Wechselwirkung

13. August 2019 04:44; Akt: 13.08.2019 04:44 Print

Zusatzstoffe machen Pestizide noch giftiger

Schlechte Nachrichten von chinesischen Forschern: Sie fanden heraus, dass auch von für sich genommen harmlosen Zusatzstoffen in Pestiziden Gefahr ausgeht.

Pestizide sind ein Grund für das Bienensterben, aber nicht der einzige. (Video: 20M/Explain-it)
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Seit bekannt ist, wie schädlich gewisse Pestizide für Bienen und Hummeln sind, werden zunehmend Wirkstoffe verboten. So sind etwa Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam in der Schweiz und der EU für den Einsatz im Freiland nicht mehr zugelassen.

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Diese sogenannten Neonicotinoide sollten Nutzpflanzen gegen Schädlinge schützen. Doch dann zeigte sich, dass sie das Nervensystem und die Immunabwehr von Honigbienen, Hummeln und anderen Hautflüglern schädigen.

Nur bedingt harmlos

Doch auch als unproblematisch eingestufte Substanzen können den wichtigen Insekten gefährlich werden, wie chinesische Forscher im Fachjournal «Environmental Toxicology and Chemistry» schreiben. Das Team um Lang Chen von der Chinesischen Akademie für Agrarwissenschaften hat nachgewiesen, dass auch von für sich genommen harmlosen Zusatzstoffen in Pestiziden Gefahr ausgeht.

Für die Studie hatten die Wissenschaftler Honigbienen sowohl im Labor als auch im Freiland den drei Pestizid-Hilfssubstanzen NMP, Silwet L-77 und Triton X-100 ausgesetzt. Dies pur oder in Kombination mit dem Neonicotinoid Acetamiprid, immer in einer gängigen Konzentration. Dann beobachteten sie, was passiert.

Massnahmen ergreifen

Ergebnis: «Für sich genommen verursachten die drei Hilfsstoffe keine wesentliche akute Giftigkeit für die Honigbienen», so die Forscher. Doch in Kombination mit den Pestiziden hätten sie sich als akut giftig und deutlich schädlicher als das Neonicotinoid allein erwiesen. Auch die Flugaktivität der Tiere wurde gesenkt. Dies sowohl im Labor als auch im Freiland.

Als besonders toxisch entpuppte sich demnach die Mischung aus dem Neonicotinoid Acetamiprid und dem Zusatzstoff Silwet L-77. Chen und seine Kollegen fordern deshalb Massnahmen, um das von den Zusatzstoffen ausgehende Umweltrisiko besser zu erfassen und einzugrenzen.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A, Dober am 13.08.2019 04:59 Report Diesen Beitrag melden

    Lebensmittel und Wasser

    Ich weisst nicht warum die Jugend wegen CO2 demonstrieren geht. Ich würde, wenn ich nochmals jung wäre wegen meinen Lebensmitteln und mein Trinkwasser demonstrieren. Die Jungen werden nur von der Politik benutzt das man leichter eine CO2-Steuer einsetzen kann.

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  • Django am 13.08.2019 06:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Code der Uhrzeit

    Alle die sich für Pestizide ihre Auswirkung auf die Natur & Alternativen interessieren, sollten sich DER CODE DER URZEIT ankucken ein alter Doku aus den 80er Jahren mit Moderator Kurt Felix. Es geht darum, das Syngenta ( ein Basler Chemie Produzent ) ein Patent hat auf eine Magnetismus Behandlung des Saatgutes. Diese Behandlung macht jedes Pestizid überflüssig. Da sie jedoch mit der Herstellung Milliarden verdienen sind sie nicht interessiert daran, dass dies angewandt wird. Erschreckend aber höchst interessant

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  • scaccio am 13.08.2019 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Frage an die Konsumenten: Seid ihr bereit, auch makelhafte Agrarprodukte zu kaufen? Lenkt nicht vom Thema ab, stellt keine Gegenfrage, sondern beantwortet nur diese Frage. Solange der Konsument perfekte Ware will, und kein Pestizideinsatz, kommt jeder Landwirt in eine mehr als existenzelle Bedrohungsphase.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Honigbiene am 14.08.2019 06:53 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Mit herzlichem Dank an unsere chinesischen Forscherfreunde! Jetzt braucht es nur noch Taten.

  • Teleblocher am 13.08.2019 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Chance

    Das ist immer wieder eine Chance für die freie Marktwirtschaft. Das belebt das System der freien Welt.

  • Stefan am 13.08.2019 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber besser machen ... !

    Wen ich jeweils die Kommentare lese, merke ich wieviele Experten wir haben und meistens die Bauern an allem schuld sind. Mit dem dem Finger auf andere zeigen und kritisieren ist einfach. Stellt euch mal vor ihr dürft kein Waschmittel mehr benützen und nach dem verzehr von Medikamenten in einen Behälter urinieren. Wie würdet ihr darauf reagieren wen euch das jemand verbieten will ... !? Das ganze Abwasser das produziert wird gelangt schlussendlich wieder im Trinkwasser und es kann nicht alles gefiltert werden. Und als Zusatzinfo auch Biobauern dürfen Spritzmittel verwenden, oftmals sind dies Schwermetale wie Kupfer, welches für die Umwelt auch nicht gerade förderlich ist. Die heile Welt gibts schon lange nicht mehr und JEDER trägt seinen Teil dazu bei. Gemeinsam sollte man eine Lösung suchen wobei jeder verzichten muss.

  • roli am 13.08.2019 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bio vs. konventionell

    ich esse sehr viel gemüse und salate, wo ich es mir leisten kann kaufe ich bio aber zugegebenermassen geht es nicht immer. beim fleisch hingegen bin ich strikt und kaufe nur nachhaltig und biologisch produziertes (halt nicht mehr so oft wie früher) ich bin aber der meinung hier kann der handel viel beeinflussen. wenn nämlich mehr bio produziert würde, wären auch die preise tiefer (angebot und nachfrage) wenn aber wie heute ein bio chinakohl 3x mehr kostet als der konventionelle verdient irgendwer viel zu viel. das geld soll zum produzenten und nicht zum grossverteiler.

  • Demokrat Häppli am 13.08.2019 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Abstimmen gehen

    Es sind wieder zwei Initiativen in der Pipeline, welche für gesunde Grundlagen sorgen wollen. Ich wette aber, diese werden (wie üblich) aus wirtschaftlichen Gründen verworfen...mäh