Zu wenig Nahrung

14. September 2013 09:32; Akt: 14.09.2013 10:05 Print

Wenn Kraniche in den Süden fliehen

Der Herbstzug der Kraniche hat begonnen. Doch deutsche Naturschützer sind alarmiert: Die Zahl der Jungtiere sinkt - auch deswegen, weil immer mehr Raps und Mais angebaut wird.

Kraniche auf dem Herbstzug (YouTube)
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Rund 5000 Kraniche aus Skandinavien legten auf ihrem Herbstzug in den warmen Süden bereits Rast an der nordostdeutschen Ostseeküste ein. Das Kranichinformationszentrum in Gross Mohrdorf in Vorpommern-Rügen erwartet in den kommenden Tagen weitere «Vögel des Glücks».

Wenn der Wind aus Norden komme, könne die Zahl der dort rastenden Tiere schnell ansteigen, sagte der Leiter des Kranichinformationszentrums, Günter Nowald. Der Höhepunkt des Herbstzuges wird in der ersten Oktoberhälfte mit 40'000 bis 70'000 zeitgleich rastenden Tieren erwartet. Die vorpommersche Ostseeküste ist eines der grössten Kranichrastgebiete in Zentraleuropa.

Überschattet wird das Naturschauspiel von neuen Untersuchungen, in denen Ornithologen einen Rückgang der Jungtierzahlen um rund 50 Prozent festgestellt haben. In den untersuchten Kranichgruppen betrage der Anteil der Jungvögel nur fünf Prozent aller Tiere. Damit setze sich ein Trend der vergangenen drei Jahre fort, sagte Nowald. Normal sei ein Anteil von zehn Prozent Jungtieren in Kranichgruppen.

Hochwasser und Landwirtschaft

Die Ursachen für den Rückgang der Reproduktionsraten sehen die Forscher zum einen im diesjährigen Frühjahrshochwasser. Eier seien weggeschwemmt worden und Küken verhungert. «Das war kein glückliches Reproduktionsjahr.» Langfristig machen die Forscher aber die radikal veränderte Agrarlandschaft mit zunehmender Mais- und Rapsbewirtschaftung für diesen Trend verantwortlich.

«Für den Nahrungserwerb während der Jungenaufzucht stehen immer weniger geeignete Lebensräume zur Verfügung», sagte Nowald. Im Juni und Juli würden Rapsfelder von Kranichfamilien vollständig gemieden, da die Vögel die dichten und miteinander verfilzten Rapspflanzen nicht durchdringen könnten.

Wenn zudem der Brutplatz von Rapsfeldern umgeben sei, sei eine Aufzucht fast ausgeschlossen. Auch durch den verstärkten Silomaisanbau fehlten geeignete naturnahe Brachen.

Setze sich der Trend fort, könnte die positive Bestandsentwicklung in einen negativen Trend umkippen. Auf der westeuropäischen Zugroute von Skandinavien und Russland nach Frankreich und Spanien werden inzwischen rund 300'000 Kraniche gezählt. Vor zehn Jahren waren es erst 150'000.

Forscher vermuten, dass die «Westdrift» der Tiere mit der schlechten Nahrungsverfügbarkeit in Russland zusammenhängt. Viele Felder lägen dort brach und seien mit Büschen zugewachsen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sukram am 14.09.2013 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    Hier stimmt was nicht

    Die Aussage "Forscher vermuten, dass die «Westdrift» der Tiere mit der schlechten Nahrungsverfügbarkeit in Russland zusammenhängt. Viele Felder lägen dort brach und seien mit Büschen zugewachsen" scheint mir falsch. Kraniche fressen praktisch alles: Gras, Kraeuter, Beeren, Insekten, sowie Kleintiere, Krebse, Fische, etc. Da sind die russischen Landschaften wie die Tundra geradezu ideal.

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  • Susanne am 14.09.2013 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Schade, aber

    Dafür dient der Raps den Bienen, und die sind für uns überlebensnotwendig!

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  • die Zensierte am 15.09.2013 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    und der Grund?

    und immer wieder wird gesagt "weil zuviel Mais/Raps angebaut wird" oder solches. Aber WARUM dies zuviel Angebaut wird, das wird nicht gleichzeitig thematisiert. Wenn wir Lösungen suchen, dann sollte man auch immer, UND ZWAR IMMER, den darunterliegenden Grund erwähnen, auch wenn es unbequem ist: die Ueberbevölkerung ist es, welche die Natur umkrempelt. Bis zum bitteren Ende. Es sei denn, wir machen was gegen die Ueberbevölkerung. International.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pietro am 16.09.2013 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    Forscher

    Mann haben die Forscher Probleme .... vielleicht ist es ja nur die Natur die das Regelt ????

  • die Zensierte am 15.09.2013 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    und der Grund?

    und immer wieder wird gesagt "weil zuviel Mais/Raps angebaut wird" oder solches. Aber WARUM dies zuviel Angebaut wird, das wird nicht gleichzeitig thematisiert. Wenn wir Lösungen suchen, dann sollte man auch immer, UND ZWAR IMMER, den darunterliegenden Grund erwähnen, auch wenn es unbequem ist: die Ueberbevölkerung ist es, welche die Natur umkrempelt. Bis zum bitteren Ende. Es sei denn, wir machen was gegen die Ueberbevölkerung. International.

    • Antonio am 15.09.2013 22:57 Report Diesen Beitrag melden

      Rapsfelder

      Ach was. Raps wird angebaut, um daraus Biotreibstoff herzustellen, nicht um die Leute in Afrika zu ernähren. Nicht die Überbevölkerung ist schuld, sondern die endlose Gier der Menschen.

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  • sukram am 14.09.2013 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    Hier stimmt was nicht

    Die Aussage "Forscher vermuten, dass die «Westdrift» der Tiere mit der schlechten Nahrungsverfügbarkeit in Russland zusammenhängt. Viele Felder lägen dort brach und seien mit Büschen zugewachsen" scheint mir falsch. Kraniche fressen praktisch alles: Gras, Kraeuter, Beeren, Insekten, sowie Kleintiere, Krebse, Fische, etc. Da sind die russischen Landschaften wie die Tundra geradezu ideal.

    • Mirjam Grossenbacher am 15.09.2013 11:43 Report Diesen Beitrag melden

      Alles falsch oder was

      Ganz offenbar brauchen die Kraniche offene Landschaften um sich zu ernähren. Verbuschte Felder sind nicht offen. Die Tundra wiederum ist eine extrem nahrungsarme Landschaft. Ich weiss nicht was an den Aussage der 'Forscher' so falsch sein soll.

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  • Susanne am 14.09.2013 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Schade, aber

    Dafür dient der Raps den Bienen, und die sind für uns überlebensnotwendig!

    • Mirjam Grossenbacher am 15.09.2013 11:39 Report Diesen Beitrag melden

      Schade?

      Bienen sind, wie fast alle Tiere, für uns nicht überlebensnotwendig. Die Menschheit kann durchaus sehr einseitig von windbestäubten Pflanzen ernährt werden. Die Frage ist mehr ob wir das wollen.... Die Susanne scheint die Kraniche für entbehrliches Beiwerk zu halten. Das ist schade!

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