Folgen der Massenproduktion

07. August 2018 11:58; Akt: 07.08.2018 12:40 Print

Was im Zuchtlachs steckt, ist absolut unappetitlich

Lachs gilt als gesund, vor allem weil er reich an Omega-3-Fettsäuren ist. Doch der gesunde Inhaltsstoff wird zunehmend von Pestiziden und Antibiotika verdrängt.

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Lachse sind von Natur aus Langstreckenschwimmer. Selbst Hunderte von Kilometern sind für sie kein Problem. Selbst kleine Wasserfälle und andere Hindernisse meistern die aufgrund der Zeit ihres Lebens zurückgelegten Distanzen gut trainierten Fische. Gezüchtete Lachse hingegen haben in ihren Käfigen ... ... kaum Platz, um sich körperlich zu betätigen. Entsprechend weniger Muskeln haben sie. Dafür setzen sie ordentlich Fettreserven an. Das macht den Fisch qualitativ minderwertiger. Denn in den Muskeln stecken eigentlich die für den Konsumenten wertvollen Proteine. Im Fett reichern sich dagegen die für den Menschen gefährlichen Schwermetalle und Weichmacher an. (Im Bild: eine Ampulle mit Quecksilber) Problematisch ist auch das Futter: Anders als Wildlachse, die sich von Garnelen, kleinen Krebsen und anderen Fischen ernähren, erhalten Zuchtlachse vor allem pflanzliche Pellets. Das führt dazu, dass Zuchtlachse deutlich weniger Omega-3-Fettsäuren, dafür mehr Omega-6-Fettsäuren enthalten. Letzteres ist ebenfalls wichtig für den Menschen. Allerdings nimmt er davon sowieso schon genug zu sich. Und zu viel davon könnte die Weil das pflanzliche Lachsfutter schnell verdirbt, wird es in der Regel mit Ethoxyquin versetzt. Der Stoff wurde früher in der Landwirtschaft als Pflanzenschutzmittel eingesetzt und 2006 in der EU verboten, weil es das Erbgut schädigen kann. Dass der Stoff immer noch ins Futter gemischt wird, liegt daran, dass bis zum Jahr 2020 eine Übergangsfrist gilt. Für den Konsumenten bedeutet das nichts Gutes, wie ein Test des Konsumentenmagazins «Gesundheitstipp» zeigte. Laut diesem enthalten Lachse aus Norwegen bis zu 671 Mikrogramm Pestizid pro Kilo. (Symbolbild) Doch auch den Fischen selbst werden chemische Substanzen zugefügt: Hormone sollen ihr Wachstum antreiben, ... ... Antibiotika die Lachse gesund halten ... ... und Pestizide Parasiten wie die Lachslaus (Lepeophtheirus salmonis) fernhalten. (Im Bild: Lachslaus unter dem Mikroskop) Farbstoffe sorgen für die aus Konsumentensicht typische Lachsfarbe. Vor allem die Lachsläuse setzen den Tieren zu. Die winzigen Krebse beissen sich in ihnen fest und ernähren sich von deren Körperschleim, Blut und Schuppen. Dadurch schwächen sie die Fische und machen sie anfällig für Krankheiten, woran diese dann meist verenden. (Im Bild: Lachslausbefall im Schwanzbereich) Der Schaden ist immens. Laut dem Norwegian Seafood Council, der Vertretung der Fischindustrie, starben allein im Jahr 2016 rund 53 Millionen Tiere wegen der Lachslaus. Immerhin: Mittlerweile versuchen viele Betriebe, der Lage mit nicht chemischen Varianten wie Putzerfischen Herr zu werden, welche die Parasiten abfressen sollen. (Im Bild: Putzerfisch, Symbolbild) Denn auch die Züchter wissen: Alles, was den Tieren an Substanzen zugeführt wird, landet später mit dem Fisch zusammen auf unseren Tellern.

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Filet, Brötli, Sushi: Aus dem einstigen Festtagsschmaus ist ein Alltagsfisch geworden. Der Appetit auf Lachs ist weltweit so gross, dass er mit Wildtieren allein nicht gestillt werden kann.

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Deshalb werden Lachse gezüchtet. Mehr als 90 Prozent von ihnen stammen heute aus sogenannten Aquakulturen, wie die im Wasser liegenden Fischfarmen genannt werden. Besser macht das den Fisch aber nicht – im Gegenteil.

Wenig Bewegung, viele Gifte

Schon die Haltung im Käfig sorgt für einen gravierenden Unterschied. Denn anders als ihre wildlebenden Artgenossen, die weite Strecken zum Teil sogar stromaufwärts zurücklegen müssen, bewegen sich die in Gefangenschaft lebenden Lachse kaum.

In der Folge haben sie oft weniger Muskeln, in denen eigentlich die wichtigen Proteine stecken, dafür mehr Fett, wo sich die auch für den Menschen gefährlichen Giftstoffe wie Dioxin, Quecksilber und PCB besonders ansammeln.

Fleischfresser zu Vegetariern gemacht

Problematisch ist auch das Futter: Während sich Lachse in freier Wildbahn von Garnelen, kleinen Krebsen und anderen Fischen ernähren, bekommen die gezüchteten vor allem pflanzliche Pellets vorgesetzt – weil das günstiger als tierisches Futter ist, aber auch, weil die Bestände an zu verfütternden Tieren nicht ausreichen würden.

Die überwiegend vegetarische Fütterung führt dazu, dass Zuchtlachse deutlich weniger Omega-3-Fettsäuren enthalten. Denn wie die Menschen müssen auch die Fische die Fettsäuren über die Nahrung aufnehmen.

Zwar ist das Futter in den Aquakulturen reich an Omega-6-Fettsäuren, die ebenfalls wichtig für den menschlichen Organismus sind. Allerdings nehmen wir davon sowieso schon genug zu uns. Und zu viel davon könnte wiederum die Wirkung der Omega-3-Fettsäuren reduzieren.

Verbotene Chemikalie

Das Grünfutter ist auch noch aus einem weiteren Grund problematisch: Es verdirbt schnell. Um dem Verfall etwas entgegenzusetzen, wird es mit Antioxidantien versetzt. In der Regel mit Ethoxyquin, das früher in der Landwirtschaft als Pflanzenschutzmittel eingesetzt und 2006 in der EU verboten wurde, weil es direkt ins menschliche Gehirn gelangen kann und im Verdacht steht, das Erbgut zu schädigen.

Dass der Stoff trotz des Verbots immer noch ins Futter gemischt wird, liegt daran, dass bis zum Jahr 2020 eine Übergangsfrist gilt. Für den Konsumenten bedeutet das nichts Gutes, wie ein Test des Konsumentenmagazins «Gesundheitstipp» zeigte. Laut diesem enthalten Lachse aus Norwegen bis zu 671 Mikrogramm Pestizid pro Kilo.

Cocktail aus Hormonen, Antibiotika und Pestiziden

Doch auch den Fischen selbst werden chemische Substanzen zugefügt: Hormone sollen ihr Wachstum antreiben, Antibiotika die Lachse gesund halten (siehe Box 1) und Pestizide Parasiten wie die Lachslaus (Lepeophtheirus salmonis) fernhalten. Farbstoffe sorgen für die aus Konsumentensicht typische Lachsfarbe.

Vor allem die Lachsläuse setzen den Tieren ordentlich zu. Die nur wenige Millimeter grossen Krebse beissen sich in den Lachsen fest und ernähren sich von deren Körperschleim, Blut und Schuppen. Dadurch schwächen sie die Fische und machen sie anfällig für Krankheiten, woran diese dann meist verenden.

Der Schaden ist immens. Laut dem Norwegian Seafood Council, der Vertretung der Fischindustrie, starben allein im Jahr 2016 rund 53 Millionen Tiere wegen der Lachslaus.

Immerhin: Mittlerweile versuchen viele Betriebe, der Lage mit Putzerfischen Herr zu werden, die die Parasiten abfressen sollen. Denn auch die Züchter wissen: Alles, was den Tieren an Substanzen zugeführt wird, landet später mit dem Fisch zusammen auf unseren Tellern.

690'000 ausgebrochene Lachse verzweifelt gesucht

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WW-Leser am 07.08.2018 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Günstig, aber zu welchem Preis...

    Kein Wunder, wenn Lachsfleisch so günstig sein muss wie Pouletfleisch. Einen ganz ähnlichen Artikel gabs vor kurzem in der Weltwoche. Da vergeht einem der Appetit!

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  • Fritz am 07.08.2018 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Chemie

    Den Züchtern ist egal was am Schluss auf dem Teller liegt. Die wollen nur ihren Gewinn optimieren. Und so wird kräftig mit der Chemiekeule nachgeholfen.

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  • Herr Paternoster Live in der Apotheke am 07.08.2018 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    ist der Zuchtlachs nun eine gute Alternative zum Antibiotika bei einer Grippe

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Esser am 08.08.2018 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Kurze Liste guter Lebensmittel bitte

    Bitte zählt doch einfach die Lebensmittel aus dem Supermarkt auf, die man noch bedenkenlos konsumieren kann. Geht schneller, die Liste dürfte sehr, sehr kurz werden.

  • Geni am 08.08.2018 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Grusig

    Lachs schmeckt mir nur geräuchert. Gekocht oder gebraten... igitt!

  • Vonobenherabsehender am 08.08.2018 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Massenvergiftung Völkermord

    Denke man mal an die Radioaktivität die bei Japan heute noch ins Meer fliesst. Jammy Genmanipulierte Fische und Ihr denkt immer noch das die Fische nur dort bleiben und das ganze sich nicht über dennOzean verteilt. Lecker radioaktiver Nachtleuchtender Fisch. Und Krebskrankheiten lassen Grüssen. Ich sehe es jeden Tag wie Leute allen alters dahin vegetieren. Genau weil man uns überall vergiftet. Sehr schön und dafür gehen alle brav arbeiten. Schlechter Witz diese Menschheit! Deshalb grenze ich mich ab und gehe meine eigenen Wege. Den sterben werden wir alle bald mal.

  • Jameela am 08.08.2018 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wissen ist Macht...

    Es liegt in unseren Händen. Solange der Lachs gekauft wird, solange wird er produziert werden. Leider gibt es zu viele Menschen die nicht wissen, oder nicht wissen wollen, was in unseren heutigen Lebensmitteln steckt. "Fisch ist gesund und Gemüse auch." egal wie es "hergestellt" wird. Die Hauptsache ist, dass es schmeckt und billig ist.

  • s.labé am 08.08.2018 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    Salmon Confidential

    Selbst bei den Wildlachsen findet man mittlerweile die Krankheiten, welche vorwiegend bei Zuchtlachsen vorkommen. Wieso? Die Zuchten befinden sich in den Flüssen, durch welche die Wildlachse schwimmen. Völlig logisch kriegen die ebenfalls Parasiten ab. Schaut "Salmon Confidential". Tragisch!!