Hätte er keine Leukämie gehabt, wäre der Mann noch am leben" oder "Wäre sein Immunsystem intakt gewesen, so wäre der Mann noch am Leben" usw., aber gut: Hauptsache man versucht alles um den Impfzwang voran zu treiben. Ohne mich! Ich würde mich dagegen mit allen Mitteln wehren! Ausserdem: Der Mann ist wegen seiner Leukämie UND seiner Impfung tot! Denn: Würde man einen Immungeschwächten impfen?! Wohl kaum! Hier kommt genau das zum tragen! Das Immunsystem des Mannes machte schlapp und sofort waren die geimpften Erreger zur Stelle und gaben ihm den Rest!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco von der Mühll am 27.03.2017 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Versteh ich nicht

    Wenn er geimpft war, warum ist er denn daran gestorben? Nützen diese Impfungen etwa nicht?

  • Piora am 27.03.2017 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Allergie

    Witzig! Alle sollten geimpft sein. Tja ich hatte das letztemal, vor 16 Jahren, einen Impfschaden erlitten und darf deshalb nie wieder in meinem Leben impfen, da ich daran vermutlich sterben würde. Also klar es können sich schon alle impfen lassen, gibt aber immer welche die es nicht sind, weil sie nicht können/ dürfen.

    • Manu am 27.03.2017 11:45 Report Diesen Beitrag melden

      Liebe Piora

      Genau darum ist es wichtig, dass wir eine möglichst hohe Impfquote haben. So sinkt die Wahrscheinlichkeit gegen Null, dass du und die anderen die nicht impfen können, mit einem Infizierten in Kontakt kommst. Für dich wäre so ein Infizierter unter umständen mit schweren Komplikationen verbunden.

    • kurt am 27.03.2017 12:22 Report Diesen Beitrag melden

      @Manu

      Ein infizierter bleibt träger des Erregers auch wenn er geimpft ist. Somit kann er andere anstecken auch wenn er geimpft ist. Er selbst erkrankt vielleicht nicht weil sein Immunsystem mit dem Erreger klarkommt. Alles andere ist Propaganda der Pharmaindustrie.

    einklappen einklappen
  • Swissgirl am 26.03.2017 18:36 Report Diesen Beitrag melden

    Spitäler, ein riesiger Virenpool

    Es bringt nichts, allen Nichtgeimpften ein schlechtes Gewissen machen zu wollen mit der Behauptung, dass der Mann noch leben würde wenn alle geimpft wären. Diese Behauptung ist unhaltbar, das zeigen schon die Aussagen bezüglich des Versagens des Impfstoffes. Ein Leukämie-Kranker bleibt meines Wissens in stationärer Behandlung, bis diese abgeschlossen ist. Er hat sich somit im Spital angesteckt, was wiederum die Frage nach den Quarantänevorschriften des anderen Masernpatienten aufwirft. Es wäre gut mal die Spitäler zu checken statt Angst zu verbreiten.

  • Dr Tod am 26.03.2017 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Schon komisch

    Ich frage mich wie die Menschheit Millionen von Jahren überleben konnte ohne Impfungen? Schon merkwürdig

    • Manu am 27.03.2017 11:48 Report Diesen Beitrag melden

      Was für eine Logik

      Aha, haben sie sich schon mal geschichtlich mit der Sterblichkeit und Lebenserwartung befasst? Wir haben heute ein extrem hohe Lebenserwartung, und dies ist auch zum Teil auf die Impfungen zurückzuführen.

    einklappen einklappen
  • Didi Weidmann am 26.03.2017 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Aufpassen mit solchen Aussagen!

    ... könnte, das ist wohl doch eher eine blosse Spekulation! - Vielleicht wäre er auch noch am Leben, wäre er nicht trotz seiner Immunschwäche geimpft worden... - Achtung: Ich bin ein grosser Befürworter von Impfungen, aber hier sollte man mit solchen Aussagen einfach sehr vorsichtig sein, dann das war doch ein ganz spezieller Sonderfall! Zudem ist der Zwang zu Impfungen zumindest dann, wenn Menschen nicht in Heimen, Spitälern oder Krippen arbeiten ziemlich fragwürdig. Ausserdem: Solange Impfungen nicht von der Krankenkasse bezahlt werden, ist ein Zwang überhaupt kein Thema!

    • kurt am 27.03.2017 12:25 Report Diesen Beitrag melden

      Es gibt noch ein weiteres Problem

      Solange die Opfer von Impfschäden damit abgespeisst werden das einfach behauptet wird es sei ja nicht klar erwiesen das es von der Impfung her kommt, solange ist das mit der Impferei einfach ein Lottospiel. Die Pharmaindustrie kassiert dick ab und die Opfer sollen mal schön schauen wo sie bleiben.

    einklappen einklappen