Gefährlicher Erreger

09. Oktober 2018 13:58; Akt: 09.10.2018 13:58 Print

West-Nil-Virus hat Folgen fürs Blutspenden

von F.Riebeling - Weil das Virus näherrückt, ruft ein deutscher Arzt zur Diskussion über Blutspenden auf. In der Schweiz ist man schon einen Schritt weiter.

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Was auf den ersten Blick recht unscheinbar aussieht, macht Medizinern Sorgen: das West-Nil-Virus. Das 1937 erstmals im West-Nil-Distrikt von Uganda nachgewiesene Virus – daher hat es seinen Namen – wird ... ... von verschiedenen Stechmücken übertragen. Mithilfe dieser hat es das Virus bereits nach Europa geschafft. So wurde es bereits mehrfach in Italien nachgewiesen. (Symbolbild) Genauso wie in Deutschland und ... (Symbolbild) ... Österreich, wobei besonders die Gegend um Wien herum betroffen ist. (Symbolbild) Das Näherkommen des Virus, das in einzelnen Fällen das Nervensystem befallen und zu Hirn- und Hirnhautentzündungen führen kann, sorgt für neue Herausforderungen in der Medizin. (Im Bild: MRI-Aufnahme einer Hirnhautentzündung.) Jonas Schmidt-Chanasit vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hat deshalb eine neue Diskussion über Sicherheit von Blutkonserven angeregt: «Blutspendedienste müssen sich damit in Zukunft stärker auseinandersetzen.» In der Schweiz ist dies bereits passiert, wie Anita Tschaggelar von Blutspende SRK Schweiz sagt. Zwar lautet die offizielle Weisung nach wie vor, dass Personen, die sich zuvor mehr als 24 Stunden in einem der betroffenen Ländern aufgehalten haben, für einen Monat vom Blutspenden ausgenommen sind. «Aber einige regionale Blutspendedienste haben bereits entschieden, diese Spender nicht mehr zurückzuweisen, sondern auf das Virus zu testen.» So geschehen bei der Blutspende SRK Zürich während der Sommerferien. (Symbolbild) Die Interregionale Blutspende SRK AG, die für die Kantone Bern, Waadt und Wallis zuständig ist, hat damit Anfang dieser Woche begonnen. «Die Testung erfolgt im Rahmen eines Pilotprojektes bis zum 31. Dezember 2018», erklärt Sprecher Adrian Fluri. Da man damit rechnen müsse ... ... dass in Zukunft das West-Nil- oder andere Viren für immer mehr Spendende eine Hürde darstellten, sei dies für den grössten Blutspendedienst der Schweiz ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Blutversorgung in den nächsten Jahren. Im Tessin geht man laut Stefano Fontana noch einen Schritt weiter: Da das Virus in Norditalien, direkt an der Grenze zur Schweiz, entdeckt worden sei, teste man nun grundsätzlich alle Spender auf das Virus.

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Seinen Namen verdankt das West-Nil-Virus dem Ort, wo es 1937 erstmals isoliert wurde: dem West-Nil-Distrikt von Uganda. Seither hat es sich weit verbreitet. Inzwischen wurde es auch in Europa mehrfach nachgewiesen, unter anderem in Österreich, Italien und Deutschland.

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Aus diesem Grund hat Jonas Schmidt-Chanasit vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin eine neue Diskussion über Sicherheit von Blutkonserven angeregt: «Blutspendedienste müssen sich damit in Zukunft stärker auseinandersetzen.»

Offizielle Weisung, regionale Handhabe

In der Schweiz ist dies bereits passiert, wie Anita Tschaggelar von Blutspende SRK Schweiz sagt. Zwar lautet die offizielle Weisung nach wie vor, dass Personen, die sich zuvor in einem der betroffenen Ländern aufgehalten haben, für einen Monat vom Blutspenden ausgenommen sind.

«Aber einige regionale Blutspendedienste haben bereits entschieden, diese Spender nicht mehr zurückzuweisen, sondern auf das Virus zu testen.» So geschehen bei der Blutspende SRK Zürich während der Sommerferien.

Die Interregionale Blutspende SRK AG, die für die Kantone Bern, Waadt und Wallis zuständig ist, hat damit Anfang dieser Woche begonnen. «Die Testung erfolgt im Rahmen eines Pilotprojektes bis zum 31. Dezember 2018», erklärt Sprecher Adrian Fluri. Da man damit rechnen müsse, dass in Zukunft das West-Nil- oder andere Viren für immer mehr Spendende eine Hürde darstellten, sei dies für den grössten Blutspendedienst der Schweiz ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Blutversorgung in den nächsten Jahren.

Tessin ist am meisten gefordert

Im Tessin geht man sogar noch einen Schritt weiter, wie Stefano Fontana, medizinischer Leiter von der Fondazione Servizio Trasfusionale CRS della Svizzera Italiana, sagt.

«Aufgrund der Meldungen aus Italien haben wir beschlossen, nicht nur Reiserückkehrer, sondern grundsätzlich alle Spender auf das Virus zu testen.» Seit rund drei Wochen würden sie es so handhaben, weil damals das Risikogebiet an die Schweizer Grenze herangekommen sei. Noch sei das Virus bei keiner Person nachgewiesen worden, doch man gehe davon aus, dass es in Zukunft anders sein könnte.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • erik am 09.10.2018 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    srk soll nur nicht rumjammern

    ich bin gesund, habe gutes blut und eine blutgruppe die gesucht ist!! Naja aber ich darf nicht spenden!! drum srk soll nun nicht rumjammern während gewisse menschen noch öffentlich diskriminiert werden wegen ihrer natur!! ich kenne sehr viele die gerne blutspenden aber durch ebendiese diskriminierungsmassnahme des srk nicht spenden!! drum liebes srk, jammert nun ja nicht rum wegen zu wenig blut!!!!!!

  • Schlepper Ahoi am 09.10.2018 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Kommt sicher gut

    Nicht nur von Mücken. Im Moment werden sogar die Träger gleich mitimportiert nach Europa.

  • julius am 10.10.2018 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SRK bloss nicht jammern, da sie diskriminieren

    ja der SRK darf einfach nicht jammern wenn es zu wenig gesundes blut hat. dürfen ja aus diskriminierung nicht alle spenden, da manche menschen besser sind und andere nicht und auch risikogruppen werden ganz diskriminierend erstellt. ich hätte super blut und das ist sogar vom arzt bestätigt, aber darf nicht spenden da ich zu einer vom SRK diskriminierten gruppe gehöre. gut habe ich eine schar von leuten die aus eben dieser diskriminierung auch selber nicht spenden obwohl sie könnten!! falls das SRK dann mal im 21. jahrhundert ankommt kann man dann wieder über blutspenden reden aber solange ....

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  • julius am 10.10.2018 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SRK bloss nicht jammern, da sie diskriminieren

    ja der SRK darf einfach nicht jammern wenn es zu wenig gesundes blut hat. dürfen ja aus diskriminierung nicht alle spenden, da manche menschen besser sind und andere nicht und auch risikogruppen werden ganz diskriminierend erstellt. ich hätte super blut und das ist sogar vom arzt bestätigt, aber darf nicht spenden da ich zu einer vom SRK diskriminierten gruppe gehöre. gut habe ich eine schar von leuten die aus eben dieser diskriminierung auch selber nicht spenden obwohl sie könnten!! falls das SRK dann mal im 21. jahrhundert ankommt kann man dann wieder über blutspenden reden aber solange ....

  • erik am 09.10.2018 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    srk soll nur nicht rumjammern

    ich bin gesund, habe gutes blut und eine blutgruppe die gesucht ist!! Naja aber ich darf nicht spenden!! drum srk soll nun nicht rumjammern während gewisse menschen noch öffentlich diskriminiert werden wegen ihrer natur!! ich kenne sehr viele die gerne blutspenden aber durch ebendiese diskriminierungsmassnahme des srk nicht spenden!! drum liebes srk, jammert nun ja nicht rum wegen zu wenig blut!!!!!!

  • Schlepper Ahoi am 09.10.2018 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Kommt sicher gut

    Nicht nur von Mücken. Im Moment werden sogar die Träger gleich mitimportiert nach Europa.