06. Februar 2008 10:50; Akt: 08.05.2008 14:39 Print

Winde weltweit

Die Namen sind verschieden, die Wirkung ist dieselbe: Taifune, Zyklone, Hurrikane und Tornados hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Was unterscheidet sie?

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Hurrikan

Das aus den Maya-Sprachen stammende Wort «Hurrikan» ist vom Namen des Windgottes «Huracan» («Einbein») abgeleitet, von dem wohl auch der Begriff «Orkan» herrührt.
Ein tropischer Wirbelsturm ist ein Hurrikan, wenn er eine bestimmte Stärke erreicht und in einer bestimmten Region auftritt. Um als Hurrikan zu gelten, muss ein Sturm mindestens Orkanstärke erreichen (siehe InfoBox rechts) und sich im Atlantik entwickeln. Auch Wirbelstürme, die im Nordpazifik östlich der Datumsgrenze oder im Südpazifik östlich von 160° auftreten, sind Hurrikane.

Nach ihrer Geschwindigkeit werden Hurrikane in fünf Kategorien unterteilt. Massgeblich ist dabei der Durchschnitt der Messwerte in zehn Metern Höhe in einem Zeitraum von einer Minute:

  • Kategorie 1: 119 - 153 km/h
  • Kategorie 2: 154 - 177 km/h
  • Kategorie 3: 178 - 209 km/h
  • Kategorie 4: 210 - 249 km/h

  • Charley (2004), Hugo (1989)

  • Kategorie 5: > 250 km/h

  • Ivan (2004), Katrina (2005)


    Zyklon

    Zyklone sind tropische Wirbelstürme, die vornehmlich im Indischen Ozean auftreten. Die hauptsächlich betroffene Region ist dabei der Golf von Bengalen, aber auch Wirbelstürme im Bereich der ostafrikanischen Küste sind Zyklone.
    Das Verbreitungsgebiet des Zyklons trifft im Südwestpazifik auf jenes des Taifuns.
    Ein besonders verheerender Zyklon war Nargis, der im Mai 2008 Burma verwüstete.


    Taifun

    Der Begriff hat wohl zwei verschiedene Wurzeln; er leitet sich sowohl aus dem Griechischen «typhon» («Wirbelwind») wie aus dem Chinesischen tái fung («Grosser Wind») ab.
    Die Heimat der Taifune ist Ost- und Südostasien sowie der nordwestliche Teil des Pazifiks.


    Tornado

    Der Name dieses hauptsächlich auf dem nordamerikanischen Festland vorkommenden Sturms stammt aus dem Spanischen («tornar» - «umkehren, wenden», «tornear» - «wirbeln, drechseln»). In den USA, wo jedes Jahr an die 750 Tornados durch die «Tornado-Allee» im Mittleren Westen ziehen, wird der Tornado auch «Twister» genannt.

    Tornados sind meist eher klein. Sie entstehen, wenn sich grosse Gewitterwolken über einer Schicht aufgeheizter Luft bilden. Dann stürzt die Kaltluft aus mehreren Kilometern Höhe herab, und eine Warmluft-Säule schraubt sich immer schneller nach oben. Daraus entsteht ein Luftwirbel («Rüssel»), in dem Windgeschwindigkeiten bis zu über 400 km/h herrschen können.
    Wo der Rüssel über die Erdoberfläche streift, hinterlässt er eine Spur der Verwüstung - unmittelbar daneben bleibt alles ruhig.

    Blizzard

    Der Begriff «Blizzard» ist möglicherweise aus dem deutschen Wort «blitzartig» abgeleitet — ein Hinweis auf die Schnelligkeit, mit der sich der Kaltlufteinbruch ereignet, der den Blizzard nach sich zieht.

    Der Blizzard ist ein starker Schneesturm, der in Nordamerika auftritt, wo in Ost-West-Richtung verlaufende Gebirge fehlen. Die Kaltluft aus dem Norden kann so weitgehend ungehindert bis weit in den Süden gelangen.


    Taifune sind am stärksten

    Die Taifune im Nordwestpazifik sind - was ihren Durchmesser und die erreichten Windgeschwindigkeiten anbelangt - die Schwergewichte unter den Wirbelstürmen. Dies muss nicht unbedingt auf den angerichteten Schaden zutreffen, doch dieser ist — sofern er in Geld gemessen wird — ohnehin relativ.


    dhr

    Quellen: Wikipedia.org / Planet-wissen.de