Grösse ist doch relevant

17. Januar 2019 19:09; Akt: 17.01.2019 19:09 Print

Wenn ein langer Penis als Diebstahlschutz dient

Einsiedlerkrebse sind kurioser als man denkt. So lassen sich einige längere Penisse wachsen, um beim Sex ihre Muscheln nicht verlassen zu müssen.

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Es kommt doch auf die Grösse an – zumindest beim Krebs-Sex. Das zeigt eine Studie aus Grossbritannien. Demnach haben bestimmte Einsiedlerkrebse längere Penisse entwickelt, um bei der Paarung einen Vorteil zu haben. Allerdings ist dieser anderer Art, als man zunächst denken könnte.

Die am Mittwoch im Fachjournal «Royal Society Open Science» veröffentlichte Studie mit dem Titel «Private Parts for Public Property» (etwa: Mit den Geschlechtsteilen für das Eigentum) geht allgemein gefasst der Frage nach, ob Penisgrösse im Verhältnis zur Wohnungsgrösse steht. Hintergrund ist, dass Einsiedlerkrebse Gefahr laufen, dass Räuber ihnen die Muschel wegschnappen, wenn sie ausser Haus Sex haben.

Wie passen Sex und Eigenheim zusammen?

Studienautor Mark Laidre von der Universität Dartmouth fragte sich, ob Krebspenisse umso grösser ausfallen, je grösser das Risiko des Krebses ist, nach dem Fortpflanzungsakt obdachlos zu sein. Oder wie Laidre schreibt: Wurden die Penisse grösser, «um sicheren Sex zu erleichtern»?

Nach seiner Hypothese ermöglichen längere Penisse den Individuen, ihre Sexualpartner zu «erreichen», während sie «zugleich mit dem Rest ihres Körpers ihr Eigentum sicher im Griff haben». Auf diese Weise könnten sie ihre Muscheln beim Sex vor Dieben schützen. Besonderes Augenmerk richtete der Biologe auf Krebse, die zudem gern «renovierten».

Wissenschaftlicher Voyeurismus

Unter diesen Gesichtspunkten begutachtete Laidre 328 verschiedene Einsiedlerkrabben-Arten. Laut seiner Theorie mussten diejenigen Tiere mit den «umgebauten» und damit geräumigsten «Luxus»-Muscheln die längsten Penisse haben, denn ihre Behausungen waren für mögliche Räuber am attraktivsten; wohingegen Krebse mit «Standard-Muscheln» oder gar solche ohne Muscheln die «kürzesten» ausweisen mussten. Dabei achtete er auch auf Zusammenhänge wie Lebensräume an Land oder im Meer sowie Gesamtkörpergrösse.

Seine Annahmen sah er bestätigt: Die Einsiedlerkrebse mit den grössten Penissen im Vergleich zu ihrer Körpermasse waren die Arten der Gattung Coenobita – die einzigen, die ihre Muscheln umbauten. Es folgten Krebse mit «unrenovierten» Behausungen, am Ende der Skala lagen solche, die ihre Muscheln als ausgewachsene Tiere einfach ablegten. Laidre kam zu dem mit britischem Sprachwitz formulierten Ergebnis: «Alle andere Hypothesen zur Penisgrösse zogen den Kürzeren.»

Ähnliche Verhältnisse liessen sich mutmasslich auch bei anderen Arten von Lebewesen feststellen. Laidre will sich nun nach eigenen Angaben auch noch unter anderem mit der Frage beschäftigen, ob die Art des Muschelumbaus weitere Auswirkungen auf die Penisgrösse hat und wie es um Zusammenhänge mit «Bewaffnung» und Penisgrösse steht.

(fee/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr. Sommer am 17.01.2019 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Klar

    wenn du keinen Langen hast klaut dir der Artgenosse die Muschel...

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  • Finger am 17.01.2019 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langer

    Habe mein haus umgebaut, heisst dass jetzt für mich das ich auch einen langen p... habe ;)?!

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  • Fahrradkette am 17.01.2019 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oberweite

    Hätte der weibliche Siedlerkrebs auch die selben Kräfte, bräuchte dieser glatt zwei Muscheln :-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • c m am 19.01.2019 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und so herum?

    sexismus pur.... zum glück sind männer nicht so zimperlich.

  • leosan am 18.01.2019 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Behausung

    Es sind keine Muscheln sondern Schneckenhäuser

  • leser am 18.01.2019 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    das bringt die Welt weiter

    Wer hat es ihnen erzählt, die Einsiedler selbst? Oder waren etwa Doktoranten für diese "Studien" am Werk, die Hintergedanken hatte und auf genau diese Interpretation hingearbeitet haben. Wenn man bei Regen die Autos auf der Strasse zählt, wird man schnell zum Schluss kommen, dass ein Grossteil der Autos genau wegen des Regens 4 Räder montiert und die Fenster geschlossen haben. Erstaunlich, oder?

  • Willy Tell am 18.01.2019 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmmmm.

    Kommt doch bei Menschen auch vor: Vögelst du ausser Haus, ist die Hütte schneller weg als du meinst. :-)

  • Mike Wunderlin am 18.01.2019 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sache gits

    Zun Glück sind wir keine Krebse. Auf das: "Wir ihn mal rüber" Kann ich verzichten.