Illegale Brunnen

11. September 2019 13:23; Akt: 11.09.2019 13:23 Print

Wie Erdbeeren einen Nationalpark vernichten

Der andalusische Nationalpark Coto de Doñana ist bekannt für seinen Artenreichtum – doch das könnte sich in Zukunft ändern.

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Der Coto de Doñana in Andalusien ist ein Vorzeige-Nationalpark. 1994 wurde er von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt. Dies auch wegen seiner sogenannten Marismas. Diese bilden ein riesiges Feuchtgebiet, das als eines der wichtigsten in Europa gilt. Es stellt ein Zuhause für zahlreiche seltene Tierarten wie den spanischen Kaiseradler oder den iberischen Luchs dar. Jahr für Jahr rasten hier ausserdem Hunderttausende Zugvögel.

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Sie alle sind bedroht. So warnte etwa die Non-Profit-Organisation BirdLife kürzlich vor dem Rückgang der Zahl der bedrohten Vogelarten, die bis anhin in dem Nationalpark Zuflucht finden.

Denn dem geschützten Paradies wird zusehends das Wasser abgegraben – im wahrsten Sinne des Wortes, wie Jordi Figuerola von der Forschungsstation Estación Biológica de Doñana zur spanischen Tageszeitung «El Pais» sagt. Schuld daran seien die Erdbeerplantagen rings um den Nationalpark.

80 illegale Brunnen

Für den Anbau der roten Frucht braucht es viel Wasser. Aufgrund der immer grösser werdenden Nachfrage nach Erdbeeren und der zunehmend trockener werdenden Sommer ist die Zahl illegaler Brunnen in der Nähe des Nationalparks in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Situation hat sich so weit zugespitzt, dass Wissenschaftler mittlerweile von einem Wassernotstand sprechen.

«Die Doñana ist umgeben von einer Unmenge illegaler Brunnen», erklärte Figuerola der Wissensplattform Spektrum.de. Rund 80 sollen es derzeit sein. Das dort abgezwackte Wasser wird gemäss «El Pais» unterirdisch über ein ebenfalls illegales Rohrleitungssytem auf den Plantagen verteilt.

Zeit, etwas zu ändern

Zwar stellte bereits 1992 eine Kommission fest, dass die Wasserressourcen der Coto de Doñana übernutzt werden. Doch geändert hat sich seither nichts. Im Gegenteil: Laut dem WWF steigt der Wasserbedarf seit den 1990er-Jahren in der Region immer stärker an.

Mindestens 60 Prozent des Wassers, das früher in die Doñana floss, werde heute für wirtschaftliche Zwecke genutzt. Nur ein Teil davon fliesse in die Touristenzentren an der Küste, der Grossteil werde für die Landwirtschaft genutzt.

Nun wird die Zeit knapp. Noch könne die Doñana wiederhergestellt werden, sagt Figuerola. «Aber niemand weiss, ab welchem Zeitpunkt es kein Zurück mehr gibt.»

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bianchi am 11.09.2019 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weihnachten

    Wer Erdbeeren an Weihnachten konsumiert, sollte sich schämen. Nicht die Grossverteiler, sondern die Konsumenten sind das Übel

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  • O. B. am 11.09.2019 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Dummer Mensch.

    Mehr gibt es zu uns nicht zu sagen... Irgendwann wird auch der letzte feststellen, dass man Geld nicht essen kann.

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  • Jorge am 11.09.2019 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider

    Ich kenne die Gegend gut. Leider ist es tatsächlich wie im Artikel beschrieben. Ich verstehe eh nicht, wie man importierte Erdbeeren konsumieren kann. Wir haben in der Schweiz wirklich zur Genüge davon.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 12.09.2019 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Profitgier

    Anscheinend ist die zuständige Regionalregierung nicht willens oder in der Lage diesem Treiben ein Ende zu setzen. Wenn Erdbeerfelder dann müsste das Wasser von extern zugeführt werden das ist dann eben zu teuer.

  • Claude Fischer am 12.09.2019 20:42 Report Diesen Beitrag melden

    Kaufe nur aus der CH

    Kaufe gar keine Ware aus Spanien. Das Land wird zur Sahara. Kaufe reginal aus der CH

  • Pia Zil lig am 12.09.2019 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Saison

    man sollte nur noch Saison Früchte und Gemüse verkaufen. Ausser Bananen und Mandarinen

  • brummli bär am 12.09.2019 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    erdbeeren

    kauf keine schweizer erdbeeren oft faule unten in schale und keine 500 gr. drin. bei den körben 1 klio von spanien alle gut keine faulen u d gewicht stimmt. gut was stimmt geschmack ist nicht immer so gut.

  • Heidi Heidnisch am 12.09.2019 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Kauft nicht beim Spaniern

    Kommt mir sehr bekannt vor! Kauft nicht bei Spaniern erinnerst sehr an Natzizeiten! Wer gegen Erdbeeren aus Spanien ist, ist ein Rasssist!

    • Beo Bachter am 12.09.2019 11:15 Report Diesen Beitrag melden

      Stimme die völlig zu

      Bei den ganzen Dislikes scheint es hier ziemlich viele Faschos zu haben. Traurig.

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