Toxoplasma gondii

31. Juli 2018 10:53; Akt: 31.07.2018 10:55 Print

Was ein Katzenparasit mit Menschenhirnen anstellt

Träger eines von Katzen verbreiteten Parasiten studieren eher Wirtschaft als nicht infizierte Personen. Sie scheinen risikofreudiger sein.

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Toxoplasma gondii ist ein Parasit, der von Katzen verbreitet wird. Menschen können sich bei Kontakt mit Katzenkot, nicht durchgebratenem Fleisch oder verseuchtem Trinkwasser damit anstecken. Es wird geschätzt, dass bis zu einem Drittel der Weltbevölkerung den Parasiten in sich trägt. Man fühlt sich deswegen meist nicht krank, doch führt der Parasit im Hirn zu Veränderungen. Frühere Studien fanden Hinweise darauf, dass eine Toxoplasmose zu verschiedenen psychischen Störungen führen könnte.

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Nun sind Forscher um Stefanie Johnson von der Universität Colorado in einer Untersuchung mit 1300 Studenten zu einer weiteren Erkenntnis gelangt. Demnach studierten Träger des Parasiten 1,4-mal eher Wirtschaft als nicht infizierte Personen. 1,7-mal mehr legten sie ihren Schwerpunkt auf Management und Unternehmertum statt auf andere Aspekte der Wirtschaftswissenschaften.

Weniger Angst vor dem Scheitern

Von 200 untersuchten Teilnehmern von Business-Seminaren hatten die Träger des Parasiten fast doppelt so oft ein eigenes Unternehmen gegründet. In Ländern mit einer hohen Verbreitung der Toxoplasmose stellten die Forscher zudem eine höhere unternehmerische Aktivität fest, wie sie in den «Proceedings of the Royal Society B» schreiben.

Als Erklärung geben die Wissenschaftler an, dass der Parasit infizierte Menschen möglicherweise risikofreudiger macht und ihnen die Angst vor dem Scheitern im Geschäftsleben nimmt. Dazu würde passen, dass Toxoplasma gondii
infizierten Nagetieren nachweislich die Angst vor Katzen nimmt. Dadurch fangen Katzen mehr Mäuse und Ratten, was wiederum dem Parasiten zugutekommt.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel HSG am 31.07.2018 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    HSG zur quarantänezone erklären

    Dann sollte die HSG schnellstmöglich abgeriegelt werden...

  • abc am 31.07.2018 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaft kaputt

    Also wegen Katzen gehen von Raiffeisen über UBS, Credit Suisse bis zur SwissAir Firmen kaputt? Interessant...

  • Wolf Of Wallstreet am 31.07.2018 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaftsstudent

    Yeahy. Endlich eine Ausrede für meine Studienrichtung. Sorry, konnte nicht anders, der Parasit hats mir befohlen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Patsi am 02.08.2018 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Trotzdem nicht Risikofreundlich

    Ich bin Träger dieses Parasiten, aber ich bin alles andere als Risikofreundlich.

  • Paul meier am 31.07.2018 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toxoplasma

    Unsere Bankenmanager müssten Untersucht werden. Risikofreude erhört die Gefahr der falscheinschätzung und der Gewinnsucht. Der Manager der Reifeisenbank ist ein Versuch wert

  • Adam am 31.07.2018 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Und aus der Rippe schuf er...

    Na gibts noch welche die denken das der Mensch anders ist als das Tier, nur weil es in einem Fantasieroman erwähnt wurde? Na vielleicht können die uns ja erklären weshalb Rattenparasiten auch beim Menschen Verhalten ändern können? Sind wir also doch nicht so anders....?

  • gagii am 31.07.2018 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    unnötiges wissen

    Gibt es nicht wichtigeres zu erforschen?

  • Chief Financial Officer am 31.07.2018 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht

    Bin ich darum so erfolgreich...