Forschung

16. März 2011 12:10; Akt: 16.03.2011 12:44 Print

Wer spät geboren wird, lebt länger

Wie alt ein Mensch wird, könnte möglicherweise auch davon abhängen, in welchem Monat er geboren wurde. Warum das so ist, darüber wird noch spekuliert.

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Wie lange ein Mensch lebt, hängt von vielen Faktoren ab, nicht zuletzt vom Zufall. Oder doch nicht? Denn Wissenschaftler der Universität Greifswald wollen nun herausgefunden haben, dass es dabei auch eine Rolle spielt, in welchem Monat ein Mensch zur Welt kommt. Sie haben dafür laut Yahoo sechs Millionen Todesfälle in Deutschland analysiert, die auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückgeführt wurden.

Die Forscher haben dabei herausgefunden, dass Männer, die im November das Licht der Welt erblickten, durchschnittlich 11,7 Monate länger leben als ihre Geschlechtsgenossen, die im Mai geboren wurden. Nicht ganz so gross ist der Unterschied bei den Frauen: Novembergeborene werden 7,3 Monate älter als Maikinder.

Spekulationen über das Warum

Warum Spätgeborene eine längere Lebenserwartung haben, ist noch nicht klar. Der Projektleiter Thorsten Reffelmann sagte, dass die Forscher über die Faktoren, die in den ersten Lebensmonaten - vor oder nach der Geburt - einen so prägenden Einfluss auf das Herz-Kreislauf-Risiko ausüben, nur spekulieren können.

Möglich sei, dass meteorologische Daten wie zum Beispiel die Sonnenintensität Einflüsse haben könnten. Auch eine Rolle spielen könnte, was die werdende Mutter isst, denn das ist im Frühjahr meist etwas anderes als im Herbst. Zudem bewegt sie sich vermutlich nicht in jeder Jahreszeit gleich viel. Ebenfalls ausschlaggebend könnten Luftverschmutzung oder Infektionskrankheiten sein.

Weiter haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass es für die unterschiedlich hohe Lebenserwartung keine Rolle spiele, ob die Personen auf dem Land oder in der Stadt leben. Auch keinen Einfluss habe es, ob sie in Bundesländern mit höherer oder niedrigerer Lebenserwartung wohnten.

(lue)