Beziehungskiller Bromance?

20. Oktober 2017 22:15; Akt: 20.10.2017 22:15 Print

Wenn der Freund wichtiger ist als die Freundin

Für viele junge heterosexuelle Männer sind Männerfreundschaften erfüllender als Beziehungen zu Frauen. Das ist eine Gefahr für traditionelle Beziehungen.

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Das Ideal der Männerfreundschaft, oder auf Englisch Bromance: beste Freunde, die miteinander durch dick und dünnn gehen, keine Geheimnisse voreinander haben und nichts zwischen sich kommen lassen. (Im Bild: Hollywood-Schauspieler und beste Freunde Jonah Hill (l.) und Channing Tatum) Heutzutage bevorzugt manch ein hetreosexueller Mann sogar die Bromance gegenüber einer romantischen Beziehung zu einer Frau, wie eine britische Studie zeigte. (Im Bild: Ryan Reynolds (l.) und Jake Gyllenhaal) Die jungen Männer gaben an, dass Bromances ein emotionales Ventil böten und ihnen helfen würden, Konflikte zu lösen. Ausserdem würden sie weniger beurteilt und man könne über alles reden. (Im Bild: James Franco (l.) und Seth Rogen) In einer Beziehung mit einer Frau fühlten sich die Männer dagegen gezwungen, einen gewissen Standard zu wahren. Das heisst, sie würden ihre Gefühle stärker kontrollieren und gewisse Themen nicht ansprechen. (Im Bild: Ben Stiller (l.) und Owen Wilson) Die Forscher bewerten Bromances grundsätzlich positiv, da sie jungen Männern eine Möglichkeit gäben, offener über ihre Gefühle zu reden. Das wirke sich positiv auf ihre körperliche und mentale Gesundheit aus. (Im Bild: Brad Pitt (l.) und George Clooney) Allerdings sehen die Wissenschaftler darin auch eine Gefahr für heterosexuelle Beziehungen. (Im Bild: Ben Affleck (l.) und Matt Damon) So könnte das Zusammenwohnen von Mann und Frau zum Auslaufmodell werden, sollten sich immer mehr Männer entscheiden, stattdessen mit ihrem besten Freund zusammenzuziehen, weil es weniger kompliziert ist. (Im Bild: Leonardo DiCaprio (l.) und Tobey Maguire)

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Im angelsächsischen Sprachraum gibt es längst ein Wort dafür: Bromance. Das Kunstwort bezeichnet eine enge Freundschaft zwischen zwei heterosexuellen Männern. Und sie könnte der Beziehung zwischen Mann und Frau längerfristig den Rang ablaufen. Wieso das so ist, haben Forscher der englischen Universitäten Winchester und Bradfordshire untersucht.

Umfrage
Liebe Männer, habt ihr eine Bromance?

Für die im Fachjournal «Men and Masculinities» veröffentlichte Studie befragten sie 30 junge Studenten zu ihren Erfahrungen mit Beziehungen mit Frauen und Männerfreundschaften. 28 Teilnehmer erklärten, dass sie über persönliche Probleme lieber mit einem Freund sprechen würden als mit der Partnerin.

Über alles reden

Die jungen Männer gaben an, dass Bromances ein emotionales Ventil böten und ihnen helfen würden, Konflikte zu lösen. Ausserdem beschrieben sie das Zusammensein mit Männern als erfüllender. Sie würden weniger beurteilt, zudem könne man über alles reden.

In einer Beziehung mit einer Frau fühlten sich die Männer dagegen gezwungen, einen gewissen Standard zu wahren, so die Forscher. Das heisst, sie würden ihre Gefühle stärker kontrollieren und gewisse Themen nicht ansprechen.

Ein Teilnehmer berichtete den Forschern, dass er mit seinem besten Freund über alles reden könne, es aber Dinge gebe, die er seiner Freundin nicht sage. Und zwar aus Angst davor, dass sie ihn anschliessend nicht mehr mag. So gehe er davon aus, dass ihn seine Freundin dafür verurteilen würde, dass er Taylor Swift und Beyoncé höre. Er finde, dass er sich in ihrer Anwesenheit «männlicher» verhalten müsse.

Gefahr für traditionelle Beziehungen

Die Forscher begrüssen die zunehmende Popularität von Bromances insofern, als sie jungen Männern eine Möglichkeit gäben, offener über ihre Gefühle zu reden. Das wirke sich positiv auf ihre körperliche und mentale Gesundheit aus.

Allerdings sehen die Wissenschaftler darin auch eine Gefahr für heterosexuelle Beziehungen. So könnte das Zusammenwohnen von Mann und Frau zum Auslaufmodell werden, sollten sich immer mehr Männer entscheiden, stattdessen mit ihrem besten Freund zusammenzuziehen, weil es weniger kompliziert ist.

Co-Autor Adam White von der Universität Bedfordshire sagte der «National Post»:«Was passiert in 50 Jahren, wenn diese Männerfreundschaften richtig abheben und Männer finden: ‹Moment mal, wir geniessen das – das ist gut für unser Gefühlsleben, wir fühlen uns weniger eingeengt und überwacht.›» Frauen könnten dann einfach sexuelle Erfüllungsgehilfinnen werden und nichts weiter. «Das ist ein beunruhigender Aspekt.»

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lulu am 20.10.2017 22:43 Report Diesen Beitrag melden

    Männer brauchen Freunde

    Männer mit Männerfreundschaften sind ausgeglichen und sind sehr gute Partner für uns Frauen. Es ist nun mal so...das gute Freundschaften wichtig sind: für Weiblein und für Männlein!

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  • T. Swissguy am 20.10.2017 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn, nix neues

    Also einen besten Freund oder eine enge männliche platonische freundschaft zu haben ist ja nix neues...

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  • Bruder Motzi am 20.10.2017 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wundert mich bei der heutigen

    kosmetischen Ausrichtung der "Damenwelt" überhaupt nicht. Nicht jeder liebt das Diktat der Kosmetik-Industrie.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Armin am 24.10.2017 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    ist logisch

    Männer, die über Jahrtausende in die Kriege mussten, sich dem Feldherrn unterordnen mussten und auf engstem Raum auf Galeeren wochenlang auf dem Meer waren, mit Hannibal über die Alpen gingen, Troja belagerten, ETC. haben (im Durchschnitt!) eine deutlich höhere Sozialkompetenz und Toleranz entwickelt als Frauen. Kein Wunder also, dass Männer eher zu Männerfreundschaften tendieren, welche besser, ehrlicher und in aller Regel auch auf gleichen Interessen beruhen, als bei bzw. mit Frauen. Nichts gegen Frauen, ist aber wohl so: euch fehlen noch ca. 4000 Jahre an sozialpsychologischer Entwicklung.

  • Jack Stove am 24.10.2017 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Habe beides, wünsche mir aber weder noch

    Am liebsten wäre ich einfach mal allein unterwegs und würde neue Leute kennenlernen, ich bin ein offener Typ und finde überall Anschluss. Mein bester Freund ist hochgradig depressiv und suizidal unterwegs, ständig muss ich mich um ihn kümmern, dass nichts Schlimmes passiert. Meine Freundin ist krankhaft eifersüchtig und macht mir Schuldgefühle, streitet, rastet aus, wegen nichts. Beide entschuldigen sich am Tag danach, wenn sie etwas kaputt gemacht haben oder für eine blöde Szene. Meine Batterien sind bald leer, meine Geduld am Ende.

  • Bromancer am 23.10.2017 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Bromancer

    Ich befinde mich seit einiger Zeit in einer festen Beziehung. Trotzdem bin ich mit meinem besten Freund viel ehrlicher, das Verhältnis is unkomplizierter und wir reden über alles, auch Sachen, die ich in meiner Beziehung niemals würde ansprechen wollen. Ich gebe auch mehr auf seine Meinung, es wird unter Männern viel objektiver geurteilt mMn. Ich denke ohne diesen Aspekt in meinem Leben würde ich mich nicht wie mich selbst fühlen.

    • onee am 23.10.2017 23:46 Report Diesen Beitrag melden

      Nur fürs Bett??

      @Bromancer Traurig, dass du mit deiner Freundin nicht ehrlich sein kannst, dass dir ihre Meinung weniger wert ist als die deines Kumpels und dass du (irrtümlicherweise!) denkst, Männer würden viel objektiver urteilen...Wozu brauchst du denn deine Freundin überhaupt?

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  • Frauenlogik am 23.10.2017 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Mimimi

    Eigentlich Logisch. Sogar meine Schwester und die Freundinnen meiner Kumpels sagen sie seien lieber mit Männern befreundet weil ihnen Frauen zuviel Drama machen. Jungs sind eben unkompliziert und direkt.

  • Liron am 23.10.2017 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Echte Männerfreundschaft, yes!

    Freundschaft zweier Frauen? Meistens die Verschwörung gegen eine dritte.