Mysteriöser Fall

10. Oktober 2019 11:14; Akt: 10.10.2019 11:14 Print

Warum leidet 10-Jährige an Alterskrankheit?

Lange liess das Mädchen aus Nigeria seine Ärzte rätseln. Niemand konnte ihre hohen Blutdruckwerte erklären. Am Ende muss sie unters Messer.

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Über ein Jahr lang musste ein 10-jähriges Mädchen aus Nigeria Schmerzen ertragen, bis die Ärzte die Ursache ausmachten. (Symbolbild) Nachdem die Mediziner festgestellt hatten, dass das Mädchen zwar einen normalen Puls, aber einen viel zu hohen Blutdruck hatte, forschten sie weiter – und stiessen durch Zufall auf des Rätsels Lösung. Bei einem Ultraschall vom Bauchraum entdeckten sie eine Unregelmässigkeit. Im CT (Computertomografie) wurde klar, dass es sich dabei um einen Tumor handelte, der seine rechte Niere befallen hatte. Die Mediziner operierten sofort – und konnten das Mädchen so von seinen Beschwerden befreien. Ein eher ungewöhnlicher Fall, denn normalerweise erkranken Kinder nur selten am Nierenzellkarzinom, das dem Mädchen das Leben schwergemacht hatte. Der 10-Jährigen dürfte das mittlerweile egal sein. Denn bereits fünf Tage nach dem Eingriff konnte sie schon wieder nach Hause – zum ersten Mal seit Monaten ohne Schmerzen. (Symbolbild) Oft findet man keine Ursachen für zu hohen Bluthochdruck. Doch es gibt Möglichkeiten, die sich positiv auf den Gefässdruck auswirken und diesen senken. So kann zum Beispiel Blutspenden helfen. Forscher der Berliner Charité haben nachgewiesen, dass regelmässiges Blutspenden ... ... sich positiv auf den eigenen Blutdruck auswirkt. Und das deutlich und nachhaltig. Der Ansatz erinnert an das Naturheilverfahren des Aderlasses. Jedoch wird beim Blutspenden das Blut weiter genutzt und nicht entsorgt. Bisher wird Bluthochdruck hauptsächlich medikamentös behandelt. Doch künftig könnte die Weisung der Ärzte auch «spendet Blut» lauten. Allerdings kann auch eine Änderung des Lebensstils zu hohe Blutdruckwerte nach unten korrigieren. Der ist so gut wie Pflicht. Wer die schlechte Angewohnheit aufgibt, tut Lunge und Herz etwas Gutes. Zudem sollten Betroffene auf ihre Ernährung achten. Sie sollten beispielsweise ihren . Zurückhalten sollten sie sich auch mit , wie sie in Wurstwaren, Speck, Käse, Butter und Rahm enthalten sind. Auch beim Thema Alkohol ist weniger in diesem Fall mehr. Die Schweizerische Herzstiftung empfiehlt: oder verzichten Sie ganz auf Alkohol, wenn Sie an Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder Bluthochdruck leiden. geboten: Sie enthalten häufig sehr viel Salz. Dafür dürfen Bluthochdruck-Patienten bei richtig zuschlagen. Sie liefern die Vitamine, die gut für das Herz-Kreislauf-System sind. Auch wie Oliven- oder Rapsöl dürfen reichlich verwendet werden. ist schlecht für Herz und Kreislauf und damit für den Blutdruck. Rücken Sie überflüssigen Kilos mit einer kalorienreduzierten Ernährung und täglich mindestens 30 Minuten körperlicher Betätigung zu Leibe. Zudem sollten Betroffene ihren . Denn wenn man ständig unter Strom steht, treibt das den Blutdruck in die Höhe.

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Pochende Kopfschmerzen und übermässiges Schwitzen waren die ersten Anzeichen, dass mit einem 10-jährigen Mädchen aus Nigeria etwas nicht stimmte. Aufgrund ihres Lebensraums fällt der Verdacht schnell auf Malaria. Dazu passt auch, dass sie kaum noch etwas essen mag und immer dünner wird.

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Über ein Jahr wird die junge Patientin gegen das Tropenfieber behandelt, jedoch ohne Erfolg. Der 10-Jährigen geht es unverändert schlecht. Als die behandelnden Ärzte nicht mehr weiterwissen, überweisen Sie das Mädchen an ein Lehrspital im Südwesten von Nigeria. Dort nehmen sich ihr angehende Kinderärzte an.

Puls ist gut, Blutdruck zu hoch

Dabei stellt sich heraus, dass sich zu den bereits dokumentierten Symptomen – Schwitzen und Kopfweh – zwischenzeitlich noch ein weiteres gesellt hat. So leidet die 10-Jährige in regelmässigen Abständen an Herzrasen, das nach einiger Zeit wieder von selbst verschwindet.

Die Untersuchungen ergeben einen Puls von 100 Schlägen in der Minute, was für ihr Alter normal ist, wie die Mediziner um Olarinde Jeffrey Ogunmola im «American Journal of Case Reports» berichten. Beunruhigend sei aber ihr deutlich erhöhter Blutdruck (siehe Box), was bei älteren Menschen häufig vorkommt.

Statt wie normal bei 120 zu 80 zu liegen, präsentierte die Patientin Werte zwischen 180 zu 120 und 200 zu 120. Eine Erklärung dafür finden die Mediziner nicht.

Verdächtiges Ultraschallbild

Um gefährliche Folgeerscheinungen zu verhindern, ziehen sie Kardiologen hinzu und verabreichen ihrer Patientin schliesslich verschiedene Blutdrucksenker. Doch keiner von diesen bringt Besserung. Entsprechend forschen die Ärzte weiter.

Bei einem Ultraschall vom Bauchraum entdecken sie dann eine Unregelmässigkeit. Im CT (Computertomografie) wird klar, dass es sich dabei um einen Tumor handelt, der ihre rechte Niere befallen hat. Die Mediziner operieren sofort.

Die Biopsie der entfernten Geschwulst zeigt, dass es sich um ein Nierenzellkarzinom handelt, der häufigsten Krebsart der Nieren bei Erwachsenen. Bei Kindern tritt sie dagegen nur sehr selten und mit anderen Symptomen auf, weshalb die Ärzte nur durch Zufall auf den Auslöser der Beschwerden stiessen.

Der 10-Jährigen kann das heute egal sein: Nur fünf Tage nach dem Eingriff konnte sie nach Hause – zum ersten Mal seit Monaten ohne Schmerzen.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • It's me... am 10.10.2019 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    "Erwachsenenkrankheit"

    Ich hatte als 12 Jähriges Kind Gürtelrose. Wurde auch nicht gleich erkannt da es eher ungewöhnlich sei bei Kindern...

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  • Bea Egger am 11.10.2019 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verwunderlich

    Es ist doch schon sehr verwunderlich, dass man ein Kind dermassen lange gegen Symptome und falsche Krankheiten behandelt und leiden lässt, bevor die Kausalität abgeklärt wird, was bei diesen Symtomen selbst in einem "Drittweltland" nicht schwierig sein sollte!

  • Analytiker am 10.10.2019 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    eine Frage der Definition

    Ob man unter Bluthochdruck "leidet" ist auch eine Frage der Definition. Zudem macht es nicht in jedem Fall Sinn überhaupt etwas dagegen zu tun. Wenn allerdings die Messung nicht nach allen Regeln der Kunst gemessen wird, was oft genug vernachlässigt wird, kann man das Resultat meist gleich wieder vergessen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bea Egger am 11.10.2019 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verwunderlich

    Es ist doch schon sehr verwunderlich, dass man ein Kind dermassen lange gegen Symptome und falsche Krankheiten behandelt und leiden lässt, bevor die Kausalität abgeklärt wird, was bei diesen Symtomen selbst in einem "Drittweltland" nicht schwierig sein sollte!

  • It's me... am 10.10.2019 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    "Erwachsenenkrankheit"

    Ich hatte als 12 Jähriges Kind Gürtelrose. Wurde auch nicht gleich erkannt da es eher ungewöhnlich sei bei Kindern...

    • SueR am 10.10.2019 15:37 Report Diesen Beitrag melden

      extrem selten

      Ging mir auch so, doch wartete ich damit bis ich 16/17 war. Ein Arzt wollte mir nicht mal glauben, dass ich diese Krankheit gehabt habe. Doch während Andere ein Leben unter den Folgen leiden, hatte ich wirklich Glück. Die Medizin kann Tolles leisten, doch auch Schaden anrichten.

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  • Analytiker am 10.10.2019 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    eine Frage der Definition

    Ob man unter Bluthochdruck "leidet" ist auch eine Frage der Definition. Zudem macht es nicht in jedem Fall Sinn überhaupt etwas dagegen zu tun. Wenn allerdings die Messung nicht nach allen Regeln der Kunst gemessen wird, was oft genug vernachlässigt wird, kann man das Resultat meist gleich wieder vergessen.

    • um Schlimmeres zu vermeiden am 11.10.2019 08:57 Report Diesen Beitrag melden

      @Analytiker,in vielen Fällen effektiv

      Wenn es genetisch bedingt ist wie in unserer Familie, kann es sehr sinnvoll sein, dass man mit Bluthochdrucksenkern recht stabile Werte erreicht.

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