Entwicklungsbiologie

21. März 2011 16:06; Akt: 21.03.2011 16:14 Print

Wo der Seestern seinen sechsten Arm verlor

Warum haben die meisten Seesterne fünf Arme? Schliesslich besitzen sie als Larven doch noch sechs Strahlen. Ein deutscher Biologe glaubt nun, die Antwort auf diese Frage gefunden zu haben.

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Die Antwort, auf die Frage, wann und wie den Seesternen der ursprüngliche sechste Arm abhandenkommt, meint Marc de Lussanet beantworten zu können: «Junge Seesterne lassen sich zunächst durch das Meerwasser treiben», schreibt der Biologe von der Universität Münster im Fachmagazin «Evolution & Development». «Dann setzen sie sich eine Zeitlang mit einem Saugnapf fest. Bisher gab es keine Ideen dazu, woher dieser Saugnapf kommt. Ich halte ihn für den verkümmerten sechsten Arm.»

Seesterne gehören wie zum Beispiel auch Seelilien und Seegurken zum exotischen Tierstamm der Stachelhäuter. Solche Tiere sind als Larve grundsätzlich zweiseitig-symmetrisch aufgebaut, als erwachsenes Tier nicht mehr.

«Bisher wurde vermutet, dass das erwachsene Tier aus der linken Seite des Jungtiers herauswächst, wobei die Larve aufgelöst wird», sagte de Lussanet. «Es sieht dann so ähnlich aus, als ob ein Parasit das Jungtier auffressen würde.»

Nach gängiger Forscheransicht löst sich die Körperform der Larve dabei völlig auf. De Lussanet geht dagegen davon aus, dass die Struktur erhalten bleibt, jedoch eine Reihe von komplizierten Drehungen durchläuft. «Dabei bewegt sich die Bauchseite zuerst weg von der rechten Körperseite.»

Was dann passiere, sei an Fossilien der ausgestorbenen Formen von Seesternen nachzuvollziehen: Die rechte Seite bilde einen Stiel aus, um sich auf dem Meeresboden festzusetzen, zu ankern. «Fünf Strahlen bleiben erhalten. Sie gruppieren sich um den Mund herum, der beim erwachsenen Seestern mittig auf der Bauchseite liegt.»

(sda)