WHO vor Rätsel

07. Januar 2020 13:43; Akt: 07.01.2020 13:43 Print

Was löst die mysteriöse Lungenkrankheit aus?

Sie leiden an Fieber und Atemproblemen: Im chinesischen Wuhan sind bislang 59 Personen an einer unbekannten Infektion erkrankt.

Bildstrecke im Grossformat »
Es ist kein Sars (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom), aber womit haben sich die 59 Personen in China dann infiziert? Um das herauszufinden, hat sich nun auch die Weltgesundheitsorganisation WHO eingeschaltet. Sie verfolge die Situation aufmerksam und stehe in Kontakt mit den chinesischen Behörden, hiess es aus Genf. Grund für die Beteiligung der WHO ist die schnelle Zunahme der gemeldeten Fälle in der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan. Dort, so wird vermutet, nahm die mysteriöse Lungenkrankheit wohl ihren Anfang – auf dem Huanan Seafood Market, auf dem Fische und andere Tiere verkauft werden. Sie gelten als mögliche Virusquelle. Der Markt wurde inzwischen geschlossen und soll gründlich gereinigt werden. Auch das mehrere 100 Kilometer entfernte Hongkong hat unterdessen erste Vorsichtsmassnahmen ergriffen. Am Flughafen wurden Fieber-Messgeräte installiert. Reisende aus Wuhan werden gesondert kontrolliert. Auch in Singapur gibt es nach Presseberichten einen ersten Verdachtsfall. Ein dreijähriges Mädchen, das Wuhan besucht habe, sei in einem stabilen Zustand im Spital, hiess es. Jedoch war es nie auf dem dortigen Fischmarkt. Viel ist noch nicht bekannt: Die Gesundheitskommission von Wuhan berichtete, nach bisherigen Analysen gebe es «keine klaren Beweise» für eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Auch sei kein medizinisches Personal infiziert. Weiter handle es sich bei der Virus-Erkrankung ... ... auch nicht um Mers (Middle East respiratory syndrome coronavirus), Auch Grippe und Vogelgrippe (Bild) können ausgeschlossen werden. Die Untersuchungen, ob es sich um ein neuartiges Virus handelt, dauern zurzeit noch an. Die Fälle werden derzeit als virale Lungenentzündung unbekannter Ursache behandelt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach immer mehr Fällen einer rätselhaften Lungenkrankheit in der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan hat sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeschaltet. «Die WHO verfolgt die Situation aufmerksam und steht im engen Kontakt mit den nationalen Behörden in China», heisst es von der UNO-Behörde in Genf. Die Zahl erfasster Infektionen ist nach Angaben der chinesischen Behörden inzwischen auf 59 gestiegen. Sieben der Patienten seien in einem kritischen Zustand.

Umfrage
Haben Sie eine Reise in die betroffene Region geplant?

Wie gefährlich die Krankheit ist, war zunächst noch unklar: «Es gibt begrenzte Informationen, um das Gesamtrisiko dieser Häufung von Lungenerkrankungen unbekannter Ursache einzuschätzen», hiess es von der WHO, die bisher für Reisende «keine besonderen Vorkehrungen» empfiehlt. Gut 120 Menschen stünden derzeit unter Beobachtung. Hongkong hat unterdessen erste Vorsichtsmassnahmen ergriffen: Am Flughafen wurden Fieber-Messgeräte installiert. Reisende aus Wuhan werden gesondert kontrolliert. In der chinesischen Sonderverwaltungsregion sind bisher 16 Verdachtsfälle gemeldet.

Verdachtsfall in Singapur

Auch in Singapur gibt es nach Presseberichten einen ersten Verdachtsfall. Ein dreijähriges Mädchen, das Wuhan besucht habe, sei in einem stabilen Zustand im Spital, hiess es. Ihren Anfang nahm die mysteriöse Lungenkrankheit wohl auf einem Fischmarkt in der 19-Millionen-Metropole, auf dem auch andere Tiere verkauft werden. Sie gelten als mögliche Virusquelle. Der Huanan-Markt ist inzwischen geschlossen worden und soll gründlich gereinigt werden. Das infizierte Mädchen in Singapur war laut Presseberichten allerdings nicht auf dem Markt.

Die Gesundheitskommission von Wuhan berichtete, nach bisherigen Analysen gebe es «keine klaren Beweise» für eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Auch sei kein medizinisches Personal infiziert. Bei der Virus-Erkrankung handle es sich nicht um Grippe, Mers, Vogelgrippe oder Sars, hiess es weiter. Die Untersuchungen, ob es sich um ein neuartiges Virus handelt, dauern derzeit noch an. Die Fälle werden zurzeit als virale Lungenentzündung unbekannter Ursache behandelt.

Erinnerung an Sars-Pandemie 2002

Die Nachrichten aus Wuhan weckten Erinnerungen an die Sars-Pandemie, die 2002 in der südchinesischen Provinz Guangdong begann und anfangs vertuscht wurde. Das Severe Acute Respiratory Syndrome (Sars) zählte zu den gefährlichsten Infektionswellen der jüngeren Zeit. Der Ausbruch 2003 war im Sommer beendet, ab und zu wurden auch danach noch neue Infektionen erfasst. Insgesamt registrierte die WHO weltweit rund 8000 Sars-Fälle, mehr als 800 Menschen starben.

Glücklicherweise sei das Virus nicht so leicht übertragbar gewesen wie etwa Influenza, sagten Experten später. Ob Fledermäuse oder Schleichkatzen der ursprüngliche Reservoirwirt des Virus waren, liess sich bis heute nicht sicher klären. Die Übertragung von Krankheiten aus dem Tierreich auf den Menschen ist generell nicht ungewöhnlich. Weitere Beispiele für solche sogenannten Zoonosen sind Influenza, HIV, Ebola, Mers und Tollwut.

Bei spontanen Wirtswechseln eines Erregers ist die Gefahr einer verheerenden Epidemie oft grösser als bei schon lange kursierenden, weil der Mensch keine Antikörper gegen den neuen Erreger hat. Das ist das typische Szenario, das beispielsweise auch bei einer Grippepandemie etwa mit Vogelgrippeviren befürchtet wird.

(fee/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cervelat am 07.01.2020 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder...

    So wie die Chinesen mit Antbiotika umgehe ist es kein Wunder das immer wieder neue Krankheiten im asiatischen Raum auftauchen. China verfüttert in Mastbetrieben vorbeugend Antibiotika das wir hier unter Verschluss halten weil es noch das Einzige ist das gegen resistente Keime hilft... mit betonung auf "noch"...

    einklappen einklappen
  • Bazille am 07.01.2020 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Es kommt gut

    Eines Tages muss es so kommen. Es gibt zuviele Menschen. Die Natur reagiert schon richtig.

    einklappen einklappen
  • Petra am 07.01.2020 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    aus dem nichts plötzlich da?

    irgendwie lässt mich der Verdacht nicht los, dass solche Krankheiten extra unter die Menschen gebracht werden. Man will ja etwas gegen die Überbevölkerung tun......

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • china reisender am 09.01.2020 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Wunder

    wenn man bei google bildersuche "Wuhan pollution" eingibt, wundert man sich nicht, dass es dort Leute mit angeschlagener Lunge gibt. Und wenn man weiss, dass in der Stadt mehr Leute wohnen als in der ganzen Schweiz, kann man bei 59 betroffenen Personen nicht von Epidemie sprechen. Selbst ich habe noch tagelang Husten wenn ich jeweils aus China in die Schweiz zurück komme. Wer im Smog lebt hat bestimmt ein extrem gestresstes Immunsystem, das wird selbst ein schwacher Virus zum Problem. Vor allem für bereits Kranke und auch Kinder. Der Medienrummel dient wohl eher dazu, neue Umsätze für Pharmaanbieter zu generieren. Den Chinesen, Indern und Anderen die in smogverseuchten Städten leben wirds wohl nicht helfen.

  • Cavi33 am 09.01.2020 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Dreck und die Luftverschmutzung

    So unsauber wie die Chinesen und allgemein viele Asiaten im Umgang mit Umwelt und Tieren sind wundert es mich nicht dass Antibiotika vermehrt keine Wirkung mehr zeigen. In diesen Ländern müsste eine radikale Wendung mit der Anwendung von Antibiotika passieren, das wird wohl kaum der Gall sein wenn die Regierungen nicht drastische Massnahmen ergreifen.

  • Wieso macht ihr selber nichts? am 09.01.2020 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Alle welche jetzt wieder damit kommen,

    dass es zu viele Menschen gäbe auf dem Planeten... wieso beginnt ihr nicht mit euch selber?

  • simi am 09.01.2020 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und wer kontrolliert die

    Flüchtlinge bringen ebenfalls Krankheiten mit.

  • Eto F. am 08.01.2020 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Geschützte Tiere als "Gourmet"-Essen

    Es geht nicht um Antibiotika, sondern um die Tatsache, dass die Chinesen Wild-/geschützte Tiere als "Gourmet"-Essen sehen und gern diese Tiere von 20min erwähnten "Seafood" Markt illegal kaufen/essen!! Es ist unklar, wieviele unbekannte Viren/Krankheiten von solchen Wild-/geschützten Tieren auf Menschen übertragen werden und wie die auf Menschen wirken. Dummheit der Chinesen (in diesem Fall).