USS Hornet (CV-8)

14. Februar 2019 16:52; Akt: 14.02.2019 16:52 Print

Wrack von Flugzeugträger im Pazifik entdeckt

Eines der bekanntesten US-Kriegsschiffe des Zweiten Weltkriegs ist nach 77 Jahren auf dem Grund des Südpazifiks wiederentdeckt worden.

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In 5330 Metern Tiefe wurde die Besatzung des Forschungsschiffes RV Petrel fündig. Als sie auf den Videoaufnahmen ihres Unterwasserroboters die Schiffskennung CV-8 erkannten, war klar: Sie hatten die USS Hornet gefunden. Auf den veröffentlichten Bildern ist neben Geschützen und Teilen des Decks auch ein gut erhaltener Traktor des Herstellers International Harvester zu sehen, wie «Popular Mechanics» schreibt.

Die USS Hornet verdankt ihre Bekanntheit vor allem ihrer Beteiligung am sogenannten Doolittle Raid vom 18. April 1942, dem ersten US-Angriff auf die japanischen Heimatinseln nach der Bombardierung Pearl Harbors durch die Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte. Von der Hornet starteten 16 B-25-Bomber. Deren Bomben richteten in Tokio, Yokosuka, Yokohama, Kobe und Nagoya zwar geringen Schaden an, der Doolittle Raid war aber für die US-Moral enorm wichtig.

140 Tote

Zum Verhängnis wurde der 252,5 Meter langen Hornet schliesslich die Schlacht bei den Santa-Cruz-Inseln im Oktober 1942. Diese Trägerschlacht gehörte zu den verlustreichsten des Krieges. Die Flugzeuge der Hornet beschädigten einen japanischen Flugzeugträger und einen Kreuzer, bevor japanische Sturzkampf- und Torpedobomber der Hornet irreparablen Schaden zufügten. 140 von fast 2200 Besatzungsmitgliedern starben, bevor das Schiff aufgegeben wurde.

Die US-Zerstörer Mustin und Anderson beschossen anschliessend die Hornet, um sie vor dem Eintreffen der Japaner zum Sinken zu bringen. Vergeblich. Erst vier japanische Torpedos besiegelten das Schicksal der Hornet. Am 26. Oktober 1942 verschwand sie in den Fluten des Pazifiks.

Angst vor Plünderern

Die Hornet ist nicht der erste Flugzeugträger, den die Crew der RV Petrel entdeckte. Auf einer früheren Expedition fand das vom verstorbenen US-Milliardär und Microsoft-Mitgründer Paul Allen gegründete Unternehmen die USS Lexington.

Wo sich die Hornet genau befindet, gab das Suchteam nicht bekannt. Mit gutem Grund. In letzter Zeit häuften sich Fälle von verschwundenen Weltkriegswracks im Pazifik. Sie sind ein lukratives Ziel für Schrottsammler, die kein Problem damit haben, die Totenruhe der verstorbenen Seeleute zu stören.


Beitrag des Fernsehsenders CBS zum Fund der USS Hornet. (Video: CBS)

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dive Buddy am 14.02.2019 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu tief

    Genau, in 5Km Tiefe ist die Angst vor plündernden Hobbytauchern natürlich schon berechtigt :)

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  • Nerd am 14.02.2019 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stahlklau

    Der Stahlklau hat einen guten Grund: nur vor 1945 gekochter Stahl ist frei von radioaktiven Isotopen - für Messinstrumente dringend benötigter Rohstoff.

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  • Xy am 14.02.2019 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte mehr davon!

    Danke für den tollen Artikel!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jerome am 15.02.2019 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Druck

    Etwas verstehe ich jedoch nicht ganz. Ist der Druck in 5000m tiefe so schwach, dass nicht einmal die Reifen des Traktors komplett zerquetscht werden? Dachte solch ein Druck hinterlässt gröbere "Schäden"?

    • Fritz am 15.02.2019 13:02 Report Diesen Beitrag melden

      @Jerome

      Wenn die Reifen mit Wasser vollgelaufen sind nicht.

    • Dr.Kern am 15.02.2019 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jerome

      Solange es keine holräume aus luft hat ist der Druck völlig egal.

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  • alfredo am 15.02.2019 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    tolle bilder

    wow, sieht super aus.

  • letsgetwet am 15.02.2019 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    woooow

    Ich als Taucherin kriege da Pipi in den Augen. Das wäre ja der waaahnsinn zu betauchen. Nicht zum Klauen, aber zum Bestaunen! Schade, 2-3 m zu tief.

  • Guido am 15.02.2019 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Totenruhe?

    Es wurde versucht, das angeschossene Schiff mit Schlagseite selbst zu versenken. Korrekt? Dabei sollen sie ihre verstorbenen Kameraden an Bord gelassen haben? Sorry, mag ich irgendwie nicht glauben. Schätze da unten liegt kein Seemann und es wird nur unter Vorwand das Wrack geschützt, um sich bei Gelegenheit selbst zu bedienen.

    • J.G. am 15.02.2019 14:24 Report Diesen Beitrag melden

      Oh, ja...

      Beim versinken eines fluchtartig verlassenen Schiffes wurden die Toten nicht geborgen. Die verstorbenen Seemänner wären ja auch der See zugekommen wenn die Hornet nicht versenkt worden wäre. Da wurde das Risiko, dass die Japaner an US-Militärtechnologie kommen, höher gewertet als die bereits verstorbenen Seemänner ordentlich zu "begraben".

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  • Robin... am 14.02.2019 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    krass

    Unglaublich dass der Traktor so gut erhalten ist sogar die Reifen un der Lenker noch intakt. Dass der. Salz dass noch nicht gefressen hat komisch.

    • Batman am 15.02.2019 08:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Robin...

      Oxidation benötigt Sauerstoff. Dieser ist in dieser Tiefe kaum vorhanden.

    • Jerome am 15.02.2019 11:58 Report Diesen Beitrag melden

      Druck in 5000m Tiefe

      Okey, aber was ist mit dem Druck? Finde es auch komisch, dass selbst die Gummireifen (klar sind massiv) nicht stark zerquetscht wurden?

    • J.G. am 15.02.2019 14:27 Report Diesen Beitrag melden

      Alte Reifen mit Gummiring?

      Ich weiss es nicht sicher, aber waren Traktorreifen damals selbstversigelnd? Ich dacht bis in die 60er oder später gab es nur den Reifen mit Profil und den Gummischlauch der zwischen Felge und Reifen den Platz füllte. Eigentlich so wie bis jetzt bei den Velos?

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