Klima-Abkommen

20. Januar 2016 19:05; Akt: 20.01.2016 19:17 Print

Zwei-Grad-Ziel heisst plus sechs Grad in der Arktis

Die Klimaerwärmung soll im weltweiten Durchschnitt auf unter zwei Grad begrenzt werden. ETH-Forscher haben berechnet, was das für den Temperaturanstieg in einzelnen Regionen bedeutet.

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Mit dem Klimaabkommen von Paris haben die Länder beschlossen, die weltweite Klimaerwärmung auf unter zwei Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Durchschnittstemperatur zu begrenzen. Was eine solche Erwärmung für die Temperaturen in einzelnen Weltregionen bedeutet, hat ein internationales Forscherteam unter Federführung der ETH Zürich berechnet, wie die Hochschule am Mittwoch mitteilte.

Mit dem sogenannten Zwei-Grad-Ziel sollen schwerwiegende und unumkehrbare Schäden für Mensch und Umwelt verhindert werden. Viele würden diese zwei Grad Erwärmung im globalen Durchschnitt als zwei Grad Erwärmung in ihrer Region missverstehen, erklärte Studienleiterin Sonia Seneviratne, Professorin für Land-Klima-Dynamik an der ETH Zürich, in der Mitteilung.

Ungleichmässiger Temperaturanstieg

Aus Klimamodellen weiss man jedoch, dass sich die Temperaturen über Land stärker erwärmen als über dem Meer. Deshalb berechneten die Klimawissenschaftler um Seneviratne, welche Extrem- und Durchschnittstemperaturen in einzelnen Weltregionen zu erwarten sind.

Gemäss ihren Analysen würde ein globaler Temperaturanstieg um zwei Grad für die Arktis eine Erwärmung um sechs Grad Celsius bedeuten. Hätte man das Zwei-Grad-Ziel bezogen auf die Arktis verwirklichen wollen, hätte man den globalen Temperaturanstieg auf 0,6 Grad begrenzen müssen. Inzwischen liegt er jedoch bereits bei einem Grad.

Auch im Mittelmeerraum wird es wärmer als mancher wohl angenommen hätte: Bei einer weltweiten Klimaerwärmung um zwei Grad steigen die Temperaturen dort um 3,4 Grad.

Informationsquelle und Verhandlungshilfe

In der grafischen Darstellungen der Berechnungen liesse sich der weltweite CO2 und die damit zusammenhängende globale Durchschnittstemperatur einstellen, wie die ETH schrieb. Die Temperatur einer geografischen Grossregion liesse sich anschliessend einfach auslesen. Ihre Analysen stellen die Wissenschaftler im Fachjournal «Nature» vor.

Seneviratne betrachtet die Studie auch als Informationsquelle für Bevölkerung und Entscheidungsträger, sowie als Verhandlungshilfe für Emissionsziele. Die Verhandlungspartner könnten so einsehen, was der globale CO2 und die damit verbundene Klimaerwärmung konkret für ihre Region bedeute.

Qualitativ wurden diese Zusammenhänge zwar bereits mehrfach untersucht, es handle sich aber um die erste quantitative Darstellung, so die Mitteilung. Aber auch die neuen Modelle geben nur die Durchschnittswerte grösserer Regionen an. Die Temperaturveränderung in der Stadt Zürich liesse sich daraus nicht ableiten, sagte Seneviratne.

(dia/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wowzii am 20.01.2016 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    11 Grad

    Das wären dann insgesamt 11 Grad in der Arktis, weil wir da schon 5 Grad Erwärmung im Jahresdurchschnitt haben. 5+6=11 Grad

    einklappen einklappen
  • Karl am 20.01.2016 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es sieht düster aus...

    Wir machen das kaputt was uns geschenkt wurde. Wir denken nicht nachhaltig. Schade schade

  • romeosail am 21.01.2016 05:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ummöglich

    gute Vorsätze in Ehren, nur die Umsetzung ist absolut unrealistisch. Der gesammten Menscheit fehlt die nötige Einstellung dazu.

Die neusten Leser-Kommentare

  • René am 21.01.2016 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Kosmisch Kräfte vergessen

    Haben diese Forscher in Ihrer Studie auch kosmische Strahlungen und die abnehmende Sonnenaktivität mit einbezogen? Alleine der japanische Vulkan stösst pro Tag soviel CO2 aus, wie wir in 10 Jahren produzieren. Hinzu kommen die Meeresböden, welche unglaubliche Mengen an Methan freisetzen. Schweizer glauben immer, zu wissen was die Gründe sind, dabei wissen Sie nicht mal die Hälfte und sind technisch auch nicht Ansatzweise in der Lage, einflüsse aus dem All und der Erde selbst, vollständig in eine Studie einzubeziehen. Das ist doch wie alles in der Vergangenheit, politische Meinungsmache.

    • Heidi Klein am 21.01.2016 13:57 Report Diesen Beitrag melden

      So schade

      Ein internationales Forscherteam unter Federführung der ETH Zürich.... hat leider vergessen René nach seiner fundierten Einschätzung zu fragen!

    einklappen einklappen
  • Virtuose am 21.01.2016 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft vs. Geschichte

    Sie sitzen, sie quatschen, sie beschliessen, und dies seit Jahren. Passieren wird nicht viel. Mich würde es wirklich sehr interessieren wie man so in zwei drei hundert Jahren über uns denkt, falls es dann noch Menschen gibt. Ich kanns mir ausmalen!

  • Kurt am 21.01.2016 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Allmächtig

    So So die Super Schlauen haben entschieden das es nur noch um 2 Grad wärmer werden darf, hat da die Natur mit Unterschrieben.

  • romeosail am 21.01.2016 05:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ummöglich

    gute Vorsätze in Ehren, nur die Umsetzung ist absolut unrealistisch. Der gesammten Menscheit fehlt die nötige Einstellung dazu.

  • Karl am 20.01.2016 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es sieht düster aus...

    Wir machen das kaputt was uns geschenkt wurde. Wir denken nicht nachhaltig. Schade schade