Tag der guten Tat

21. Mai 2019 07:47; Akt: 21.05.2019 09:12 Print

Wie eine gute Tat unserem Körper gut tut

von J.-C. Gerber - Wer eine gute Tat vollbringt, hilft nicht nur seinen Mitmenschen, sondern auch sich selber. Geist und Körper profitieren gleichermassen.

Cyrill (14) ist Teil des Projekts "Helpdesk" der Gemeinde Thalwil ZH. Dort erklärt Seniorinnen und Senioren ihre Handys und Laptops. Ihm Video erzählt er, warum diese gute Taten ihm selber gut tun. (Video: S. Ritter)
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Es lässt sich nicht wegdiskutieren. Uneigennützig zu handeln fühlt sich in den allermeisten Fällen richtig gut an. Doch was läuft da wirklich in uns ab, wenn wir anderen einen kleinen oder grossen Gefallen machen? Diese Frage haben sich über die Jahre Wissenschaftler verschiedenster Fachgebiete gestellt. Und sind zu bemerkenswerten Erkenntnissen gekommen.

Gute Taten sind gesund

Im Rahmen einer kanadischen Studie wurden 52 Oberstufenschüler gebeten, einmal pro Woche eine gute Tat zu vollbringen, zum Beispiel Primarschülern bei den Hausaufgaben zu helfen. Eine Kontrollgruppe von 54 Schülern tat dagegen nichts dergleichen. Nach zwei Monaten hatte sich bei den 52 die Herz-Kreislauf-Gesundheit im Vergleich mit der Kontrollgruppe verbessert. Zudem hatten die Helfer abgenommen. Bei älteren Menschen liessen sich in einer weiteren Studie ebenfalls positive Auswirkungen auf die Gesundheit nachweisen.

Gute Taten reduzieren Stress

Stress wird mit einer Vielzahl von Krankheiten in Verbindung gebracht, von Diabetes über Magengeschwüre und Schlaflosigkeit bis zu Depressionen. Forscher gehen davon aus, dass ein Zusammenhang mit dem Stresshormon Cortisol besteht. Eine Studie von 2010 zeigte, dass Versuchspersonen, die grosszügig Geld spendeten, statt es zu behalten, in der Folge einen tieferen Cortisol-Spiegel hatten.

Gute Taten verlängern das Leben

Wer Gutes tut, gewinnt in der Gesellschaft an Ansehen und kann so seinen Freundes- und Bekanntenkreis erweitern. Und wer viele echte Freunde hat, lebt länger. Dies ergab die Auswertung von 148 Studien im Jahr 2010. Demnach erhöhte ein grosses soziales Umfeld die Lebensdauer um fünf Jahre.

Gute Taten heben die Stimmung

Wer jemandem hilft, fühlt sich gut. Und das hat seine Gründe, wie eine Studie von 2007 ergab. Denn im Gehirn wird bei einer guten Tat oder einer Spende das Belohnungszentrum aktiviert. Das wiederum sorgt für die Ausschüttung von Glückshormonen. Das führt zu einem euphorischen Zustand, den die Forscher das Helper's High nennen.

Gute Taten verbessern die psychische Gesundheit

Eine Auswertung von 40 Studien über den Einfluss von Freiwilligenarbeit auf das Wohlbefinden hat ergeben, dass gute Taten einen positiven Einfluss auf die psychische Gesundheit haben. Freiwilligenarbeit verbessert demnach die generelle Zufriedenheit und das Wohlbefinden. Zudem würden Depressionen gelindert, so die Studienautoren. Auch die Tatsache, dass Freiwilligenarbeit von der Besessenheit mit eigenen Problemen ablenken und aufzeigen kann, dass man es selber eigentlich vergleichsweise gut hat, kann sich positiv auf die Psyche auswirken.

Gute Taten machen glücklich

Wer anderen Menschen hilft, ist allgemein glücklicher. Laut einer Studie der Universität Oxford lassen gute Taten die Helfenden ein sogenanntes warmes Glühen («warm glow») verspüren. Dieses Glücksgefühl sei zwar nicht lebensverändernd, habe aber einen Effekt auf das eigene Glück. Eine Langzeitstudie der University of Wisconsin-Madison zeigte zudem, dass auch am Arbeitsplatz diejenigen am glücklichsten waren, die ihren Kollegen uneigennützig halfen.

Aber ...

So positiv uneigennütziges Handeln und Freiwilligenarbeit für die meisten ist, es kann auch Probleme geben, wie die Psycholgin Sherrie Bourg Carter schreibt. Menschen, die überfordert sind, weil sie im Alltag viel zu tun haben, sollten sich nicht noch mehr zumuten. Auch wenn die Absichten durchaus positiv sind.

Ausserdem kann die Arbeit mit Benachteiligten auf das Gemüt schlagen. Das ist allerdings von Mensch zu Mensch verschieden. Bourg Carter rät hier, sein eigenes Engagement auf ein erträgliches Mass zu beschränken. Sonst drohe ein Burnout, wie es bei Mitarbeitern von Hilfswerken häufig vorkomme.

Dieser Artikel ist im Rahmen des «Tag der guten Tat» entstanden. Mehr Infos dazu gibt es hier.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MisterK am 21.05.2019 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wer fällt darauf rein?

    Wer soll euch das abkaufen? Hier geht es doch nur um Selbstvermarktung von Coop, welcher diesen Schwachsinns-Tag erfunden hat. Für eine gute Tat braucht es nicht extra einen Spezialtag.

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  • Sulejka am 21.05.2019 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das versuche ich täglich zu tun.

    Ich brauche keinen Extratag, denn ich versuche immer armen Menschen zu helfen indem ich Ihnen persönlich diverse Sachen schenke. Man muss sich nur in der Nachbarschaft herum hören, da gibts immer Leute die sich über eine Gabe freuen oder betagte Menschen die nicht mehr alleine einkaufen gehen können, oder im Altersheim Menschen besuchen die keine Angehörigen haben, denn Zeit alleine für solche Menschen ist eine Geschenk.

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  • Maria Zeidler am 21.05.2019 08:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wir alle erledigen Gutes täglich!

    Super da hat jemand sehr gekonnt viel merkwürdige Wissen in den gute Tat gesetzt. Super Werbung damit viele Menschen an eine Idee glauben. 52 Schüler sollen als Beweis dienen für ca. 8 Milliarden Menschen? Ich finde ein guter Tat wichtig jedoch nicht gesünder als andere positive Einstellungen. Merkwürdig, dass wir einen guten Tat Tag im Jahr brauchen. Jeder der denkt sein Maximum zu tun für sich und den anderen hat einen guten Tat vollbracht. Ich schätze, dass gilt für fast alle Menschen da jeder von uns täglich gutes für andere macht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandra am 23.05.2019 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werbe-Idee

    Gute-Tat-Tag sollte so überflüssig sein wie Valentins-Tag, Mutter-Tag! Wird nur für die Werbung und den Umsatz generiert. Wir sollten einander täglich gernhaben und helfen.

  • Marsupi Lami am 22.05.2019 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Zombies

    Eine gute Tat aber dann wenns ums Essen geht... ;)

    • Mhm am 22.05.2019 17:00 Report Diesen Beitrag melden

      @Marsupi Lami

      Coop missbraucht ständig Kinder für Werbung. Für was sonst wohl noch fragt man sich.

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  • Valodja am 22.05.2019 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Subotnik

    Bei den Sovjets hiessder Tag Subotnig und jeder wurde gezwungen "freiwillig" mitzumachenk

  • Pennywise am 21.05.2019 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Geht auch anders rum

    Das funktioniert bei mir auch wenn ich andere Fertig mache und nerve. Gibt mir auch genugtuung.

    • Ninja am 22.05.2019 16:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Pennywise

      Ja da passt du doch perfekt in die Gesellschaftsnorm. Gib nur nie auf sonst.. ;)

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  • Armin am 21.05.2019 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ausdruck von Selbstgefälligkeit

    Genau deswegen ist es nicht falsch zu behaupten, dass zuweilen völlig überdrehte und ideologisch verklärte "Helfer" nur aus purem Egoismus handeln, der eigenen Selbstgefälligkeit zuliebe, aus Profilierungsneurose, social-Mediengeilheit (wie dieser irre Kapitän im Mittelmeer, der sich als illegaler Schlepper auch noch im Recht fühlte). Der Mensch ist eben doch sich selber am nächsten. Und wenn es den Helferlein und Helferleininnen einmal nicht mehr so gut geht, sondern sie für sich selber schauen müssen haben sie zuweilen abartige Erwartungshaltungen von der Gesellschaft, vom Staat, von "Gott".