Gestrandet

04. Dezember 2019 09:30; Akt: 04.12.2019 10:46 Print

Wal mit 100 Kilo Plastik im Leib explodiert an Strand

An der schottischen Küste ist ein Pottwal explodiert, als ihn Umweltschützer untersuchen wollten. In seinem Bauch fanden sie enorme Mengen Plastik.

Der Wal explodierte, als er untersucht wurde. (Video: SMASS via Storyful)
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Reste von Fischernetzen, Seile, Plastiksäcke, Verpackungsbänder und Plastikbecher. Insgesamt etwa 100 Kilogramm davon. Das fanden Umweltschützer im Magen eines jungen Pottwals, der am Strand von Luskentyre auf der schottischen Isle of Harris angeschwemmt worden war, wie die BBC berichtete. Der Müll hatte sich zu einem riesigen Ball geformt.

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Der Müll stammt vom Festland und von Fischerbooten und könnte vom Wal an einem beliebigen Ort zwischen Norwegen und den Azoren aufgenommen worden sein. Umweltschützern zufolge war zunächst nicht klar, ob der Wal direkt durch den Plastikmüll starb.

Bei der Untersuchung explodiert

«Das Tier war nicht in einem besonders schlechten Zustand», teilte die schottische Gruppe Smass (Scottish Marine Animal Stranding Scheme) auf Facebook mit, die gestrandete Meerestiere erfasst. «Die Menge an Plastik im Magen ist trotzdem erschreckend.» Sie dürfte die Verdauung des Meeressäugers beeinträchtigt haben und zeige einmal mehr die Gefahr, die von Abfall im Meer und verlorenen oder weggeworfenen Fischernetzen ausgehe, so die Gruppe weiter.

Als die Helfer den Kadaver anstachen, um ihn zu untersuchen, kam es zu einer Explosion. Die Innereien des Tieres wurden dabei auf den Strand geschleudert. Laut den Experten sind so grosse Tiere sehr gut isoliert. Selbst bei eisigen Temperaturen würden die Innereien sehr heiss werden, was zu einer rasanten Verwesung und Explosionen der Innereien führen könne.

Besorgniserregender Trend

Immer wieder werden in den Weltmeeren tote Wale entdeckt, die wahrscheinlich durch Plastik verendet sind. So fand ein US-Meeresbiologe im März in einem toten Cuvier-Schnabelwal auf den Philippinen 40 Kilogramm Plastik. Vor einem Jahr entnahmen Forscher einem an die Küste von Indonesien gespülten Wal 115 Plastikbecher, 25 Plastiktüten, zwei Flip-Flops und mehr als 1000 weitere Plastikteile. Im August 2019 war in Thailand die Baby-Seekuh Mariam an einer Infektion, ausgelöst von Plastikteilen in ihrem Magen, gestorben.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Geniesser69 am 04.12.2019 09:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    überall Plastik:-(

    Anstelle der doofen CO2 debatte sollte lieber der Plastikabfall in den Vordergrund rücken,denn das ist wirklich eines der grössten und erwiesenes Umweltproblem das zu 100%vom Mensch stammt!

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  • Naturfreund am 04.12.2019 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Prioritäten

    Abfall vorallem Plastikabfall, ist ein viel dringenderes Problem als der natürliche Klimawandel. Und ein Weg weniger Abfall zu produzieren ist die Bevölkerungsexplosion zu stoppen. Weniger Menschen erlaubt es das alle in mehr Wohlstand leben. Und nur wer keine Not leidet kann es sich leisten nachhaltig zu leben.

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  • Don Vito Corleone am 04.12.2019 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wale explodieren nicht!

    Lediglich die Verwesungsgase sind schlagartig entwichen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani B. am 05.12.2019 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Plastik ist ein guter Brennstoff

    Warum Länder nicht in Müllverbrennung mit Fernwärme investieren bleibt unlogisch.

  • Fisch am 05.12.2019 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also ja

    explodieren ist für mich anders...

  • Julchen am 05.12.2019 07:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plastik

    Es sollen zuerst einmal die Produzenten anfangen und nicht der Konsument.

    • bluekoala am 05.12.2019 08:39 Report Diesen Beitrag melden

      Warum nicht beide?

      Warum immer mit dem Finger auf die Anderen zeigen? Es können ja ALLE was beitragen und sich einsetzen. Orientiere dich am guten Beispiel, nicht am schlechten.

    • 3stremiX am 05.12.2019 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @bluekoala

      Super Aussage! Bin komplett Ihrer Meinung

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  • 3.2.1... am 05.12.2019 03:53 Report Diesen Beitrag melden

    Glas - Depot war gut !

    Doch dann nahm sich die Industrie immer mehr das Recht zu Gunsten der Gewinnmaximierung und zu Lasten des Lebens auf der Erde uns (unteranderem) mit Plastik zu verseuchen, auch im Körper eines jeden Menschen befindet sich nun Plastik (uvm). Aber die leicht zu steuernde und harmony bedürftige Menschheit lässt sich von den Lobbyierten alles erzählen, und glauben einfach an das Gute, nie würde die Menschheit der brutalen Wahrheit in die Augen schauen. Darum gelingt es unter anderem auch den Kriegstreibern zu tun was sie tun. Nun wird sogar der kontrollieren Masse die Schuld für ungutes gegeben...

    • plakativ am 05.12.2019 13:13 Report Diesen Beitrag melden

      Welche Industrie genau?

      Die meisten Leute entsorgen keine Plastikabfälle in Gewässern. Die meisten Unternehmen ebenfalls nicht. Und am allerwenigsten werfen sich die ach so bösen Kunststoffe selber ins Meer. Glasscherben in der Natur sind übrigens auch nicht besser. Mit solchen Rundumschlägen ist niemandem gedient. Fehlbare identifizieren und bestrafen! Und die Entsorgung hierzulande endlich konsumentenfreundlicher gestalten.

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  • Tragödie am 05.12.2019 03:28 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Grund

    Der Wal explodierte infolge Verwesungsprozess aber der Mülle hingegen führte zu seinem Tod.