Wochenend-Wissen

05. Juli 2019 21:46; Akt: 05.07.2019 21:46 Print

Darum folgt auf die Party der Kater-Durchfall

Kopfschmerzen, Schwindel und Durchfall. Eine sorglose Partynacht endet durch die Nebenwirkungen häufig mit einer Aftershow auf dem WC.

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Für viele Menschen gehört zu einer richtigen Party auch Alkohol dazu. Bevor man allerdings kräftig zulangt, ... ... sollte man sich bewusst machen, dass Alkohol, genauer gesagt Ethanol, als Gift gilt: 2007 wurde der Stoff von der WHO als potenziell krebserregend eingestuft. Ausserdem soll er nach bisherigem Kenntnisstand für über 300 Krankheiten und Organschäden verantwortlich sein. Doch wie so oft gelten auch hier die viel zitierten Worte des Schweizer Mediziners Paracelsus (1493–1541), der frei übersetzt sagte: «Die Dosis macht das Gift.» Soll heissen: Gegen Alkohol spricht nichts, solange er massvoll getrunken wird. Doch bereits seine Zeitgenossen schlugen seine Ermahnungen oft in den Wind. Die Alkoholkrise war so gross, dass der deutsche Reformator vor dem «Saufteufel» warnte. Auch wenn die Gelage heute in der Regel moderater ausfallen: Ganz unberechtigt war Luthers Warnung nicht, denn Alkohol beeinflusst so gut wie jedes Organ, wie die nächsten Bilder zeigen. Sofort nach dem ersten Schluck beginnt die Aufnahme ins Blut: Ein kleiner Teil gelangt über die Mundschleimhaut und die Speiseröhre direkt dorthin. Bis zu einem Viertel wird über die Magenschleimhaut aufgenommen. Der Rest gelangt über den Darm ins Blut. Nach rund zwei Minuten kommt der Alkohol im Gehirn an. Dort dringt er in alle Hirnareale ein, auch in das sogenannte Belohnungszentrum, wo er verstärkt Botenstoffe wie Dopamin und Endorphine freisetzt. Ab einem Blutalkoholwert von 0,5 Promille wird man unternehmungslustig und gesellig, aber auch hemmungsloser. Die Risikobereitschaft steigt. Die Reaktionsfähigkeit dagegen sinkt. Bei einem Blutalkoholwert von 0,8 Promille ist sie gegenüber dem nüchternen Zustand um 30 bis 50 Prozent verlängert. Aber das merkt man nicht. Man fühlt sich entspannt. Zudem bekommt man Schwierigkeiten, wenn es darum geht, Entfernungen richtig einzuschätzen. Bei 1 bis 2 Promille ist das Gleichgewicht beeinträchtigt. Zudem verändern sich die Emotionen und das Verhalten. Auch Stimmungsschwankungen können die Folge sein, genauso wie eine plötzlich aufkommende Müdigkeit. Auch das Aggressionspotenzial steigt: So zeigte zuletzt eine Studie des Bundes, dass bei Gewalthandlungen im öffentlichen Raum zunehmend Alkohol im Spiel ist. Wer trotz ersten Ausfallerscheinungen weitertrinkt, riskiert, ganz die Kontrolle über sich und seinen Körper zu verlieren. Ab 3 Promille kann ein Erwachsener bewusstlos werden und gar ins Koma fallen. Grundsätzlich gilt: Frauen vertragen Alkohol weniger gut als Männer. Für sie ist dieselbe Menge Alkohol schädlicher als für einen Mann. Dies einerseits, weil Frauen im Verhältnis zu ihrem Gewicht mehr Körperfett und weniger Körperwasser haben. Da sich Alkohol in Wasser besser löst als in Fett, ist nach dem Konsum der gleichen Menge die Alkoholkonzentration im Blut bei Frauen in der Regel höher. Andererseits weil Frauen über geringere Mengen des Leber-Enzyms ADH (Alkoholdehydrogenase) verfügen, das den Alkohol in Azetaldehyd abbaut. Wer zu viel Alkohol getrunken hat, den erwartet am nächsten Tag ein ausgewachsener Kater. Der ist zwar unangenehm, aber bei weitem nicht so gefährlich wie eine akute Alkoholvergiftung, die aufgrund der gereizten Magenschleimhaut häufig mit Erbrechen einhergeht. Es besteht zudem die Möglichkeit, am Erbrochenen zu ersticken. Auch lebensbedrohliche Atemlähmungen können die Folge sein. Das erste bekannte Alkoholopfer der Geschichte war kein Geringerer als König Alexander der Grosse: Er war nicht nur ein genialer Feldherr, sondern auch für seinen reichlichen Alkoholkonsum bekannt. Letztendlich starb er daran. Bei einer Alkoholvergiftung besteht auch die Gefahr zu erfrieren: Weil das Blut durch den Alkohol in die äusseren Körperregionen gelenkt wird, entsteht ein trügerisches Gefühl der inneren Wärme. Das täuscht darüber hinweg, dass die Körpertemperatur eigentlich stark absinkt. Während es sich beim bisher Erwähnten um direkte Folgen von Alkoholkonsum handelt, gibt es auch Spätfolgen, die sich nach dem regelmässigen und übermässigen Trinken einstellen. Laut Medizinern wie dem Leberspezialisten Helmut Karl Seitz aus Heidelberg geht bereits von «moderatem Dauerkonsum» eine Gesundheitsgefahr aus, denn auch so kommen Alkoholmengen zustande, die der Körper auf Dauer nicht verkraftet – weil ihm die alkoholfreien Erholungsphasen fehlen. Durch regelmässigen Alkoholkonsum kann es zu schweren Organschäden kommen. Am stärksten davon betroffen ist die Leber (dunkelrot), denn in ihr wird der grösste Teil des Alkohols abgebaut. Das Problem: Beim Abbau von Alkohol werden die für diesen verantwortlichen Leberzellen geschädigt und es sammelt sich Fett an. Dies kann zu einer Fettleber, zu Gelbsucht sowie zu einer Leberzirrhose und -krebs führen. Zu einer Leberzirrhose, der wohl bekanntesten Folge von übermässigem Alkoholkonsum, kommt es, weil die Leberzellen wegen Überlastung nach und nach absterben und sich immer mehr knotiges Narbengewebe bildet. Die Leber schrumpft. Irgendwann bleiben zu wenig Leberzellen übrig und der Körper kann nicht mehr entgiftet werden. Man stirbt. Aber nicht nur die Leber wird angegriffen: Alkoholiker und regelmässig konsumierende Genusstrinker leiden häufig auch an entzündeten Bauchspeicheldrüsen (Pankreas). Wird das Problem chronisch, kommt es zu Kalkablagerungen, die schlussendlich zu einer Verstopfung des Organs führen. Alkoholkonsum kann Veränderungen am Herzen zur Folge haben. Der Blutdruck wird durch Alkoholkonsum erhöht. Dadurch steigt auch das Herzinfarktrisiko. Zu viel Alkohol schadet zudem Haut und Blutgefässen. So kann regelmässiges Trinken zu entzündlichen Hauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis) führen. Mit schuld daran kann eine weitere Folge von chronischem Alkoholkonsum sein: ein geschwächtes Immunsystem. Auch Krebs, insbesondere Speiseröhrenkrebs, geht oft auf das Konto von Alkohol. Laut einer an der Tagung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) vorgestellten Studie erkranken weltweit jährlich rund 700'000 Menschen aufgrund ihres Alkoholkonsums an Krebs. Jährlich stehen 365'000 Todesfälle von Patienten mit Leber-, Speiseröhren-, Darm-, Hals- oder Brustkrebs mit Alkohol in Verbindung, so das Fazit der Wissenschaftler. Wie gefährlich Alkohol sein kann, zeigen auch Zahlen aus der Schweiz. Laut dem Bundesamt für Gesundheit sterben hierzulande jährlich rund 1600 Menschen zwischen 15 und 74 Jahren an den Folgen von Alkohlkonsum. Allein die Leberzirrhose führt zu mehr als 430 Todesfällen pro Jahr. Etwa doppelt so häufig sind tödlich ausgehende alkoholbedingte Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Störungen. Die Aufmerksamkeit und die Konzentrationsfähigkeit können ebenfalls dauerhaft beeinträchtigt werden. Der Grund: Regelmässiger Alkoholkonsum kann zu schweren hirnorganischen Schäden führen. Konkret sorgt er für ein Schrumpfen der Hirnsubstanz, über die Jahre sterben Nervenzellen, der Gang wird unsicher, die Hände zittern. Auch das Risiko für psychische Krankheiten wie Depressionen oder Psychosen steigt. Aber was heisst das? Laut «Sucht Schweiz» liegt gesundheitlich unbedenklicher Alkoholkonsum bei gesunden erwachsenen Frauen bei 12 Gramm reinem Alkohol. Das entspricht einem sogenannten Standardglas – 3 Dezi Bier, 1 Dezi Wein, 2 cl Spirituosen – pro Tag. Männer dürfen etwas mehr trinken: Für sie liegt die Grenze bei 24 Gramm Alkohol pro Tag, etwa zwei Standardgläsern. Doch wie immer gilt auch in Sachen Alkohol: Ausnahmen sind erlaubt. Wer mal über die Stränge schlägt, hat wenig zu befürchten. Schwangere sollten jedoch ganz darauf verzichten.

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Ausnahmezustand das Körpers

Schuld daran ist die Art, wie der menschliche Körper Alkohol verarbeitet. Während die durch Nahrung aufgenommenen Nährstoffe im Magen absorbiert werden und so in den Blutkreislauf kommen, umgeht Alkohol dieses System.

So werden nur 20 Prozent des Alkohols vom Magen aufgenommen. Der Rest landet im Dünndarm, über den er zur Leber gelangt. Pro Stunde kann diese die Menge eines Getränks verarbeiten. Der Rest kommt in den Blutkreislauf. So erreicht der Alkohol jedes Organ des menschlichen Körpers, auch das Gehirn. In Folge kommt das Betrunkensein zustande.

Weitreichende Regulationsprobleme

Der Alkohol hemmt zudem das Hormon Vasopressin, dessen Aufgabe es ist, die Leber bei der Herstellung des Gleichgewichts der Wassermenge im Körper herzustellen. Deswegen muss man auch öfter auf die Toilette, weil das Wasser nicht mehr zurückgehalten und reguliert werden kann. Am nächsten Tag kommt es vor, dass man sich aufgebläht fühlt, weil der Körper wieder aufzuholen beginnt. Der Durchfall ist dessen unschöner Nebeneffekt.

Auch künstliche Süssungsmittel in Rum-Cola, Gluten in Bier und Gerbstoffe im Rotwein können Durchfall auslösen. Um die Nebeneffekte zu minimieren, sollte man daher ein ausgewogenes Essen zu sich nehmen und viel Wasser trinken.

Der Körper nimmt mehr Flüssigkeit auf als sonst. Diese kann schlechter verarbeitet werden. Alkoholische Getränke haben auch eine Auswirkung auf die Aktivität der Muskeln um den Magen und den Darm. Bei manchen Personen setzt sogar der genau umgekehrte Zustand ein: Sie leiden an Verstopfung.

(ga)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • nicht wahr am 06.07.2019 01:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein Stuss da geschrieben wird.

    Der Alkohol hemmt zudem das Hormon Vasopressin, dessen Aufgabe es ist, die Leber bei der Herstellung des Gleichgewichts der Wassermenge im Körper herzustellen.

  • der sch@$/% am 06.07.2019 02:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    oh ja

    kann ich nur bestätigen, pinkeln aus beiden ausgängen :-)

  • Agglomeration AZ am 06.07.2019 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Danke für den Interessanten Bericht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • milchmann am 06.07.2019 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alkoholiker

    Selber schuld wenn man nicht weiss wann genug ist alkahol ist das übelste was der mensch erfunden hat viele tote und verletzte jedens wochenende wegen dieser suferei alkohol sollte man verbieten wie das rauchen auch

  • Agglomeration AZ am 06.07.2019 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Danke für den Interessanten Bericht.

  • der sch@$/% am 06.07.2019 02:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    oh ja

    kann ich nur bestätigen, pinkeln aus beiden ausgängen :-)

  • nicht wahr am 06.07.2019 01:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein Stuss da geschrieben wird.

    Der Alkohol hemmt zudem das Hormon Vasopressin, dessen Aufgabe es ist, die Leber bei der Herstellung des Gleichgewichts der Wassermenge im Körper herzustellen.

  • Leser am 06.07.2019 00:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist jeder für

    sich selbst verantwortlich warum immer mit Alkohol bei diesen Temperaturen anstossen es geht doch auch mit Wasser aber wahrscheinlich ist es nur mit Alkohol schöner dann muss man eben Leiden am Morgen