SS Cotopaxi

23. Februar 2020 18:42; Akt: 27.02.2020 11:26 Print

Wrackfund widerlegt Bermuda-Dreieck-Mythos

Um das Verschwinden der SS Cotopaxi ranken sich viele Legenden. Nun wurde das Wrack identifiziert und ein Forscher liefert Antworten.

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Die SS Cotopaxi, ein grosses US-Handelsschiff, stach am 29. November 1925 in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina in See. Das Ziel: Havanna, Kuba. Doch dort sollte der Dampfer nie ankommen. Es verschwand auf offenem Meer spurlos und mit ihm die ganze Besatzung von 32 Mann.

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Dieses Verschwinden heizte die Fantasie vieler Menschen an. So soll das Schiff Opfer des berüchtigten Bermuda-Dreiecks geworden sein. Hollywood-Regisseur Steven Spielberg baute die SS Cotopaxi gar in seinen Film «Unheimliche Begegnung der dritten Art» von 1977 ein. Dort taucht der Dampfer auf rätselhafte Art rund 50 Jahre nach seinem Verschwinden in der Wüste Gobi in Zentralasien auf.

«Völliger Quatsch»

Dumm nur, dass die SS Cotopaxi gar nicht im Bermuda-Dreieck gesunken ist. Das Bermuda-Dreieck umfasst ein Gebiet von der Südspitze Floridas nach Norden bis Bermuda und nach Süden bis Puerto Rico (siehe Bildstrecke). Das nun als SS Cotopaxi identifizierte Wrack liegt aber rund 55 Kilometer vor St. Augustine im Norden Floridas.

Identifiziert hat es der Meeresbiologe Michael Barnette. Er sagte zu Livescience.com: «Das ist das Problem mit diesem Bermuda-Dreieck. Wenn man es auf der Karte betrachtet wird klar, dass die meisten Vorfälle, die damit in Verbindung gebracht werden, gar nicht in diesem Gebiet passiert sind. Es ist völliger Quatsch.»

Der Mythos des Bermuda-Dreiecks entstand in den 1960er-Jahren des letzten Jahrhunderts, also Jahrzehnte nach dem Untergang der SS Cotopaxi. 1964 nannte der Journalist Vincent Gaddis die Gegend erstmals «Bermuda-Dreieck». 1974 erschien dann der Bestseller von Charles Berlitz «Das Bermuda-Dreieck – Fenster zum Kosmos?». Darin erklärte der Autor unter anderem, dass in der Region Ausserirdische ihr Unwesen trieben und für zahllose Flugzeug- und Schiffskatastrophen verantwortlich seien. Oder dass das Bermuda-Dreieck beim Untergang der sagenumwobenen Stadt von Atlantis entstanden sei.

Defekte Lukenabdeckungen

Doch was war wirklich mit der SS Cotopaxi passiert? Laut Barnette und dem britischen Historiker Guy Walters gab ein Schiffszimmermann nach dem Unglück zu Protokoll, dass die Lukendeckel des Dampfers defekt waren und deshalb während eines Sturms Wasser in die mit Kohle gefüllten Laderäume eingedrungen sein könnte, was zusammen mit dem hohen Seegang zum Untergang geführt habe.

Das Wrack, dass nun als SS Cotopaxi identifiziert wurde, war schon vor rund 35 Jahren entdeckt worden. Da es aber keine offensichtlichen Hinweise auf die Identität des Schiffes wie Schiffsglocken oder Schriftzeichen am Bug gab, wurde es einfach Bear Wreck genannt. Über die Jahre wurde es zu einem beliebten Tauchziel.

Zu den Hinweisen, die Barnette zusammentrug, gehört auch ein Notruf der SS Cotopaxi, der am 1. Dezember 1925 in Jacksonville, Florida, aufgezeichnet wurde. Jacksonville ist nicht weit von der heutigen Position des Wracks entfernt. Auch Grösse und Form des Wracks sowie gefundene Gegenstände deuten darauf hin, dass das Bear Wreck tatsächlich die SS Cotopaxi ist – und diese nicht im Bermuda-Dreieck gesunken ist.

Update 27. Februar 2020: In einer früheren Version des Artikels wurde ein Bild der SS Cotopaxi gezeigt. Dabei handelte es sich aber nicht um die hier beschriebene amerikanische Cotopaxi, sondern um einen britischen Frachter gleichen Namens, wie uns ein aufmerksamer Leser mitteilte.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • EllEff am 23.02.2020 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    komisch

    Wenn das Schiff nicht innerhalb des Bermudadreiecks gesunken ist, dann kann das Unglück auch nicht die Mythen innerhalb des Dreiecks widerlegen oder bestätigen.

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  • P. Meier am 23.02.2020 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Informationsgehalt?

    Funde deuten auf das Schiff hin. Ein nicht mehr an Bord gewesener Zimmermann hat eine Vermutung über den Grund des Verschwidens. Seltenso wenig Inhalt in so viel Text gefunden.

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  • Quadratur des Kreises am 23.02.2020 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    Bernyoda Dreieck

    Und was ist mit dem Kaiman aus dem Bodensee. Taucht wenigstens der in der Wüste Gobi auf?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Toni Maccaroni am 05.03.2020 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die kubatur der Fläche

    Der Wrackfund widerlegt nicht den Bermuda-Dreieck-Mythos. Er belegt das es nich im Bermuda-Dreieck gesunken ist...

  • Monello am 27.02.2020 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    So war wie...

    Die Zeugenaussagen der Winestein Affäre und #MeToo Treiber...früher war es eben das Bermuda Dreieck...

  • Michi am 27.02.2020 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    Inhalt des Berichts erstaunt

    Es könnte sein, dass etwas gewesen ist, das hätte sein können, aber es so ist, dass man es nicht genau weiss, wenn es so gewesen wäre...echt jetzt?

  • Marc am 25.02.2020 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist es halt doch so...

    Ist es doch endlich bewiesen: Das Schiff ist im Bermuda-Dreieck gesunken, und an einem ganz anderen Ort wiedergefunden worden. Braucht ihr noch andere Beweise, bis ihr endlich glaunbt?

  • Samuel Löscher am 25.02.2020 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Viele verschollene Flugzeuge/Boote

    Schöne Geschichten! Aber es fehlen nach wie vor viele Flugzeuge und Schiffe, welche in dieser Region verschollen sind. Am Meeresboden sind diese jedoch nie gefunden worden - wo sind sie also hin? Vielleicht haben sie sich ja einfach in Luft aufgelöst?!

    • Sidi am 25.02.2020 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Samuel Löscher

      Du meinst wohl, in Salzwasser aufgelöst...

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