SARS-CoV-2

12. März 2020 16:55; Akt: 12.03.2020 16:55 Print

Wie erkenne ich, ob ich mit dem Virus infiziert bin?

Trockener Husten und Fieber: Wer verdächtige Symptome hat, soll sich selbst isolieren. Das musst du zum neuen Coronavirus wissen.

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Mit dem Coronavirus sind viele wenig geläufige Begriffe Teil unseres Alltagsvokabulars geworden. Das steckt dahinter. Um sich vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus zu schützen, setzen viele Menschen auf Masken, wobei man zwischen Hygiene- und Atemschutzmasken unterscheiden muss. Die einfachen (Bild) sind nach zwei bis drei Stunden durchgefeuchtet. Daher müssen sie dann spätestens ausgetauscht werden. Nur so können sie leisten, wofür sie gedacht sind: die Übertragung von Erregern durch Sekrettröpfchen zu verhindern. Schutz für den Träger bieten sie jedoch nicht. Anders . Je nach FFP-Schutzklasse schützen sie vor ungiftigen Stäuben (FFP1), vor giftigen Stäuben (FFP2) oder vor giftigen und gesundheitsschädlichen Stäuben, Rauch und Aerosol (FFP3). Um sich vor dem Virus Sars-Cov-2 zu schützen, wird zu FFP3 geraten. Momentan sind die Masken fast überall ausverkauft. Bei Sars-Cov-2 (Bild) handelt es sich um ein Virus, nicht um ein Bakterium. Der Unterschied? Während Bakterien Einzeller mit eigenem Stoffwechsel sind, die sich selbst reproduzieren können, bestehen Viren nur aus einer Eiweisshülle, in der sie ihre Erbsubstanz aufbewahren. Um sich zu vermehren, sind sie auf einen Wirt (Zellen) angewiesen. Unterscheide gibt es auch hinsichtlich der Behandlung: Gegen Bakterien verwendet man Antibiotika, die die Zellwand zerstören oder die Vermehrung hemmen. Gegen Viren werden spezielle Medikamente, sogenannte Virostatika eingesetzt, die das Eindringen des Virus in einen Wirt verhindern oder das Erbgut des Virus zerstören. (Im Bild:Sars-Cov-2-Partikel) Ersteres beschreibt den Moment der Ansteckung, in dem der Erreger in den Organismus eindringt und diesen im Folgenden stört. Das verrät auch der lateinische Ursprung. Das Wort «infectio» bedeutet so viel wie Beeinflussung und Verunreinigung. Die Inkubation (von lateinisch «incubatio») beschreibt dagegen die Zeit, die zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht. Während dieser vermehren sich die Keime und die Erkrankung etabliert sich im Körper. Bei Covid-19 geht man von einer Inkubationzeit von bis zu 14 Tagen aus. In seltenen Fällen kann sie aber auch bis zu 24 Tage dauern. Der lateinische Ursprung ist auch die Erklärung dafür, warum es beispielsweise infizieren heisst und nicht infiszieren, wie häufig zu hören ist. Auch heisst es Desinfektion und nicht Desinfikation. Bei ersterem handelt es sich um ein Anzeichen einer Krankheit. Das heisst um eine für eine bestimmte Krankheit charakteristische Erscheinung. Der Ausdruck stammt vom Griechischen «sýmptma», was so viel wie «vorübergehende Eigentümlichkeit» bedeutet. Auch der Begriff Syndrom stammt aus dem Griechischen. Konkret vom Ausdruck «syndrom», der so viel wie «zusammenlaufen» bedeutet. Und tatsächlich beschreibt ein Syndrom exakt das: ein Krankheitsbild, das sich aus dem Zusammenkommen von verschiedenen Symptomen ergibt. Ersteres beschreibt eine zeitlich und örtlich in besonders starkem Masse auftretende und ansteckende Erkrankung. Darunter fällt etwa Bei einer Pandemie handelt es sich dagegen um eine Epidemie besonders grossen Ausmasses, die ganze Landstriche und Länder erfasst. Ihre Bezeichnung stammt aus dem Griechischen von «pan» für «alle, jeder» und «demos» für «Volk». (Im Bild: Spanische Grippe, die von 1918 bis 1920 grassierte) Heisst es nun ? Erlaubt ist beides: Ein Virus kann sowohl neutrum als maskulin sein. Allerdings empfiehlt der Duden den sächlichen Artikel. Der Ausdruck Virus stammt aus dem Lateinischen, wo «virus» so viel wie «natürliche zähe Feuchtigkeit, Schleim, Saft» heisst. Beim kommt es auf die Kombination von Einseifen, Reiben, Abspülen und Trocknen an, sonst bringt es nichts. Das heisst: Die Hände nass machen, dann einseifen. Am besten mit Flüssigseife. Die Hände reiben, bis es schäumt. Dabei Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingernägel und die Handgelenke nicht vergessen. Anschliessend gut abtrocknen. Es heisst und nicht Karantäne, wie manch einer schreibt. Der Begriff leitet sich vom französischen Wort «quarantaine» ab, was eine Zeitspanne von 40 Tagen bezeichnet. So lange dauerte früher die Hafensperre für Schiffe mit seuchenverdächtigen Personen.

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Wie merke ich, ob ich infiziert bin?

Nicht alle Menschen, die das Coronavirus in sich tragen, haben Krankheitssymptome oder fühlen sich krank. Fieber, Husten, Atembeschwerden: Das alles können aber Anzeichen sein, dass man sich infiziert hat. Das Problem ist: Die Symptome gleichen jenen einer Erkältung oder Grippe. Für die meisten Menschen verläuft die Krankheit mild. Jedoch können vor allem ältere Personen ab 65 Jahren oder Personen mit einer Vorerkrankung schwer erkranken.

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Ich habe Fieber und Husten, was soll ich tun?

Bei Krankheitssymptomen musst du zu Hause bleiben, damit du niemanden anstecken kannst, erklärt das Bundesamt für Gesundheit auf seiner Website. Fieber heisst, die Temperatur ist höher als 38 Grad Celsius. Das Fieber kann von Müdigkeit und Muskelschmerzen begleitet sein. Der Husten kann sich trocken anfühlen und mit Schmerzen im Hals einhergehen. Meistens hat man bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus sowohl Fieber als auch Husten, schreibt das BAG.

Was heisst Selbst-Isolierung?

Leichte Symptome lassen sich zu Hause behandeln. Wer Symptome wie Husten und/oder Fieber zeigt, sollte Kontakt zu anderen Personen meiden. Das BAG hat ein Merkblatt für die Selbst-Isolation bereitgestellt. Es findet sich hier als Pdf. Ziel der Isolierung ist es, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Auch wird das Gesundheitssystem nicht mit Patienten belastet, die nur leichte Symptome zeigen.

Wann kann ich wieder raus?

Das BAG empfiehlt mindestens 24 Stunden nach dem Abklingen von Symptomen zu warten, bis man das Haus verlässt.

Was, wenn sich die Symptome verschlimmern?

Rufe deinen Arzt oder deine Ärztin an. Er oder sie entscheidet dann, ob eine medizinische Abklärung durchgeführt werden muss. Dies wird auch Personen empfohlen, die ein höheres Risiko haben, schwer zu erkranken. Dazu zählen Personen ab 65 Jahren sowie Personen mit Diabetes, Bluthochdruck, Krebs und anderen Vorerkrankungen.

Wie wird eine Infektion festgestellt?

Eine Erkrankung am Coronavirus kann mit Sicherheit nur durch eine Laboranalyse bestätigt werden. Dafür wird ein Abstrich aus Nase und Rachen genommen. Betroffene mit milden Symptomen werden in der Regel nicht mehr getestet, um Labors zu entlasten. Getestet werden gefährdete Personen mit Krankheitssymptomen.

Wie wird das Virus übertragen?

Das Coronavirus wird laut BAG hauptsächlich bei engem und längerem Kontakt übertragen: Wenn man zu einer erkrankten Person länger als 15 Minuten weniger als zwei Meter Abstand hält. Das Virus allein ist nicht mobil. «Es kann nirgendwo hin, ausser es wird von Schleim- oder Speicheltröpfchen mitgenommen», erklärt Kin-on Kwok, Professor an der chinesischen Universität Hongkong, in der «New York Times». Die mit dem Virus versetzten Tröpfchen können dann über die Nase, den Mund oder die Augen in den Körper – nicht aber durch die Haut – eindringen. Wie viel es braucht, um eine Person zu infizieren, ist unklar.

Was bedeuten 2019-nCoV, Sars-CoV-2 und Covid-19?

Der offizielle Name des neuen Coronavirus lautet Sars-CoV-2 (Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2). Diese Bezeichnung wurde am 11. Februar 2020 beschlossen. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO das Virus als 2019-nCoV bezeichnet. Gleichentags teilte die WHO mit, dass die durch das neue Coronavirus ausgelöste Krankheit offiziell Covid-19 (Corona Virus Disease 2019) heisst. Damit verhält es sich bei der neuen Krankheit ähnlich wie bei HIV und Aids. Auch dort hat das Virus (HIV) einen anderen Namen als die Krankheit (Aids).

Wie kann ich mich vor einer Infektion schützen?

Das BAG hat die Verhaltensregeln Anfang März verschärft. Sie sollen vor einer Infektion schützen: Die wichtigste ist, sich regelmässig und gründlich die Hände zu waschen (siehe Video unten). Auch soll man in ein Taschentuch oder in die Armbeuge husten und niesen. Die Taschentücher müssen danach in einem geschlossenen Kübel entsorgt werden. Händeschütteln soll vermieden werden. Am 4. März 2020 gab das BAG eine neue Verhaltensregel bekannt: Abstand halten – zwei Meter. Hygienemasken bieten gesunden Personen keinen effektiven Schutz vor einer Ansteckung. Infizierte Personen sollten dagegen Masken tragen, damit sie das Virus weniger leicht verbreiten können.

Stand der Informationen ist der 12. März 2020.

So wäscht man sich richtig die Hände.

(tob)