Dinosaurier

19. Dezember 2008 15:54; Akt: 19.12.2008 16:00 Print

Wenn «Männer» Eier ausbrüten

Das Phänomen der männlichen Brutpflege bei vielen modernen Vogelarten geht möglicherweise auf die Epoche der Dinosaurier zurück.

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Wie US-Forscher herausfanden, waren bereits bei einigen fleischfressenden Dinosaurierarten die männlichen Tiere dafür zuständig, die Eier auszubrüten und das Nest zu beschützen.

«Es ist zudem sehr wahrscheinlich, dass die Männchen mehrere Weibchen befruchteten, die ihre Eier alle in ein grosses Nest legten», heisst es in der Studie, die das US-Fachmagazin «Science» in seiner jüngsten Ausgabe veröffentlicht.

Bei modernen Vögeln ist schon länger bekannt, dass sich vor allem die Männchen um die Brutpflege kümmern. Frühere Studien ergaben bereits, dass Vögel, die zum Grossteil von den Sauriern abstammen, viele Fortpflanzungseigenschaften mit den ausgestorbenen Riesenechsen teilen.

Paläontologen der Universitäten von Montana und Florida untersuchten nun die Grösse der Nester und fossile Knochen der Saurierarten Troodon, Oviraptor und Citipati. Die fossilen Überreste wurden direkt neben versteinerten Nestern gefunden.

Die Knochenstruktur zeigte keinerlei Veränderungen, wie sie für die Zeit der Fortpflanzung bei Weibchen üblich war. Im Knochengewebe der Weibchen lagern sich während des Eierlegens zusätzliche Mineralien ab.

Ausserdem entsprach die Grösse der Gelege und Eier auch denen heutiger Vogelarten, bei denen das Männchen die Brutpflege übernimmt. Daraus schlossen die Forscher, dass es sich bei den Nesthütern um Sauriermännchen handelte.

«Die Wissenschaft rätselt schon lange darüber, welches System bei der Brutpflege ursprünglich vorherrschend war», sagte David Varricchio von der Universität Montana, der Hauptautor der Studie. Die Untersuchung der in Montana und der Mongolei entdeckten fossilen Überreste sei für die Kenntnisse über die Entstehung der Fortpflanzung von Vögeln sehr wichtig.

(sda)