Eifersüchtige Hunde

23. Juli 2014 22:17; Akt: 23.07.2014 22:17 Print

Wehe, wenn Herrchen einen anderen krault

Streichelt das Herrchen jemand anderen, gefällt das Bello gar nicht. Denn Bello ist eifersüchtig. Das zeigt, dass Eifersucht kein rein menschliches Verhalten ist.

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«Finger weg, das ist mein Mensch», scheint dieser Hund zu denken. (Bild: Keystone/Sigi Tischler)

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Hundehalter wissen es schon lange, doch nun ist es wissenschaftlich nachgewiesen: Bello & Co. mögen es gar nicht, wenn Herrchen oder Frauchen sich zu sehr um einen anderen Vierbeiner kümmert. Das berichten US-Forscher im Fachjournal «PLOS One».

Für ihre Studie hatten Christine Harris und Caroline Prouvost von der Universität San Diego im kalifornischen La Jolla 36 Hunde in ihrem gewohntem Umfeld gefilmt. Ihre Bezugsperson wurde gebeten, den eigenen Vierbeiner zu ignorieren und sich stattdessen intensiv einem ausgestopften Hund zu widmen, der auf Knopfdruck bellte, jaulte und mit dem Schwanz wedelte.

Die 31 Frauchen und fünf Herrchen säuselten der Attrappe nette Dinge zu und tätschelten sie. In weiteren Versuchen sprachen sie liebevoll mit einem Halloween-Kürbiskopf oder lasen laut aus einem Pop-up-Kinderbuch vor, das Melodien spielte.

Streichle mich!

Mit einem vermeintlichen Artgenossen als Konkurrenz stupsten oder schubsten 78 Prozent der Hunde ihren Besitzer, beim Kürbiskopf waren es 42, beim Buch 22 Prozent. Knapp ein Drittel der gefilmten Vierbeiner versuchte, sich zwischen den Besitzer und den ausgestopften Artgenossen zu drängen.

Ein Viertel schnappte zudem nach ihm – bei Kürbiskopf und Buch tat dies nur einer. Offenbar hätten die Hunde das ausgestopfte Tier als vollwertigen Artgenossen angesehen, schreiben die Forscherinnen. Ein Grossteil von ihnen habe der Attrappe – wie unter Hunden zum Kennenlernen üblich – am Hinterteil herumgeschnüffelt.

Interventionsversuche

«Unsere Studie zeigt, dass Hunde anscheinend nicht nur Eifersucht zeigen, sondern sogar versuchen, die Verbindung zwischen ihrem menschlichen Partner und einem möglichen Rivalen aufzubrechen», wird Harris in einer Mitteilung zur Studie zitiert.

Möglicherweise sei das Gefühl tiefer verwurzelt als bisher angenommen. «Viele Menschen glauben, dass Eifersucht ein menschliches, soziales Konstrukt ist. Unsere Ergebnisse zeigen dagegen, dass auch Tiere darunter leiden, wenn ein Rivale die Aufmerksamkeit eines geliebten Partners für sich einnimmt.»

(fee)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto am 23.07.2014 22:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlose Studie

    Das ist auch ohne Studie längst bewiesen. Man muss nur aufmerksam und offen durchs Leben gehen. Wenn ich meinen Kater chraule kommt der Hund immer dazwischen. Das kann ich in jeder guter Mensch-Tier-Beziehung beobachten. Das beweisst auch, dass Tiere Gefühle haben.

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  • cony am 23.07.2014 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pferd

    ist auch bei meinem pferd so, sobald ich das pony kraul kommt es und macht ein gesicht als ob ich es nie streicheln würde

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  • Susanne am 23.07.2014 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    US-Forscher haben etwas herausgefunden..

    ...was unser Hund (der bereits vor bald 20 Jahren verschieden ist) uns immer wieder gezeigt hat, wenn meine Mutter die Enkelkinder meines Bruders in den Armen hielt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • So So am 18.11.2015 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja ja

    Sogar wenn ich mich um meine schlangen kümmere, ist meine hündin eifersüchtig..^^

  • Carina am 17.11.2014 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Tiere

    Ich glaube das ist bei allen Tieren so. Meine Vögel (Nymphensittich) sind auch extrem eifersüchtig und greifen sich gar gegenseitig an, wenn ich dem Einen oder Anderen mehr Aufmerksamkeit gebe ;)

  • Mönsch am 25.07.2014 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Katzen auch

    eigentlich auch alle!

  • Rolf Hobi am 25.07.2014 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Ich denke, also bin ich

    Falls ein Tier tatsächlich eifersüchtig ist, dann müsste es sich ja vorstellen können, was es erlebt / erlebt hat. Somit müsste es von Dingen abstrahieren können, also denken wie wir Menschen. Menschliches Denken ist die Grundvoraussetzung für unseren Fortschritt. Tiere machen seit 100'000enden Jahren das Gleiche wie heute. Ausserhalb des evolutiven Fortschritts findet bei ihnen nichts Neues statt, mit dem bestehenden wird nichts Neues erschaffen. Also ist die angenommene Eiversucht lediglich eine instinktive Reizreaktion des Territorial / Rudel / Rangverhalten.

  • Cs am 25.07.2014 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dumme Hunde

    Da sieht man, wie dumm Hunde sind. Wegen einer Attrappe eiversüchtig werden?