Tierwohl

29. Dezember 2015 23:15; Akt: 29.12.2015 23:15 Print

Wo das Kalb sich leckt, soll der Bauer es streicheln

Österreichische Forscher rufen Landwirte dazu auf, Kühe dort zu streicheln, wo sich die Tiere selber gerne gegenseitig lecken.

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Nicht nur Haustiere sollten hin und wieder in den Genuss von Streicheleinheiten kommen, sondern auch die in Ställen lebenden Nutztiere. Laut Forschern um Stephanie Lürzel von der Veterinärmedizinischen Universität Wien nehmen Kälber, die nach der Geburt eine Zeit lang von Menschen gestreichelt wurden, rascher an Gewicht zu als ihre nicht gestreichelten Artgenossen.

Auf diese Weise kommen die Tiere schneller zu Kräften. Das lohnt sich für Bauern und Betriebe. Denn aus früheren Studien sei bekannt, dass Kühe, die in den ersten Monaten schnell zugenommen haben, später mehr Milch geben, so die Forscher.

Mehr Kraulen, mehr Milch

In der Studie hatten Lürzel und ihre Kollegen 52 Holstein-Kälbchen während der vierzehn Tage nach der Geburt regelmässig unter dem Hals gekrault. Denn man weiss, dass die Tiere sich an dieser Stelle besonders gern lecken, wie die Wissenschaftler im «Standard» sagen. Die ebenfalls 52 Tiere umfassende Kontrollgruppe bekam diese Sonderbehandlung nicht.

Der Vergleich zeigte: Etwa 90 Tage nach der Geburt hatten die zuvor gestreichelten Kälber deutlich mehr Gewicht als die nicht gestreichelten. «In der Praxis empfehle ich Landwirten, regelmässig freundlichen Kontakt zu ihren Tieren zu pflegen», so Lürzel in einer Mitteilung der Uni. Denn das wirke sich letztendlich auch auf wirtschaftlicher Ebene positiv aus.

Die Studie ist im Fachjournal «Applied Animal Behaviour Science» erschienen.


Beim Science Slam ruft die Forscherin Landwirte dazu auf, Kühe dort zu streicheln, wo sich die Tiere gerne gegenseitig lecken. (Video: Youtube/Vetmeduni Vienna)

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • baeschu am 30.12.2015 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logik

    Ich denke, dass das jedem vernünftigen Bauer schon selbst in den Sinn gekommen ist...

  • Jungpuur am 29.12.2015 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine ladys

    Ich streichelemeine Ladys immer wenn ich denn Stallrundgang mache. Sie mögen es und ich will schliesslich ihnen was zurückgeben. Wünsche allen einen guten Rutsch

  • Jooo am 29.12.2015 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeitprobleme

    Ja ich denke nicht das sich ein Bauer die Zeit nehmen kann und sich bei jeder Kuh die stelle merkt wo sie gerne gestreichelt werden will. Es ist aber sicher wichtig das man die Zuneigung zeigt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bird22 am 30.12.2015 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verhaltensweisen

    Das ist nicht nur bei der Kuh so, sondern bei jedem Tier.

  • baeschu am 30.12.2015 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logik

    Ich denke, dass das jedem vernünftigen Bauer schon selbst in den Sinn gekommen ist...

  • D-man am 30.12.2015 01:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wäääh

    Wenn ich mir vorstelle, ich müsste etwa meine Katze dort lecken, wo sie sich so leckt *würg*

  • jungbauer am 29.12.2015 23:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wenn forscher forschen...

    hmmm ich glaub ich werde auch forscher...ich habe das im selbststudium schon vorher herausgefunden ;-)

  • Jooo am 29.12.2015 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeitprobleme

    Ja ich denke nicht das sich ein Bauer die Zeit nehmen kann und sich bei jeder Kuh die stelle merkt wo sie gerne gestreichelt werden will. Es ist aber sicher wichtig das man die Zuneigung zeigt.